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Rente: Die Beiträge steigen

Ruhestand

Hohe Folgekosten, steigende Beiträge: Die sichere Rente wird teuer

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    Die Rente soll im kommenden Jahr um rund 3,7 Prozent steigen. Aber auch die Beiträge werden in den kommenden Jahren teurer.
    Die Rente soll im kommenden Jahr um rund 3,7 Prozent steigen. Aber auch die Beiträge werden in den kommenden Jahren teurer. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez, dpa

    Die Rente wird teuer. In diesem Jahr übersteigen die Ausgaben der Rentenversicherung die Einnahmen um vier Milliarden Euro, erklärte Alexander Gunkel, Vorstand der Rentenversicherung, diese Woche. Man sei aber finanziell noch solide aufgestellt. Das ändert sich in den kommenden Jahren. Um fast 26 Prozent steigen die Ausgaben Schätzungen zufolge bis zum Ende des Jahrzehnts.

    Das hat Folgen für die Beiträge. Im Jahr 2028 sollen die um 1,2 Prozentpunkte steigen. Bis 2037 sogar um insgesamt 2,6 Prozentpunkte auf ein Niveau von 21,2 Prozent. Für die Arbeitnehmer heißt das: weniger netto vom brutto. Für Durchschnittsverdiener wären das schon 2028 etwa 300 Euro weniger pro Jahr. Bis 2037 deutlich über 600 Euro.

    Auch innerhalb der Regierungskoalition gibt es weiter Redebedarf zur Rente

    Für Unternehmen wiederum steigen die Mitarbeiterkosten. Denn die Arbeitgeber übernehmen die Hälfte der Rentenbeiträge. In der Wirtschaft wachsen deshalb die Sorgen. „Wir benötigen dringend strukturelle Reformen in den Sozialversicherungssystemen. Die Familienunternehmen leiden darunter, dass die Lohnnebenkosten immer weiter steigen“, sagt Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Politik, unserer Redaktion. „Wenn die Koalition nicht handelt, werden in wenigen Jahren die Sozialbeiträge auf 45 Prozent klettern. Steigende Abgaben verteuern die ohnehin schon hohen Lohnkosten und machen Deutschland weniger wettbewerbsfähig.“ Die Koalition wolle bei der Rente neue Leistungen beschließen, ohne dass die Versprechen finanziell gedeckt sind. „Die Zeche müssen Beitragszahler, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber, begleichen. Das ist nicht tragfähig.“

    Auch innerhalb der Regierungskoalition gibt es weiter Redebedarf. Anfang Dezember soll über das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition abgestimmt werden. Es umfasst drei Schwerpunkte: die Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2031 bei 48 Prozent, ein Herzensprojekt der SPD; die Ausweitung der Mütterrente, auf die die CSU pochte; und die sogenannte Aktivrente, mit der vor allem die CDU Rentnerinnen und Rentnern ermöglichen möchte, bis zu 2000 Euro im Ruhestand steuerfrei hinzuzuverdienen.

    Immerhin: Die Kaufkraft der Rentner steigt

    Aber die Mehrheit der Koalition im Bundestag ist knapp. Weshalb es ins Gewicht fällt, dass eine Reihe junger Abgeordneter der Union gerade Sturm läuft gegen die Rentenpläne der Regierung. Der Entwurf sei nicht zustimmungsfähig, hieß es in einem Beschluss der sogenannten jungen Gruppe. Zwar hätte die Union den Stabilisierungsplänen in den Koalitionsverhandlungen zugestimmt. Sie kritisieren aber: Durch den Entwurf aus dem Arbeitsministerium würde nach 2031 die bisherige Rentenformel angewandt, der das Niveau des Vorjahres zugrunde liegt, also die vereinbarte Haltelinie von 48 Prozent. Bis 2040 würde es lediglich auf 46 Prozent sinken. Dadurch läge das Rentenniveau langfristig höher als geplant. Die Folgekosten beziffert die Junge Gruppe auf über 115 Milliarden Euro für die Jahre von 2032 bis 2040. Zwar äußerten führende Unionspolitiker Sympathien für das Anliegen der jungen Gruppe. Warnten aber davor, darüber die Koalition ins Wanken zu bringen. Ein Showdown zwischen Alt und Jung in der Union könnte am Wochenende anstehen. Da trifft sich die Union zu ihrem Deutschlandtag in Rust (Baden-Württemberg). Auch Friedrich Merz wird dort zu Gast sein. 

    Aber natürlich gibt es auch positive Aspekte an der Debatte: Die Bezüge der Rentnerinnen und Rentner dürften im kommenden Jahr voraussichtlich um 3,7 Prozent steigen, stärker also als die Inflation. Die Folge: Die Kaufkraft der Ruheständler nimmt weiter zu.

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