Wenn Tiere zu wenig trinken, kann das verschiedene Ursachen haben. Gerade im Sommer bei Hitze ist es aber besonders wichtig, dass Hunde genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Warum das so ist und was man machen kann, wenn der eigene Vierbeiner nicht genug trinkt.
Hund trinkt zu wenig: Diese möglichen Ursachen gibt es
Eine pauschale Antwort darauf, wie viel ein Hund trinken sollte, gibt es nicht. Die Trinkmenge hängt laut Focus Tierarzt von mehreren Faktoren ab, wie Größe, Außentemperatur, Aktivität und Futter. Als Faustregel nennt der tierärztlich geprüfte Ratgeber happyhunde.de, dass ein Hund pro Tag zwischen 20 und 100 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken sollte. Dabei spielt auch die Ernährung eine Rolle: Hunde, die mehr Trockenfutter bekommen, müssen mehr trinken, um ihren Bedarf zu decken. Hunde, die viel Nassfutter fressen, trinken meist weniger.
Wenn ein Hund zu wenig trinkt, kann das verschiedene mögliche Ursachen haben, informieren happyhunde.de und fressnapf.de:
- Wassernapf oder Wasser sind schmutzig
- Angst vor dem Napf, zum Beispiel weil er einmal laute Geräusche gemacht hat
- Futterumstellung oder Futtermittelallergien, die zu Bauchschmerzen oder Übelkeit führen
- der Hund hat Stress (etwa durch veränderte Routinen, eine Reise oder Rangkämpfe mit anderen Hunden)
- Magen-Darm-Erkrankungen
- Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen
- Nierenerkrankungen im Anfangsstadium
Nach Narkosen und Operationen ist es übrigens normal, dass ein Hund zu wenig trinkt, schreibt happyhunde.de. Da er beim Tierarzt Infusionen bekommen hat, ist sein Flüssigkeitshaushalt damit gedeckt.
Warum zu wenig Flüssigkeit für Tiere gefährlich werden kann
Wenn Hunde über längere Zeit zu wenig trinken, besteht die Gefahr der Dehydration, informiert zooplus.de. Dadurch werden Organe in ihren Funktionen eingeschränkt, was im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden kann. Gerade bei Magen-Darm-Erkrankungen ist die Wasseraufnahme sehr wichtig, informiert happyhunde.de, da Erbrechen und Durchfall dem Körper Flüssigkeit entziehen. Durch mangelnde Flüssigkeit kann es zu Vergiftungen und Organversagen kommen.
Einen dehydrierten Hund erkennt man laut happyhunde.de daran, dass er schläfrig, aber auch benommen und sehr abgeschlagen wirkt. Außerdem weisen veränderte Mundschleimhäute auf eine Dehydration hin: Sie werden, wie auch die Zunge und die Haut, sehr trocken und fühlen sich warm an. Der Hund setzt meistens deutlich weniger Urin ab, die Farbe ist zwischen dunkelgelb und orange.
Übrigens: Hundehalter beschäftigen sich viel mit der Gesundheit ihres Hundes und fragen sich beispielsweise: Wie häufig sollte man eine Wurmkur machen oder seinen Hund auf Würmer testen lassen? Die Antwort, ob alle drei Monate oder jeden Monat, hängt von den Lebensumständen der Fellnase ab.
Hund trinkt nicht genug – diese Maßnahmen können helfen
Zunächst gibt es einige Tipps, mit denen man selbst versuchen kann, den Vierbeiner zu mehr Wasseraufnahme zu motivieren. Zooplus.de und happyhunde.de empfehlen zum Beispiel:
- mehrere Wassennäpfe an verschiedenen Orten im Haus aufstellen
- das Futter des Hundes mit etwas Wasser vermischen
- das Wasser schmackhafter machen, zum Beispiel Leckerlis oder zerquetsche Früchte wie Blaubeeren mit in den Wassernapf geben (Achtung, manche Obstsorten sind giftig für Hunde, etwa Weintrauben, Kirschen und Zitrusfrüchte)
- statt aus einem Wassernapf trinken manche Hunde lieber aus einem Trinkbrunnen
- Gemüse- oder Hühnerbrühe können als gesunde Alternative zu Wasser dienen (sie sollten frei von Zucker und Zusatzstoffen sein)
- selbstgemachtes Hundeeis oder Obst und Gemüse mit einem hohen Wasseranteil (zum Beispiel Gurke oder Wassermelone ohne Kerne) erhöhen die aufgenommene Trinkwassermenge
Focus Tierarzt empfiehlt außerdem, sicherzustellen, dass der Hund in Ruhe fressen und trinken kann und nicht von anderen Haustieren oder Kindern gestört wird. Zu Hilfsmitteln wie Milch sollten Hundebesitzer aber besser nicht greifen. Die vertragen Hunde nämlich nicht gut.
Wenn alle Versuche nichts bringen und der Hund weiterhin zu wenig oder gar nichts trinkt, sollten Hundehalter nicht zu lange zögern, zum Tierarzt zu gehen, gerade bei Welpen und Junghunden. Bei einem erwachsenen Hund ist ein Tag mit wenig oder keinem Wasser laut Focus Tierarzt nur ein Grund zur Sorge, wenn weitere Symptome hinzukommen, wie Durchfall, Erbrechen, Fieber, Anzeichen von Schmerzen oder Abgeschlagenheit.
Ein Tierarzt kann den Hund auf mögliche Erkrankungen hin untersuchen und ihm in Form von Infusionen Flüssigkeit direkt in die Venen oder als Bolus unter die Haut geben, informiert zooplus.de.
Übrigens: Familien haben immer öfter Hunde, aber keine Kinder. Eine ungarische Studie hat untersucht, ob und wieso die Haustiere oft als Kinderersatz dienen.
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