Hunde zählen zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen, und eine neue Studie hat sogar herausgefunden, dass die Fellnasen mehr und mehr zum Kinderersatz werden. Entsprechend kümmern sich viele Halter sehr fürsorglich um ihre Hunde. Dabei kommen die verschiedensten Fragen auf: Dürfen Hunde Erdbeeren essen? Wie sieht es mit Wassermelone aus? Und kann man dem Hund im Sommer zur Abkühlung ein Eis geben?
Auch gesundheitliche Fragen dürften den ein oder anderen Hundehalter umtreiben: Sollte mein Hund bei Regen oder Kälte einen Mantel tragen? Warum frisst er Gras? Und: Muss ich meinen Hund regelmäßig entwurmen? Alle Infos rund um die Wurmkur lesen Sie hier.
Übrigens: Wenn Hunde ihren Kopf neigen, sieht das oft süß aus. Hinter der Geste steckt aber noch viel mehr.
Warum sind Würmer gefährlich für Hunde?
Hunde kommen beim Spielen und Schnüffeln unweigerlich früher oder später mit Würmern und ihren Eiern in Kontakt. Doch warum ist das problematisch? Bei Würmern handelt es sich laut den Online-Tierärzten von felmo.de um sogenannte Endoparasiten. Sie siedeln sich im Darm an und können sich dort vermehren. Besonders gefährlich ist eine Infektion für sehr junge oder sehr alte Tiere sowie für Hunde mit einem geschwächten Immunsystem.
In der Regel zeigen Hunde bei einem Wurmbefall erst Symptome, wenn sie bereits „sehr stark verwurmt“ sind, erklärt felmo.de. Bei diesen Anzeichen sollte dann unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden:
- (blutiger) Durchfall
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Abmagerung
- Juckreiz am Anus – zu erkennen am Rutschen auf dem Po, das auch als „Schlittenfahren“ bezeichnet wird
Schreitet der Wurmbefall weiter fort, können sich die Symptome verschlimmern und die Gesundheit des Tieres weiter gefährden. Der Verein Europäische Fachgruppe zu Parasiten bei Tieren (ESCCAP) warnt, die Gefahren eines Wurmbefalls niemals zu unterschätzen. Dieser könne sich schädigend auf den Körper sowie das Immunsystem des Hundes auswirken. Festzustellen seien etwa Veränderungen im Blutbild, erhöhte Leberwerte oder auch Nährstoffmangel sowie Wachstumsstörungen bei jungen Hunden. Welpen könnten aufgrund eines schweren Wurmbefalls sogar sterben.
Auch für Menschen kann eine Infektion des Hundes gefährlich werden. Die Wurmeier können nämlich nicht nur über den Kot, sondern auch über den Speichel des Hundes übertragen werden. Beim Menschen können die Parasiten für gesundheitliche Beschwerden und sogar schwere Erkrankungen sorgen. Gerade für Kinder ist eine Infektion laut felmo.de sehr gefährlich.
Hund entwurmen: Ist das wirklich nötig?
Um gesundheitlichen Problemen bei Mensch und Tier vorzubeugen, sollten Hunde regelmäßig entwurmt oder auf Würmer getestet werden, erklärt ESCCAP. Dem Verein zufolge sollte man dabei lieber die Finger von Hausmitteln wie etwa Kokosöl, Zwiebeln oder Knoblauch lassen. Diese können dem Hund schaden und zu Allergien oder sogar Vergiftungen führen. Zudem gebe es zur Wirksamkeit solcher Hausmittel bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Für eine Wurmkur rät ESCCAP daher zu speziell für Hunde zugelassene Präparate. Laut fressnapf.de kann dabei zwischen verschiedenen Entwurmungsmitteln gewählt werden: Spot-on-Präparat, Entwurmungstablette, Entwurmungspaste oder eine Injektion beim Tierarzt.
Wer seinem Hund die routinemäßige Entwurmung ersparen möchte, kann laut felmo.de auch mit Wurmtests in regelmäßigen Abständen arbeiten. Der Hund wird dann nur behandelt, wenn wirklich ein Wurmbefall vorliegt. Wichtig ist allerdings, dass die Tests bei Bandwürmern generell als zu unsicher gelten und ein negativer Befund bei der Kotuntersuchung eine Wurminfektion nicht zu 100 Prozent ausschließt. Das liegt laut den Online-Tierärzten des Portals daran, dass es nach einer Infektion je nach Wurmart mindestens vier Wochen dauert, bis Wurmeier im Kot nachgewiesen werden können.
Bei der Frage, ob ein Wurmtest gemacht oder besser ein Entwurmungsmittel verabreicht werden sollte, scheiden sich die Geister. Laut felmo.de wird die geeignete Wurmvorsorge auch unter Experten „ausgiebig diskutiert“. Eine klare Antwort gibt es also nicht.
Wurmkur beim Hund: Wie häufig sollte man sie machen?
Wie häufig man seinen Hund entwurmen oder auf Würmer testen sollte, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Laut ESCCAP sollte man sich dabei nach den Gewohnheiten und Lebensumständen seiner Fellnase richten:
- Alle drei Monate entwurmen: Hunde, die Kontakt zu anderen Hunden haben, nur unter Aufsicht draußen sind, nicht zur Jagd eingesetzt werden und keine Beutetiere fressen, sollten viermal im Jahr, also alle drei Monate, entwurmt oder auf Würmer getestet werden.
- Jeden Monat entwurmen: Hunde, die Kontakt zu anderen Hunden haben, ohne Aufsicht draußen sind, zur Jagd eingesetzt werden oder selbst jagen und ihre Beute fressen, sollten einmal im Monat entwurmt oder auf Würmer getestet werden.
Neben diesen Richtwerten gibt es ESCCAP zufolge noch weitere Faktoren zu beachten. Werden Hunde zum Beispiel mit rohem Fleisch gefüttert, das nicht eingefroren war, besteht eine erhöhte Bandwurmgefahr. Diese Hunde sollten alle sechs Wochen behandelt oder getestet werden. Auch wer mit seinem Hund ins Ausland reist, muss unter Umständen eine Wurmkur durchführen. Der Nachweis über die Entwurmung zählt nämlich in vielen Ländern zu den Einreisebestimmungen.
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