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Hund statt Kind: Werden sie immer mehr zum Kinderersatz?

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Hund statt Kind: Werden sie immer mehr zum Kinderersatz?

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    Werden Hunde für moderne Familien zum Kinderersatz?
    Werden Hunde für moderne Familien zum Kinderersatz? Foto: Vasyl, stock.adobe.com (Symbolbild)

    In Industrieländern kann man seit einigen Jahren zwei Trends beobachten: Die Geburtenrate sinkt, die Zahl der Hundehalter steigt. Menschen bekommen also immer weniger Kinder. Der OECD-Bericht 2024 zeigt, dass die Geburtenrate seit den 1960er Jahren kontinuierlich gesunken ist. Der Durchschnitt liegt mittlerweile bei 1,5 Kindern pro Frau, deutlich unter der für ein stabiles Bevölkerungsniveau benötigten Rate von 2,1 Kindern pro Frau. In Deutschland sank der Wert von 2,4 auf knapp 1,5 Kinder pro Frau. Andererseits legen sich immer mehr Menschen in westlichen und asiatischen Gesellschaften einen Hund zu. In Deutschland wohnen laut Statista 10,5 Millionen Hunde bei Menschen. Fast jeder fünfte Haushalt beherbergt mindestens einen Vierbeiner zu Hause.

    Hund als Kinderersatz? Neue Studie untersucht Bedeutung von Haustieren

    Eine ungarische Meta-Studie zum Thema „Neudefinition von Elternschaft und Familie – Die kindliche Rolle von Hunden in westlichen Gesellschaften“ von der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest erschien zuletzt im Fachjournal European Psychologist. Das Fazit der Forscherinnen und Forscher: Immer öfter werden Hunde als vollwertige Familienmitglieder betrachtet. Zwar ersetzen sie nicht einfach Kinder, jedoch füllen sie emotionale Lücken. Familiäre Netzwerke wurden über die Zeit immer kleiner durch den Wegfall traditioneller Großfamilien und Gemeinschaften. Hunde werden stattdessen zu einem bedeutenden Teil von modernen Familien.

    Hunde statt Kinder: Warum entscheiden sich Menschen dafür?

    Die Leiterin der Forschungsgruppe, Enikő Kubinyi, erklärt, dass Hunde Liebe, Kameradschaft und ein Gefühl der Verantwortung bieten. Damit ähneln sie der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, nur in einem einfacheren Rahmen: Hunde sind leichter zu kontrollieren, zu pflegen und günstiger in der Lebenshaltung. Hunde können eine ähnliche Bindung zu ihren Bezugspersonen aufbauen wie Kleinkinder, das spricht das Bedürfnis von Menschen an, sich zu kümmern.

    Steigende Kosten, veränderte Lebensgewohnheiten und zunehmende Einsamkeit können ebenfalls Gründe für die Entscheidung für einen Hund sein, so Kubinyi. In der Regel entscheiden sich Menschen heutzutage sehr bewusst für einen Hund. Hunde können in jedem Lebensabschnitt verschiedene Rollen übernehmen:

    • In einem viel beschäftigten und einsamen Leben werden sie zum Kameraden.
    • Paare holen sich einen Hund, quasi als Probelauf für ein Baby – wobei ein Hund wohl noch um einiges pflegeleichter ist.
    • Die Hunde können später zu Spielkameraden für die Kinder werden und ihnen Verantwortung beibringen.
    • Oder Eltern, deren Kinder das Nest verlassen haben, können ihre Energie in die Betreuung und Erziehung eines Vierbeiners stecken.

    Es gibt vielfältige Motivationen von „Hundeeltern“: Für einige sind Hunde ein zusätzliches Familienmitglied, andere entscheiden sich bewusst gegen Kinder und für ein Haustier. Grad und Art des „Dog Parenting“ variieren stark und hängen von den Lebensumständen ab. Dabei sollte immer das Wohl des Tieres und eine artgerechte Haltung im Vordergrund stehen. Dazu mahnt auch das Forschungsteam der ungarischen Studie, das den Trend, Hunde nach kindlichem Aussehen auszuwählen, bedenklich findet. Bei entsprechenden Rassen wie Mops oder Französischer Bulldogge handelt es sich um Qualzuchten, die mit erheblichen gesundheitlichen Folgen für die Hunde einhergehen. Die Untersuchung zeigte aber auch, dass nur wenige Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer ihre Tiere tatsächlich wie menschliche Kinder behandeln. „In den meisten Fällen wählen Menschen Hunde gerade deshalb, weil sie keine Kinder sind – und weil sie ihre artspezifischen Bedürfnisse anerkennen.“, so Kubinyi.

    Übrigens: Kürzlich wurde in den USA wieder der hässlichste Hund der Welt gekürt. Und wenn Sie sich schon einmal gefragt haben, warum Hunde ihren Kopf neigen – es ist mehr als nur eine süße Geste.

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