Iran hat alle Grundzutaten, die für den Bau einer Atombombe benötigt werden. In den verschütteten Stollen der bombardierten Nuklearanlagen von Isfahan und Natanz lagern rund 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran sowie 200 Kilogramm auf 20 Prozent angereichertes Material. Vorhanden sind auch noch die Zentrifugen, mit denen die Bestände für den Bau von Atomwaffen nutzbar gemacht werden können. Nicht über Nacht, aber mittelfristig.
Die Wahrscheinlichkeit einer iranischen Atombombe ist gestiegen
Falls das Regime überlebt, hätte es jede Motivation, dieses Ziel zu verfolgen, um sich gegen künftige Angriffe zu immunisieren. Nach dem Angriff der USA und Israels im Juni 2025 und vier Wochen Dauerbombardements ist das Risiko eines atomar bewaffneten Iran nach Einschätzung von Experten damit nicht geringer geworden. Es besteht fort.
US-Präsident Donald Trump hat zu erkennen gegeben, dass Iran das Material nicht behalten kann. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege: Entweder gibt die iranische Führung das Uran freiwillig heraus oder die US-Streitkräfte sichern es mit Gewalt. Da derzeit wenig nach einer Lösung auf dem Verhandlungsweg aussieht, erwägt Trump laut einem Bericht des Wall Street Journal Pläne für eine militärische Lösung.
US-Regierung will Krieg angeblich bis Mitte April beenden
Im Umfeld des Präsidenten sei man optimistisch, dass eine solche Operation den Kriegszeitplan nicht wesentlich nach hinten verschieben würde. Es sei realistisch, den Konflikt bis Mitte April beenden, zu können zitiert die Zeitung ameríkanische Regierungskreise.
Experten wie der pensionierte General Joseph Votel haben Zweifel daran: „Das ist keine Sache, bei der man mal eben rein- und wieder rausgeht“, warnt der frühere Befehlshaber der zentralen US-Spezialkräfte. Eine Einschätzung, die viele ehemalige Militärs und Sicherheitsexperten teilen. Demnach erwägt Trump eine der anspruchsvollsten Militäroperationen, die je von einem amerikanischen Präsidenten angeordnet wurde. Mit erheblichen Risiken für die beteiligten Truppen.
Bergung des iranischen Uran: So würde ein US-Bodeneinsatz verlaufen
Zunächst müssten US-Spezialkräfte die Anlagen anfliegen. Auf dem Weg dorthin wären sie iranischen Boden-Luft-Raketen und Drohnen ausgesetzt. Am Boden müssten Kampftruppen eine Sicherheitszone errichten, damit Pioniere mit schwerem Gerät die Trümmer der Atomanlagen durchsuchen können. Minen und Sprengfallen wären eine ständige Bedrohung. Die eigentliche Bergung des radioaktiven Materials erfordert eine Eliteeinheit mit Spezialausbildung für den Umgang mit nuklearem Material in einem Kampfgebiet. Das hoch angereicherte Uran befindet sich vermutlich in 40 bis 50 Spezialbehältern, die Tauchflaschen ähneln. Für den Transport müssten sie in besondere Schutzbehälter umgeladen werden, um Unfälle zu verhindern. Die Rede ist von „mehreren Lastwagen-Ladungen“, die per Flugzeugen abtransportiert werden müssten. Eine der ersten Aufgaben bestünde darin, eine provisorische Landebahn anzulegen.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bereits durchblicken lassen, dass eine militärische Lösung infrage kommt. Das Pentagon hat bald einen Großteil der benötigten Kräfte in der Region stationiert. Schnelle Eingreiftruppen der Marines und Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision stehen bereit, um strategische Positionen zu sichern. Zehntausend weitere Soldaten sind auf dem Weg. Trump steht vor einer schwierigen Entscheidung, Entweder er riskiert das Leben amerikanischer Soldaten in einer der komplexesten Operationen seit Jahrzehnten. Oder er akzeptiert, dass Iran langfristig zur Atommacht werden kann.
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