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Cool oder peinlich? Wie Annalena Baerbock bei den Vereinten Nationen startet

Porträt

Cool oder peinlich? Das ist Annalena Baerbocks neues Leben in New York

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    Annalena Baerbock ist seit wenigen Tagen Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen.
    Annalena Baerbock ist seit wenigen Tagen Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Foto: Richard Drew, dpa

    Das neue Leben beginnt im New Yorker Stadtverkehr. Eine Frau in Jeans und High Heels, mit Sonnenbrille im Haar winkt sich ein Taxi heran – und man muss sich schon sehr anstrengen, um nicht an Carrie Bradshaw aus der legendären Serie „Sex And The City“ zu denken. Die Scheibe heruntergekurbelt, die Haare im Fahrtwind, schaut sie gedankenverloren in die Sonne. Mit dem kurzen Videoclip beginnt das nächste Kapitel im Leben von Annalena Baerbock. Die frühere Bundesaußenministerin ist jetzt Präsidentin der UN-Vollversammlung. Der Karriereschritt war nicht unumstritten, das Video auf dem Instagram-Kanal der 44-Jährigen ist es auch nicht.

    Zeitschrift spekuliert über Affäre Baerbocks mit US-Kollegen

    Manche finden es cool, andere eher peinlich. Wie so oft in ihrer Karriere fühlt sich die halbe Republik dazu berufen, sich an ihr abzuarbeiten. Baerbock selbst nimmt es mit Humor. Wie sie überhaupt gelöst wirkt in diesen Tagen. Ausgerechnet der Bild-Zeitung, die in der Endphase der Ampel-Koalition einen regelrechten Verfolgungseifer gegen sie und Robert Habeck entwickelt hatte, gibt die Politikerin ein launiges Interview, kokettiert mit ihrem nicht völlig akzentfreien „German English“, das ihr schon so viel Spott eingebracht hat, oder erzählt, wie sie einmal eine Kabinettssitzung sprengte, weil sie laut auflachen musste. Denn: Mitten hinein in das Treffen der Ministerinnen und Minister war die Story einer Boulevardzeitschrift geplatzt, in der über eine mögliche Affäre Baerbocks spekuliert wurde.

    „Nach dem Ehe-Aus überschüttet die Außenministerin ihren attraktiven US-Kollegen Antony Blinken mit ungenierter Schwärmerei“, schrieb die Bunte damals und verwies auf Fotos der beiden, „wie sie lächelnd die Köpfe zueinander neigen, abseits auf Gartenstühlen sitzen und entspannt plaudern oder wie sie sich umarmen, in die Augen schauen und anstrahlen wie Verliebte“. Und weil Politikerinnen und Politiker ja ständig am Smartphone hängen, bekam die damalige Außenministerin über ihre Pressestelle schnell Wind von der Sache. Was folgte: ein spontanes Lachen – und Erklärungsnot am Kabinettstisch.

    Alle Augen am Kabinettstisch waren auf Baerbock gerichtet

    Sämtliche Augen seien auf sie gerichtet gewesen, erinnert sich Baerbock an die kuriose Situation. „Und alle guckten mich natürlich an. Ich meine, der Bundeskanzler moderierte gerade irgendwas zu einem ganz anderen Thema und dachte: Ist die Frau verrückt geworden? Und ich las vor, was die Headline war, und selbst der Bundeskanzler musste doch ein bisschen ins Lachen einsteigen.“ Baerbock scheint Abstand gewonnen zu haben zu den Zerrüttungen der Ampel, den Anfeindungen, zum eigenen Straucheln im Amt der Außenministerin. Doch auch in ihrer neuen Rolle geht es um die Kriege und Krisen, die ihre Regierungszeit so sehr prägten.

    Dieser Tage machte Baerbock einen ersten inhaltlichen Aufschlag, indem sie Blauhelmtruppen der Vereinten Nationen ins Gespräch brachte, um eines Tages einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine abzusichern: „Wenn es zu einem Friedensvertrag kommt, dann muss der am besten abgesichert werden. Und wenn die Mehrheit der Mitgliedstaaten sagt, dafür bräuchte es auch Blauhelme, dann ist das etwas, was hoffentlich dauerhaft den Frieden sichern kann.“

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