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Iran-Krieg: Donald Trump drückt auf die Pause-Taste

USA

Donald Trump und der Iran-Krieg: Ein Präsident drückt die Pause-Taste

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    US-Präsident Donald Trump scheint im Iran-Krieg nun doch wieder auf Diplomatie zu setzen.
    US-Präsident Donald Trump scheint im Iran-Krieg nun doch wieder auf Diplomatie zu setzen. Foto: Evan Vucci, dpa

    Gemessen an der Weltgeschichte erscheinen zwei Wochen wie ein kurzer Augenblick. Im acht Tage alten Krieg zwischen Israel und dem Iran können sie über Menschenleben und militärische Weichenstellungen entscheiden. Für Donald Trump sind sie vor allem eins - ein Notausgang aus einer Zwickmühle, in die er sich von Benjamin Netanjahu hatte treiben lassen.

    Mit Luftschlägen auf strategische Ziele und der gezielten Tötung hochrangiger Militärführer und Nuklearwisssenschaftler im Iran hatte der israelische Premierminister Fakten geschaffen. Und Trump stand unter Druck, ihn durch die Entsendung von Tarnkappenjets mit bunkerbrechenden Bomben bei der Zerstörung der Atomanlage Fordo zu unterstützen. „Meine Geduld ist am Ende“, hatte Trump am Mittwoch gesagt und angedeutet, „in vielleicht weniger als einer Woche“ könne es einen amerikanischen Militärschlag geben. Am Donnerstag aber überraschte seine Sprecherin Karoline Leavitt zu Beginn ihrer Pressekonferenz die Journalisten mit einer Kurswende: Da es „beträchtliche Chancen für Verhandlungen“ mit dem Iran gebe, werde der Präsident die Entscheidung über einen Kriegseintritt der USA „innerhalb der nächsten zwei Wochen“ treffen: „Er setzt auf Diplomatie, aber er hat keine Angst, Gewalt anzuwenden.“ Für die Interpretation muss man wissen, dass „zwei Wochen“ für Trump keine reale Zeitspanne sind. Wiederholt hat er angekündigt, „in zwei Wochen“ über Russland-Sanktionen zu entscheiden. Die Fristen sind regelmäßig verstrichen. „Zwei Wochen heißt einfach: später. Aber später kann manchmal auch heißen: niemals“, übersetzt die New York Times die Trump-Terminologie.

    Die einstweilige Priorisierung der Diplomatie durch das Weiße Haus richtet die Scheinwerfer auch nach Genf, wo die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Freitag im Gespräch mit ihrem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi ausloten wollten, ob Teheran zu einem Einlenken bei seinem Atomprogramm bereit ist.

    Es geht um eine komplette Beendigung der nuklearen Ambitionen Teherans

    In Washington heißt es derweil, die Bedingungen für einen möglichen „Deal“ mit dem Iran würden nach der massiven Schwächung des Mullah-Regimes durch die israelischen Angriffe mutmaßlich deutlich härter sein als jene, die Chamenei Anfang des Monats abgelehnt hat. Damals stand im Raum, dass Teheran bei einer Beendigung seines Programms zur Uran-Anreicherung unter Umständen begrenzte Kapazitäten zur zivilen Nutzung behalten könnte. Nun heißt es in US-Regierungskreisen, Teheran müsse seine atomaren Ambitionen komplett beerdigen. Über die Gründe für Trumps abrupte Kehrtwende kann nur spekuliert werden. Ein wesentliches Motiv aber dürfte die Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung sein, die einen Krieg mehrheitlich ablehnt. Vor allem doht Trump eine Spaltung seiner eigenen Anhängerschaft.

    Der isolationistische Flügel der Partei will von einer Kriegsbeteiligung nichts wissen

    Der nationalistisch-isolationistische Flügel der MAGA-Bewegung kritisierte deshalb einen möglichen Kriegseintritt scharf. „Jeder, der für eine volle Beteiligung der Vereinigten Staaten im Israel-Iran-Krieg geifert, gehört nicht zu America First/MAGA (Make America Great Again)“, wetterte die ultrarechte Abgeordnete Marjorie Taylor Greene auf X.

    Auch Trumps früherer Chefideologe Steve Bannon sprach sich gegen eine Beteiligung der USA an Angriffen auf den Iran aus. In seinem einflussreichen Podcast bezweifelte er, dass die Anreicherungsanlage Fordo tatsächlich mit einer amerikanischen Bombe zu zerstören sei. Am Donnerstag wurde Bannon im Weißen Haus gesichtet: Er hatte eine Verabredung zum Mittagessen mit dem Präsidenten.

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