Startseite
Icon Pfeil nach unten
Ratgeber
Icon Pfeil nach unten
Haustiere
Icon Pfeil nach unten

Hitzegefahr im Sommer: So kühlen Sie Ihren Hund richtig ab

Hunde

Hitzegefahr im Sommer: So kühlen Sie Ihren Hund richtig ab

  • |
  • |
  • |
  • |
    In der Sommerhitze bietet ein Badeausflug Hunden eine willkommene Erfrischung.
    In der Sommerhitze bietet ein Badeausflug Hunden eine willkommene Erfrischung. Foto: japono, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Während sich viele Menschen bei Sonnenschein und 30 Grad über das warme Sommerwetter freuen, ist es Hunden mit ihrem dichten Fell meist deutlich zu heiß. Bei hohen Temperaturen sollten Hundebesitzerinnen und -besitzer daher besonders auf ihr Haustier achtgeben und ihm möglichst viel Abkühlung verschaffen. Mit welchen Tipps und Tricks das am besten gelingt, was Sie bei Hitze lieber vermeiden sollten und wie Sie Ihrem Hund im Notfall helfen, erfahren Sie in diesem Artikel.

    Warum leiden Hunde besonders unter der Hitze im Sommer?

    „Hunde sind gemacht für eine Umgebungstemperatur von rund 14 Grad“, erklärt Tierarzt Fabian von Manteuffel im NDR. Huskys, Neufundländer und andere Hunderassen mit besonders dickem Fell bevorzugen sogar noch kühlere Temperaturen. Kein Wunder also, dass viele Vierbeiner an heißen Sommertagen nicht unbedingt in Topform sind – bei kälterem Wetter fühlen sie sich in der Regel einfach wohler.

    Da Hunde nur über einige wenige Schweißdrüsen an den Pfoten verfügen, können sie sich nicht wie wir Menschen durchs Schwitzen Kühlung verschaffen, sondern regulieren ihre Körperwärme durch das Hecheln herunter. Auf diese Weise kann mehr Feuchtigkeit in den Schleimhäuten verdunsten, was einen kühlenden Effekt hat. Das erklärt die Tierrechtsorganisation PETA auf ihrer Website. Darüber hinaus können Sie die Vierbeiner mit verschiedenen Maßnahmen auch aktiv bei der Abkühlung unterstützen.

    Was kann man tun, um Hunden bei Hitze Abkühlung zu verschaffen?

    Die Tierrechtsorganisation PETA empfiehlt Hundebesitzerinnen und -besitzern bei großer Hitze auf folgende Dinge zu achten, um die hohen Temperaturen für sie erträglicher zu machen:

    • Ausreichend Wasser zur Verfügung stellen: Da beim vermehrten Hecheln viel Feuchtigkeit verdunstet, sollten Hunde bei hohen Temperaturen mehr Wasser trinken. Achten Sie darauf, dass der Napf zu Hause stets mit frischem Wasser gefüllt ist. Für unterwegs sollten Sie eine Wasserflasche mitnehmen und dem Hund daraus regelmäßig etwas zu trinken anbieten.
    • Die Fütterung anpassen: Kleinere Portionsgrößen sind für Hunde bei Hitze leichter verdaulich. Reduzieren Sie also die Nahrungsmenge und füttern Sie den Hund dafür etwas öfter. Tierärztin Cornelia Fricke rät zudem auf ihrer Internetseite dazu, mehr Nassfutter bereitzustellen oder frisches Gemüse und Obst als Leckerbissen zu verfüttern, um die Flüssigkeitsaufnahme des Hundes zu erhöhen.
    • Körperliche Anstrengungen meiden: Auf sportliche Aktivitäten wie das Laufen neben dem Fahrrad sollte bei hohen Temperaturen verzichtet werden. Insbesondere Hunderassen mit zuchtbedingt verkürzten Nasen wie Möpse oder Bulldoggen sollten bei Hitze vor zu großer Anstrengung geschont werden, da für sie die natürliche Temperaturregulation ohnehin erschwert ist.
    • Zeit und Wege bei Spaziergängen anpassen: Am besten verschieben Sie größere Spaziergänge mit dem Hund im Sommer auf die kühleren Morgen- und Abendstunden und suchen sich möglichst schattige Routen aus. Der Untergrund kann sich in der Sonne extrem aufheizen und vor allem bei Asphalt besteht die Gefahr, dass sich der Vierbeiner darauf die Pfoten verbrennt. Vorsicht ist nach Angaben von Manteuffels jedoch auch bei Spaziergängen durch Getreidefelder geboten. Denn die Getreideähren stellen für Hunde ein erhebliches Verletzungsrisiko dar.
    • Das Fell pflegen: Vor allem bei langhaarigen Rassen sorgt ein gekürztes Fell für Abkühlung. Zusätzlich empfiehlt Fricke, das Fell regelmäßig zu bürsten, um lose Haare zu entfernen und so für eine bessere Luftzirkulation zu sorgen.
    • Kühle Plätze zum Ausruhen schaffen: Wie Fricke zudem rät, sollten Sie sich vergewissern, dass Ihrem Hund stets ein kühler Rückzugsort zur Verfügung steht – sei es im Schatten unter einem Baum oder ein kälterer Raum im Haus. Nasse Handtücher oder Kühlmatten, auf die sich der Hund legen kann, helfen hier zusätzlich.
    • Baden gehen: Falls Ihr Vierbeiner nicht wasserscheu ist, verschafft ihm ein Sprung in den See oder das Planschen im Bach eine willkommene Abkühlung. Dabei sollten Sie aber unbedingt auf einen möglichen Befall mit Blaualgen achten, die für Hunde sehr gefährlich sein können.
    • Im Auto Klimaanlage einschalten statt Fenster öffnen: Beim Autofahren mit Hund sollten Sie darauf verzichten, die Fenster zu öffnen, da die Zugluft bei dem Tier schmerzhafte Augenentzündungen herbeiführen kann. Stattdessen lieber die Klimaanlage zur Kühlung verwenden. Auf keinen Fall dürfen Sie Ihren Hund bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurücklassen, denn die sich schnell anstauende Hitze im Inneren des Wagens ist für ihn lebensbedrohlich.

    Wie helfen Sie Ihrem Hund bei einem Hitzschlag?

    Eine Überhitzung kann für Hunde schnell gefährlich werden, warnt Tierärztin Cornelia Fricke auf ihrer Internetseite. Insbesondere ältere und übergewichtige Hunde sind anfällig bei hohen Temperaturen, aber auch langhaarige und kurzköpfige Rassen sind ebenso wie Hunde mit Vorerkrankungen stärker gefährdet.

    Zu den typischen Symptomen, an denen man einen Hitzschlag beim Hund erkennen kann, zählen laut Fricke ein erhöhter Herzschlag und eine schnelle, flache Atmung, ein taumelnder Gang, Erbrechen oder Durchfall, Bewusstseinsstörungen sowie eine erhöhte Körpertemperatur ab 40,5 Grad. Von Manteuffel ergänzt Teilnahmslosigkeit, glasige Augen und eine dunkelrote Zunge als Anzeichen für eine starke Überhitzung.

    Besteht ein Verdacht auf Hitzschlag, rät Fricke dazu, den Hund sofort in einen kühlen Raum oder zumindest in den Schatten zu bringen. Bieten Sie dem Tier Wasser an, zwingen Sie es jedoch nicht zum Trinken, wenn es keinen Durst hat. Die Bundestierärztekammer empfiehlt, das überhitzte Tier zudem vorsichtig mit Wasser zu kühlen. Dabei sollten jedoch gerade bei älteren Hunden und jenen mit Vorerkrankungen und Kreislaufproblemen keine großen Mengen kalten Wassers verwendet werden. Stattdessen können Fell und Haut schonend besprüht oder feuchte Handtücher aufgelegt werden. Die Handtücher sollten dabei oft gewechselt und immer wieder nass gemacht werden.

    Abgesehen von den genannten Ersthilfe-Maßnahmen sollten Sie in dieser Situation stets einen Tierarzt aufsuchen, da ein Hitzschlag wie auch beim Menschen einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt und der Hund auf zusätzliche medizinische Versorgung angewiesen ist. Das gilt nach Angaben der Bundestierärztekammer auch dann, wenn sich das Tier bereits erholt zu haben scheint.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren