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Zurück ins Wartezimmer: CSU fordert Ende der telefonischen Krankmeldung

Gesundheitssystem

CSU will die telefonische Krankschreibung abschaffen

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    Wer krank ist, soll sich nach dem Willen der CSU wieder in eine Arztpraxis aufmachen müssen, um einen Krankenschein zu erhalten.
    Wer krank ist, soll sich nach dem Willen der CSU wieder in eine Arztpraxis aufmachen müssen, um einen Krankenschein zu erhalten. Foto: Sebastian Gollnow, dpa

    Um Fehlzeiten in Unternehmen und Behörden zu reduzieren, plant die CSU eine Änderung bei der Krankschreibung. Die telefonische Krankmeldung soll abgeschafft werden, wie aus dem Entwurf des Beschlusspapiers der bevorstehenden Jahresauftaktklausur in Kloster Seeon hervorgeht. Das Dokument liegt unserer Redaktion exklusiv vor.

    Mit der Einführung der telefonischen Krankschreibung im Jahr 2021 seien die Fehltage um 40 Prozent nach oben gegangen, heißt es darin. „Diesen Zustand, der unsere Wirtschaft zunehmend belastet, wollen wir beenden. Die telefonische Krankschreibung wollen wir deshalb abschaffen“, fordern die Christsozialen.

    Bis zu fünf Tage Krankschreibung am Telefon

    Während der Corona-Pandemie hatte die damalige Bundesregierung die Möglichkeit eingeführt, um die Hausärzte zu entlasten und die Ansteckung mit dem Covid-Erreger in den Wartezimmern einzudämmen. Ende 2023 wurde die telefonische Krankschreibung dann dauerhaft etabliert. Patienten müssen bei leichten Erkrankungen nicht mehr in der Praxis vorstellig werden.

    Der Arzt kann sie aufgrund der per Telefongespräch geschilderten Symptome bis zu fünf Tage krankschreiben. Eine Verlängerung ist telefonisch nicht möglich. Wer länger krank ist, muss für eine Folgebescheinigung eine Praxis aufsuchen. In vielen Unternehmen bestehen Karenzregelungen. Mitarbeiter können sich beispielsweise für drei Tage krankmelden ohne ein Attest vorlegen zu müssen.

    „Deutschland muss Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und darf nicht weiter zurückfallen. Für uns ist klar: Wer krank ist, soll nicht arbeiten, aber ein Arztbesuch zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist sachlich angemessen, zumutbar und richtig“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann unserer Redaktion.

    Die Beschäftigten in Deutschland fallen lange aus

    Der Krankenstand in Deutschland ist höher als in anderen vergleichbaren Ländern. Eine Untersuchung der Industrieländerorganisation OECD für das Jahr 2022 war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beschäftigen hierzulande im Schnitt 25 Tage krankheitsbedingt nicht zur Arbeit kommen konnten. Das war der höchste Wert unter den verglichenen Ländern. Auf den nächsten Rängen folgten Lettland und Tschechien mit 20 Tagen beziehungsweise 19 Tagen. Im Mittelfeld lagen die Nachbarn Belgien (15 Tage), Niederlande (15 Tage) und Frankreich (14 Tage). Mit durchschnittlich sechs Krankheitstagen fehlten die Arbeitnehmer in Bulgarien am wenigsten. Eine Auswertung der AOK unter den 15 Millionen Mitgliedern bestätigt die OECD-Statistik. Demnach waren sie im Jahr 2023 durchschnittlich 24 Tage krank.

    Jüngst hatte Mercedes-Personalchefin Britta Seeger beklagt, dass das Krankmelden in Deutschland zu einfach gehe. Dem Unternehmen zufolge fielen die Mitarbeiter in den deutschen Mercedes-Werken beinahe doppelt so lange aus wie ihre Kollegen in anderen Ländern.

    Analyse: Telefonische Krankschreibung ist nicht der Grund für hohen Krankenstand

    Das unabhängige Iges-Institut für Gesundheitsforschung ist in einer Analyse zu dem Ergebnis gelangt, dass die telefonische Krankschreibung kein Treiber des Krankenstandes sei. Die Steigerung erkläre sich zu einem Teil damit, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mittlerweile elektronisch direkt an die Kassen ohne Meldeverzug übermittelt werde. In der Bevölkerung gebe es außerdem eine höhere Sensibilität bei Erkältungen und grippeartigen Erkrankungen nicht mehr zur Arbeit zu gehen, um Kollegen nicht anzustecken.

    Die Reduzierung der Fehltage ist nicht der einzige Vorschlag der CSU, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Die für 2028 geplante schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer wollen wir bereits auf den 1. Juli 2026 vorziehen“, heißt es im Abschlusspapier dazu. Bedingung dafür sei genügend finanzieller Spielraum im Haushalt.

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