Seit Wochen lagern Getreidevorräte in den ukrainischen Häfen – und können nicht aus dem Land gebracht werden. Russische Kriegsschiffe blockieren die Ausfahrt, zum Schutz der Häfen haben die Ukrainer außerdem vielerorts Minengürtel angelegt. Für die Lebensmittelversorgung der Welt ist das eine schlechte Nachricht, denn Russland und die Ukraine zusammen produzieren allein ein Viertel des gesamten Weizens auf dem Weltmarkt. Während die Europäer vor allem mit höheren Preisen rechnen müssen, kann die Knappheit in ärmeren Ländern dazu führen, dass die Bevölkerung hungern muss. Wie Russlands Präsident Wladimir Putin die Sorge vor einer Lebensmittelkrise für seine Ziele nutzt, lesen Sie in diesem Text.
Der Tag: Wolodymyr Selenskyj hat erstmals die umkämpfte Region Charkiw im Osten des Landes besucht. Der ukrainische Präsident dankte den Soldaten: "Ich bin grenzenlos stolz auf unsere Verteidiger. Jeden Tag kämpfen sie unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit der Ukraine", sagte er in Charkiw, wie offizielle Aufnahmen der Regierung zeigen. In Deutschland haben sich die Regierungskoalition und die Union am späten Sonntagabend auf die Einzelheiten des geplanten Sondervermögens für die Bundeswehr geeinigt. Mehrere Politiker zeigten sich zuversichtlich, das Gesetzgebungsverfahren noch in dieser Woche abzuschließen.
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Die Lage: Immer wieder standen zuletzt bekannte Sozialdemokraten wegen ihrer zu großen Russland-Nähe in der Kritik. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen warf der Partei nun gar eine geschichtsvergessene Russlandpolitik vor. "Ich bin der Meinung, dass Willy Brandt sich im Grab herumdrehen würde, wenn er das mitbekäme", sagte Röttgen im Interview mit unserer Redaktion. In der SPD gebe es trotz des Überfalls auf die Ukraine noch immer die Tendenz, Russland wie ein rohes Ei zu behandeln. "Aber dieses rohe Ei Putin führt einen brutalen Eroberungskrieg", betonte Röttgen.
Die Region: Jedes Jahr begeht Augsburg das Hohe Friedensfest – wohl lange war es nicht mehr so aktuell wie in diesem Jahr. Den Krieg in der Ukraine wollen die Veranstalter und Veranstalterinnen selbstverständlich thematisieren, das große Thema des Festprogramms mit über 70 Veranstaltungen ist der gesellschaftliche Zusammenhalt. Auch die große Friedenstafel auf dem Rathausplatz soll es wieder geben – zuletzt war sie zwei Jahre in Folge wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.
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