Nahe der Grenze zur Ukraine im westrussischen Gebiet Brjansk ist nach Behördenangaben ein Güterzug nach einer Schienensprengung entgleist. Verletzte gab es laut örtlicher Regierung nicht. Ob der Anschlag mit der erwarteten Frühjahrsoffensive der Ukraine gegen die russischen Besatzer zusammenhängt, ist bislang unklar. Damit ereignete sich innerhalb weniger Tage eine zweite Sprengstoffattacke gegen die russischen Nachschublinien. Erst am Wochenende war durch eine Drohnenattacke ein Treibstofflager in der seit 2014 von Russland annektierten Hafenstadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim in Brand geraten.
Der Tag: Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez hat Ukrainern in den von Russland besetzten Gebieten zur Annahme russischer Pässe geraten. Die Regierung würde darauf verständnisvoll reagieren, da die Einbürgerungen unter Druck stattfinden. Lubinez sprach sich gegen eine strafrechtliche Verfolgung für das notgedrungene Annehmen einer russischen Staatsbürgerschaft aus.
Dieser Ansicht hat die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk jedoch widersprochen. Grund dafür ist laut Wereschtschuk, dass unklar sei, wie lange die Gebiete von Russland besetzt bleiben. Die Bevölkerung solle keine russischen Pässe annehmen, nicht mit den Besatzern kooperieren, wenn möglich ausreisen oder auf die ukrainischen Streitkräfte warten. Außerdem forderte die Vizeregierungschefin Moskau und das Internationale Rote Kreuz auf, eine geregelte Ausreise in das ukrainisch kontrollierte Gebiet zu ermöglichen.
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Die Lage: Russland baut nach Angaben britischer Geheimdienste gewaltige Abwehranlagen an der Front und in besetzten ukrainischen Gebieten, aber auch tief im eigenen Land. Russland habe besonders die nördliche Grenze der besetzten ukrainischen Halbinsel Krim befestigt, so das britische Verteidigungsministerium. Zudem seien Hunderte Kilometer Schützengräben auf international anerkanntem russischen Territorium ausgehoben worden, darunter in den Gebieten Belgorod und Kursk, nahe der ukrainischen Grenze. "Die Abwehranlagen unterstreichen die tiefe Besorgnis der russischen Führung, dass die Ukraine einen großen Durchbruch erzielen könnte", hieß es aus London. Einige Arbeiten seien hingegen wahrscheinlich von lokalen Kommandeuren und Politikern in Auftrag gegeben worden, um das Narrativ zu unterstützen, dass Russland von der Ukraine und der Nato 'bedroht' werde.
Bild des Tages:
Artilleriebeschuss in der Nähe von Bachmut, einer Stadt im Osten der Ukraine, in der ukrainische und russische Truppen kämpfen.
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(mit dpa)
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