Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen – kein Wunder, dass viele Hundehalter ihre Tiere auch mitnehmen, wenn sie weitere Strecken zurücklegen müssen. Deshalb werden Hunde auch gerne mit ins Auto gesetzt. Doch dabei sollten Hundehalter im Kopf behalten, dass Autofahren nicht nur für Menschen, sondern auch für die geliebten Vierbeiner gefährlich sein kann. Die Tiere können sogar ein besonderes Sicherheitsrisiko im Auto darstellen. Wieso Hunde beim Mitfahren nicht einfach ins Auto gesetzt werden dürfen und welche Möglichkeiten es gibt, die Haustiere gut zu transportieren, lesen Sie hier.
Hund im Auto: Wieso sollten Hunde richtig gesichert sein?
Die deutsche Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht laut der ARAG-Versicherung für den ungesicherten Transport von Hunden keine spezifischen Bußgelder vor. Allerdings gelten Haustiere demnach als Ladung. Und die muss laut § 22 StVO gesichert sein, sonst droht ein Bußgeld von 35 Euro. Kommt zu dem Verstoß eine Gefährdung oder eine Sachbeschädigung hinzu, können es laut der Versicherung auch 60 Euro oder 75 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg werden.
Doch nicht nur wegen Geldbußen sollten Hundehalter davon absehen, den Hund einfach so ins Auto zu setzen: Wie der ADAC warnt, kann falsch oder nicht gesichertes Mitfahren von Hunden ein großes Sicherheitsrisiko im Auto darstellen – sowohl für Menschen als auch für die Hunde selbst. Komplett frei und ungesichert sollte ein Vierbeiner deshalb auf keinen Fall mitfahren.
Denn beispielsweise bei einem Bremsmanöver können Hunde nach vorn geschleudert werden und damit zu einer echten Gefahr werden. Kommt es zu einem Unfall, könne laut ADAC außerdem ein geschockter oder verletzter Hund auch für Rettungskräfte und Ersthelfer eine ernst zu nehmende Gefahr sein, wenn er sich im Fahrzeuginnenraum frei bewegen kann.
Eine repräsentative Umfrage vom Autohändler Autoscout24 zeigte, dass immerhin 82 Prozent der Hundebesitzer ihren Fellfreund fachgerecht transportieren. Aber das bedeutet umgekehrt: Etwa jeder fünfte Hund ist im Auto nicht ausreichend gesichert. Dabei gibt es zahlreiche praktikable Möglichkeiten, wie Hundehalter ihre Haustiere sicher mit ins Auto nehmen können.
Hund im Auto: Welche Transportsysteme gibt es?
Auf der Suche nach Transportsystemen haben Hundehalter eine große Auswahl: Es gibt spezielle Gurtsysteme, Hundekörbchen und Softtaschen, Trenngitter und große Boxen und noch viel mehr. Die Systeme für Hunde unterscheiden sich neben ihrem Material und ihrer Sicherungstechnik auch darin, wo der Hund im Wagen untergebracht wird. Je nach System ist ein Transport auf der Rücksitzbank, im Fußraum hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz oder im Kofferraum möglich. Vom Transport auf dem Beifahrersitz rät der ADAC strengstens ab. Welches System sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Größe des Tieres ab. Doch einige Transportsysteme versagen im Ernstfall und bieten dem Hund keinen Schutz, wie Crashtests zeigen.
Übrigens: Eine Krankenversicherung für Hunde kann Herrchen und Frauchen vor einer finanziellen Belastung durch hohe Tierarztkosten schützen - sofern man bestimmte Fallstricke beachtet.
Hund im Auto: Geschirre und Gurtsysteme zum Anschnallen
Um den Hund im Auto zu sichern, gibt es spezielle Geschirre oder Gurtsysteme. Sie funktionieren in Verbindung mit dem im Wagen verbauten Sicherheitsgurt, der auch menschliche Passagiere schützt. Mit dem Durchführen von Schlaufen oder Fixiermechaniken werden Sicherheitsgurt und Hundegeschirr miteinander verbunden.
Der ADAC sieht solche Geschirr-Systeme als Grundvoraussetzung und Ergänzung für alle Hundetransportsysteme, bei denen das Tier nicht in einer Box gesichert wird. Das heißt: Der Hund sollte nicht ausschließlich mit einem Gurt gesichert werden. Warum das so ist, zeigte auch 2018 die Stiftung Warentest beim Test unterschiedlicher Systeme. Zunächst haben bei den Geschirren einen zu großen Bewegungsradius. Je mehr Platz das Tier hat, schreibt Stiftung Warentest, desto höher das Risiko, dass es beim Fahren in Stress gerät oder sich in einer brenzligen Situation verletzt.
Und beim Crashtest rissen einige der Geschirre unter dieser Belastung, der Hunde-Dummy flog demnach ungebremst durch die Luft. „Ein echter Hund würde das kaum überleben. Und auch für die menschlichen Passagiere bestünde Lebensgefahr“, erklärt die Stiftung Warentest. Die Geschirre zweier Hersteller blieben beim Crash heil, schützen demnach dennoch nicht. „Ihre Gurte ziehen sich zu weit aus. Der Hund würde beim Unfall mit voller Wucht gegen den Vordersitz prallen“, so das Ergebnis der Tester.
Achtung: Bei hohen Temperaturen dürfen Hunde auch auf keinen Fall alleine im Auto gelassen werden, sonst herrscht Todesgefahr durch Überhitzung für die Vierbeiner. Jeden Sommer machen deshalb Meldungen die Runde, dass Autoscheiben eingeschlagen wurden, um Hunde zu retten. Denn den Tieren kann im Sommer die Hitze stark zu schaffen machen. Das gilt nicht nur fürs Auto: Im Landkreis Konstanz ließ eine Hundehalterin ihren Hund in einer Tragetasche in der Hitze stehen, während die Frau baden ging – ihr droht jetzt eine Strafe.
Hund im Auto: Softtaschen, Trageboxen und Hundekörbchen
Um dem Hund Schutz zu bieten, gibt es unterschiedliche tragbare Taschen und Boxen. Sie werden laut ADAC idealerweise im Kofferraum oder auch im Fußraum hinter Fahrer- und Beifahrersitz verstaut oder mit dem Sicherheitsgurt des Autos verbunden.
Softtaschen, die mit dem Isofix-System am Auto fixiert werden können, sind laut dem ADAC ein geeignetes System, sofern sie korrekt eingebaut und passend zur Größe des Hundes gewählt werden. Allerdings entstehen bei einem Aufprall im Falle eines Unfalls große Kräfte auch bei kleinen Hunden. Die Stiftung Warentest testete unter anderem Stoffsysteme zur Hundesicherung und zeigten, dass die Produkte bei einem Unfall nicht sicher waren: „Der Dummy durchschlug den Stoff, als wäre er aus Papier – und sauste aus beiden Stoffboxen heraus“, heißt es im Testbericht.
Hundekörbchen für den Rücksitz gelten als Lösung für den Transport kleinerer Hunde. Hier ist es laut ADAC aber wichtig, ein zusätzliches Sicherungssystem zu nutzen, etwa einen stabilen Brustgurt für den Hund. Im Praxisversuch des ADAC wurde der ungesicherte Hunde-Dummy im Körbchen bereits bei einem Ausweichmanöver hinausgeschleudert.
Eine weitere beliebte Transportmöglichkeit sind Trageboxen aus Kunststoff oder Metall. Boxen aus Kunststoff bieten laut ADAC relativ viel Sicherheit zum günstigen Preis. Hundehalter sollten dabei aber möglichst stabile Modelle aus Metall wählen. Sie sind den Kunststoffboxen überlegen. Der Dummy der Stiftung Warentest durchbrach im Crashtest die Rückseiten der Plastikboxen. Dabei entstanden scharfe Kanten, die das Tier verletzen können.
Bei der Frage, wo die Tragebox am besten im Auto untergebracht wird, sind sich Experten und Tester einig: Am sichersten ist sie im Kofferraum. „Plastikboxen und Drahtkäfige für kleine Hunde passen zwar auf die Sitze, stehen dort aber gefährlich“, erklärt die Stiftung Warentest. „Sie werden bei einem Aufprall nur zurückgehalten, wenn sie im Kofferraum direkt an der Rücksitzbank anlehnen.“
Hund im Auto: Trenngitter und große Kofferraum-Boxen
Die beliebteste Art der Deutschen, ihren Vierbeiner zu transportieren, ist die befestigte Gitterbox im Kofferraum. Rund ein Drittel der Hundebesitzer befördert ihren Hund laut Autoscout24 auf diese Weise. Oft werden die Gitterboxen fest im Wagen verbaut oder mit Spanngurten befestigt, damit sie während der Fahrt oder bei einem Unfall nicht durch den Kofferraum geschleudert werden. Auch die Stiftung Warentest ist von Metallboxen im Kofferraum überzeugt: „Die stabilen Kisten eignen sich am besten für Vierbeiner.“ Darin überstanden die Dummys die Fahrmanöver problemlos, heißt es im Testbericht.
Dennoch warnen ADAC und Stiftung Warentest, den Tieren nicht zu viel Bewegungsfreiheit im Kofferraum zu geben: Bei einem Unfall oder plötzlichen Ausweichmanöver könne das Tier laut Stiftung Warentest über eine größere Distanz fliegen und gegen die Wände des Kofferraums geschmettert werden. Deshalb ist laut dem ADAC wichtig, dass das Größenverhältnis zwischen der gewählten Box und Hund passt. Dabei sollte sie lieber eine Nummer kleiner sein: „Platz zum Liegen sollte vorhanden sein, Raum zum Hin- und herwandern aber nicht“, erklärt der Automobilclub.
Ebenfalls beliebt ist laut Autoscout24 ein durch ein Trenngitter abgegrenzter Kofferraum: Rund 22 Prozent lassen ihre Hunde auf diese Weise mitfahren. Hier rät der ADAC allerdings dazu, das Trenngitter nur als zusätzlichen Schutz für den Hund einzusetzen und das Tier im Kofferraum zusätzlich durch eine Box oder ein Gurtsystem zu sichern. Außerdem sollten die Hundehalter die Gitter sicher im Fahrzeug verankern, etwa über die Rückenlehnenverriegelung und mit Spanngurten.
Übrigens: Eine Studie hat untersucht, ob Hunde immer mehr zum Kinderersatz werden. Ob Mensch und Hund zusammenpassen, hängt dabei auch von der Gemütslage des Tieres ab.
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