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Was Nicolas Sarkozy in seinem Buch über die Haft schreibt

Frankreich

Ex-Präsident Sarkozy saß 20 Tage in Haft – und macht nun ein Buch daraus

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    Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy unmittelbar vor dem Haftantritt.
    Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy unmittelbar vor dem Haftantritt. Foto: Thibault Camus, dpa

    Nicolas Sarkozy hat bekanntlich Geschäftssinn und ein gutes Gespür für das perfekte Timing. Nur 20 Tage verbrachte Frankreichs Ex-Präsident im Gefängnis, am 10. November kam er unter Auflagen vorzeitig frei und genau einen Monat später erscheint nun sein „Tagebuch eines Häftlings“. Es ist seine persönliche Opfer-, ja Märtyrererzählung und auch der Verlag Fayard, mit dem er zusammenarbeitet, ist kein Zufall. Er gehört seinem Freund Vincent Bolloré, einem milliardenschweren Geschäftsmann, der ein rechtsextremes Medienimperium aufgebaut hat. Das Buch wurde in Rekordgeschwindigkeit für die Adventszeit veröffentlicht – ein Weihnachtsgeschenk für Sarkozys Fans.

    Dass diese noch immer zahlreich sind, davon zeugen tausende Briefe und Päckchen, die er angeblich in Haft erhielt. Manche sollen dem Ex-Politiker und vielfachen Millionär sogar Geld geschickt haben, damit er im Gefängnis-Supermarkt einkaufen gehen konnte. Sein Umfeld hatte durchsickern lassen, dass er dort das Essen nicht anrührte, aus Angst, jemand hätte hineingespuckt „oder gar Schlimmeres“. Der 70-Jährige ernährte sich von Joghurts, Müsliriegeln und manchmal „süßen Leckereien“, wie er schreibt.

    Bicolas Sarkozy telefonierte mit der Rechtsextremen Marine Le Pen

    Die Inhaftierung habe er als Prüfung empfunden, die er „so produktiv wie möglich“ gestalten wollte – daher sein „Tagebuch“, das er täglich führte, um seinen Anwälten abends die handgeschriebenen Seiten zu übergeben. Für Aufmerksamkeit sorgen in Frankreich vor allem die politischen Passagen. So berichtet Sarkozy von einem Telefonat mit der Rechtsextremen Marine Le Pen, die zu Jahresbeginn wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt wurde. Seitdem eint die beiden ihre jeweils harsche Kritik an der Justiz. Er habe ihr versichert, er werde bei Wahlen nicht mehr zu einer Brandmauer zu den extrem Rechten aufrufen, so der Konservative, der trotz vieler Skandale weiterhin über politischen Einfluss verfügt.

    Verurteilt worden war er aufgrund von Zahlungen des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi zur Unterstützung von Sarkozys Wahlkampf 2007. Der Berufungsprozess findet 2026 statt, doch musste der Ex-Präsident aufgrund der besonderen Schwere seiner Schuld die Haftstrafe sofort antreten.

    Sarkozy beteuerte stets seine Unschuld und tut im Buch erneut alle Vorwürfe als absurd ab. Er geht sogar so weit, sich mit dem Offizier Alfred Dreyfus zu vergleichen, der 1894 aufgrund einer Intrige zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilt und auf der Teufelsinsel vor der Küste von Französisch-Guyana inhaftiert wurde. Die Übereinstimmungen seien „verblüffend“, schreibt Sarkozy: Sie beide seien degradiert worden – er selbst verlor die höchste französische Auszeichnung, die Ehrenlegion – und eingesperrt, jeweils auf Basis falscher Anschuldigungen. Erwiesen ist das freilich nur im Fall von Dreyfus.

    Als Politiker beurteilte Sarkozy die Lage in den Gefängnissen anders

    Im Buch beschreibt Sarkozy auch einen Besuch in einem Krankenhaus für krebskranke Kinder kurz vor seiner Inhaftierung. Die kleinen Patienten hätten sich für ihn als echte Vorbilder erwiesen durch die Stärke, mit der sie ihr Schicksal ertrugen. Dennoch beklagt er sich reichlich – über die nächtlichen Schreie anderer Insassen, die er aufgrund seiner Isolationshaft nicht sah, aber hörte. Über die harte Matratze, den kleinen Sportsaal, die grauen, fensterlosen Mauern.

    In seiner Zeit als aktiver Politiker hatte sich Sarkozy übrigens nie für mehr Komfort in den stark überfüllten französischen Gefängnissen ausgesprochen. Als innenpolitischer Hardliner forderte er vielmehr, dass Verurteilungen von mehr als sechs Monaten nicht auf Bewährung ausgesetzt und Hafterleichterungen nicht ermöglicht werden sollten.

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