Alles soll ganz schnell gehen: US-Präsident Donald Trump will Russlands verheerenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nach fast dreieinhalb Jahren durch zwei Gipfeltreffen beenden. Er will sich erst mit Russlands Staatschef Wladimir Putin treffen, dann soll daraus ein Dreiertreffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj werden. Fragen und Antworten zu dem jüngsten Vorstoß des US-Präsidenten:
Was ist über ein mögliches Treffen bekannt?
Was Pressearbeit angeht, ist die Internetseite des Kremls eher zurückhaltend. Vom Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Mittwoch gibt es dort nur ein Foto mit kurzer Bildunterschrift, aber keinen erläuternden Text. Das Bild allerdings sagt mehr als viele Worte. Wenn Putin Vertreter gegnerischer Staaten trifft, dann üblicherweise solche, mit denen er auf Augenhöhe agieren kann: Staats- und Regierungschefs also. Witkoffs Konterfei auf der Präsidenten-Seite ist, so albern es für Normalsterbliche auch klingen mag, eine diplomatische Anerkennung. Dieses Signal und vor allem die Gesprächsinhalte wurden in Washington positiv aufgenommen. Ein Treffen zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump haben beide Seiten bestätigt. Es könnte bereits nächste Woche stattfinden. Der Ort ist noch offen.
War die Bundesregierung eingeweiht?
Ja, das war sie. Trump und Witkoff informierten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs am Mittwochabend per Telefon über den neuesten Stand. „Wir können bestätigen, dass gestern Abend ein Telefonat des Bundeskanzlers mit dem US-amerikanischen Präsidenten und weiteren europäischen Regierungschefs stattgefunden hat, in dem der US-Präsident über den Stand der Gespräche mit Russland informierte“, sagte ein Regierungssprecher unserer Redaktion auf Anfrage. Laut New York Times waren auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der britische Premier Keir Starmer, der finnische Präsident Alexander Stubb, Nato-Generalsekretär Mark Rutte, US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio bei dem kurzfristig angesetzten Telefonat anwesend. Der französische Präsident Emmanuel Macron war demnach so schnell nicht erreichbar.
Wie blickt man in Deutschland auf ein mögliches Treffen zwischen Trump und Putin?
Am Donnerstag setzte Regierungssprecher Stefan Kornelius die Öffentlichkeit über ein Telefonat zwischen Merz und Selenskyj in Kenntnis. Beide hätten sich „über aktuelle Entwicklungen im Nachgang des Treffens des US-Sonderbeauftragten Witkoff mit dem russischen Präsidenten Putin ausgetauscht“, erklärte Kornelius. Der Deutsche und der Ukrainer würdigten demnach die Vermittlungsbemühungen des amerikanischen Präsidenten. Die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende sind groß. Es geht nicht nur um Tod und Zerstörung. Deutschland ist finanziell klamm und hat der Ukraine trotzdem viele Milliarden Euro Unterstützung zukommen lassen. Die Landesverteidigung ist geschwächt, weil wichtige Waffen in die Ukraine geliefert wurden. Unklar ist, zu welchem Preis Putin sich zurückziehen würde. Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, meint, Putin habe „Angst vor weiteren hocheffektiven Sekundärsanktionen Trumps, wie er sie gegen Indien schon verhängte“. Russlands Kriegswirtschaft drohe der Bankrott und deshalb versuche Putin „durch das Treffen, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ohne das Sterben in der Ukraine zu beenden“, sagt Hardt unserer Redaktion. Europa und Deutschland sollten Trump darin unterstützen, „ihn genau dort zu belassen und sich nicht auf faule Deals einzulassen.“
Was bedeutet das Treffen für die Ukraine?
Der ukrainische Präsident blickt mit gemischten Gefühlen auf das Treffen. „Anscheinend ist Russland jetzt eher zu einer Waffenruhe bereit“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, nachdem er über die Pläne informiert wurde. Der Druck auf Russland zeige offenbar Wirkung. Gleichzeitig fürchtet die Ukraine, Russland und die USA könnten einen Frieden untereinander aushandeln. Zwar pocht Trump auch auf ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj. Der Kreml äußerte sich dazu aber skeptisch.
Welche Rolle spielen die Europäer?
Die Europäer sprechen sich untereinander ab und stehen auch in engem Austausch mit der Ukraine und den USA. Klar ist aber: Europa schaut vor allem zu. Ein Treffen mit Selenskyj schließt der Kreml nicht vollständig aus, spricht aber von Voraussetzungen, die Putin nicht erfüllt sieht. Gleichzeitig wird Europa wohl die künftige Sicherheit der Ukraine entscheidend gewährleisten und den Wiederaufbau stemmen müssen. „Der Krieg findet in Europa statt, und die Ukraine ist ein integraler Bestandteil Europas“, schrieb der ukrainische Präsident auf X. „Wir befinden uns bereits in Verhandlungen über einen EU-Beitritt. Deshalb muss Europa an den entsprechenden Prozessen teilnehmen.“
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