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Sachsen-Anhalt Sven Schulze setzt als Ministerpräsident auf Stabilität und Heimat

Porträt

Neuer Ministerpräsident: Sven Schulze als letzte Hoffnung in Sachsen-Anhalt

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    Sven Schulze löst nun doch früher als geplant Rainer Haseloff als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt ab.
    Sven Schulze löst nun doch früher als geplant Rainer Haseloff als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt ab. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa

    Ist Sven Schulze der neue Mann an der Spitze von Sachsen-Anhalt? Rainer Haseloffs „Kronprinz“ könnte den amtierenden Ministerpräsidenten früher als geplant beerben. Haseloff signalisierte seinen Koalitionspartnern, dass er für einen vorzeitigen Wechsel zur Verfügung stehe. Dass Schulze bisher eher unbekannt ist, scheint beide nicht zu stören. Darf es auch nicht. Schulze soll Haseloff bereits Ende Januar ablösen. Mit dem Amtsbonus als Ministerpräsident soll er den Weg für eine Wiederwahl im September ebnen und die erstarkte AfD zurückdrängen. Wer aber ist der Mann, dem diese Mammutaufgabe zufällt?

    Sven Schulze: So positioniert sich der bodenständige CDU-Landeschef

    Sven Schulze hat einen klassischen Weg hinter sich: Seine politische Karriere begann er mit 19 Jahren. Er saß im Gemeinderat und im Kreistag, war Landesvorsitzender der Jungen Union, zog als Europaabgeordneter nach Brüssel und wurde später der erste CDU-Generalsekretär in Sachsen-Anhalt. Seit 2021 ist er Landesvorsitzender der CDU und Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Große Erfolge hat der 46-Jährige bislang nicht vorzuweisen, dafür aber auch keine spektakulären Misserfolge. Nun soll er als Ministerpräsident Sachsen-Anhalt in den Wahlkampf führen und die AfD zurückdrängen.

    Schulze gibt sich bodenständig. Der Mann aus dem Harz verweist immer wieder auf seine Verbundenheit mit Sachsen-Anhalt. „Ich bin ein Landeskind“, sagt er. Das sei seine Heimat, er kenne das Land und die Leute. Die Botschaft dahinter ist klar: einer von hier, einer, der bleibt. Auch privat setzt der Wirtschaftsingenieur auf das Bild von Normalität und Verlässlichkeit: Schulze ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Familie präsentiert er stolz auf Instagram – sei es beim gemeinsamen Baumschmücken, am Nordseestrand oder auf der Wiesn. Andere Fotos zeigen den 46-Jährigen im Eishockeystadion oder beim Wandern in den Alpen. Ansonsten sieht man ihn nah an den Menschen, beim Händeschütteln, selbst am Lötkolben, auf dem Traktor, draußen und mitanpackend – ganz der freundliche Politiker aus der Nachbarschaft.

    Stabilität statt Social Media: Schulze setzt auf das Amt und die klassische Bühne

    Schulze hat wenig Bekanntheit und wenig übrig für Social-Media-Strategien. Sein Gegenspieler, der 34-jährige Ulrich Siegmund hingegen, setzt auf Reichweite. Mit über 600.000 Abonnenten auf TikTok zu den reichweitenstärksten AfD-Politikern. Die Partei liegt in Umfragen derzeit bei rund 40 Prozent und damit deutlich vor der CDU. Für Schulze gilt es, dagegen anzukommen. „Die Leute wollen keinen Populismus, sie wollen Stabilität“, betonte er in den Tagesthemen. Haseloff sei seinerzeit auch wenig bekannt gewesen, bevor er vom Wirtschaftsminister zum dienstältesten Ministerpräsidenten wurde.

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