Für viele Haustierbesitzer ist der Tod eines Tieres ein schmerzhafter Verlust. Die emotionale Bindung zu Hund, Katze oder Pferd reicht oft weit über das Alltägliche hinaus – sie sind Familienmitglieder, treue Begleiter, Seelentröster. Einige können sich nach dem Tod des geliebten Haustieres lange nicht dazu durchringen, einen neuen Hund oder eine neue Katze ins Haus zu holen. Aber was wäre, wenn man das Tier sozusagen „zurückbekommen“ könnte – etwa in Form eines Klons?
Diese Frage wirft die aktuelle Berichterstattung rund um den ehemaligen NFL-Quarterback Tom Brady auf. Er hat nach eigener Aussage seinen verstorbenen Hund Lua klonen lassen. Sieht so die Zukunft der Haustierhaltung aus? Und wie ist die rechtliche Lage zum Klonen in Deutschland?
Tom Brady: Sein jetziger Hund ist ein Klon von verstorbenem Haustier
Tom Brady ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Spieler, den der American Football je gesehen hat. Nach seinem Karriereende macht er abseits des Platzes Schlagzeilen. Kürzlich wurde bekannt, dass sich der siebenfache Super-Bowl-Champion für eine ungewöhnliche Form der Erinnerung entschieden hat: Er ließ seine geliebte Hündin Lua klonen, die von ihm und seiner damaligen Ehefrau Gisele Bündchen adoptiert wurde und im Dezember 2023 verstarb, berichteten verschiedene Medien wie die britische Tageszeitung The Guardian.
Brady verkündete diese Information demnach am Dienstag, dem 4. November 2025, im Rahmen einer Erklärung des Biotechnologie-Unternehmens Colossal Biosciences, in das Brady auch investiert hat. Colossal gab gleichzeitig die Übernahme des Klonunternehmens Viagen Pets and Equine bekannt. Die beiden Firmen planen, ihre Technologien zu bündeln, um Klondienstleistungen für Tierhalter und Artenschutzprojekte auszuweiten.
Viagen Pets and Equine besitzt laut The Guardian die Rechte an der Technologie, die 1996 zur Klonung des Schafes Dolly verwendet wurde, und hat demnach bereits Hunde für Promis wie Barbra Streisand und Paris Hilton geklont. Die Firma verlangt laut The Guardian für das Klonen eines Hundes zwischen 50.000 bis 85.000 US-Dollar.
Tom Brady erklärte: „Ich liebe meine Tiere. Sie bedeuten mir und meiner Familie alles.“ Die emotionale Bindung zu seinem Haustier war offenbar so stark, dass er sich für eine genetische Kopie entschied. Aus dem früheren Pitbull-Mischling der Familie, Lua, wurde der aktuelle Hund namens Junie geklont. Nach Bradys Aussage sei für die nicht-invasive Klontechnologie nur eine einfache Blutentnahme bei ihrem alten Familienhund nötig gewesen, bevor er starb.
Wie funktioniert das Klonen von Tieren?
Den Prozess des Klonens von Tieren erklärte Claudia Klein, Veterinärmedizinerin und Leiterin des Instituts für Nutztiergenetik am Friedrich-Loeffler-Institut, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Vereinfacht gesagt wird beim Klonen genetisches Material, meist Bindegewebszellen, aus dem Originaltier entnommen und in eine Eizelle eingesetzt, deren eigener Zellkern zuvor entfernt wurde. Dieser künstlich erzeugte Embryo wird dann in ein Leihmuttertier eingepflanzt.
Jedoch sei Klonen ineffizient, so Klein. Die Erfolgsrate liege bei zwei bis drei Prozent. Zudem könnten durch das Klonen nicht der Charakter oder Leistungsmerkmale eines Tieres nachgebildet werden, da diese auch von anderen Faktoren abhängen – ein Punkt, der vielen Haustierbesitzern aber vermutlich wichtig ist, wenn sie ihren geliebten Vierbeiner zurückhaben wollen. So warnte auch der Medizinethiker Samuel Gorovitz gegenüber der New York Times vor einer „Selbsttäuschung“ der Haustierbesitzer – es handelt sich eben nicht um genau dasselbe Tier, das man nach seinem Tod „wiedererwecken“ könne, sondern um einen genetisch identischen Zwilling.
Der Spiegel berichtete, dass das Klonen von Haus- und Nutztieren etwa von Firmen in den USA und China durchgeführt werde, aber umstritten sei. Auch Sportpferde kämen mittlerweile aus dem Labor: So würden in Argentinien gentechnisch veränderte Polopferde gezüchtet. Seit 2024 gibt es laut dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den ersten europäischen Anbieter in Spanien. Aber wie ist die Lage in Deutschland?
Ist Klonen von Haustieren auch in Deutschland möglich?
Wie die dpa informierte, ist kommerzielles Klonen von Tieren in Deutschland nicht erlaubt. Da es als Tierversuch gilt, darf nach dem Tierschutzgesetz nur zu bestimmten Zwecken – wie Forschung – und nur mit behördlicher Genehmigung geklont werden.
Tierschutzorganisationen kritisieren das Klonen außerdem als unnötig und riskant. So lehnt der Deutsche Tierschutzbund das Klonen von Tieren ab und fordert ein generelles Verbot, auch für Versuchstiere. Vor allem Leihmütter oder „Ammentiere“ würden beim Klonen unter den Hormonbehandlungen und schweren Geburten leiden. Zudem könnte das Verfahren zu gesundheitlichen Problemen bei den geklonten Tieren führen.
Fazit: Tom Bradys Entscheidung bringt das Thema Haustiere klonen in die öffentliche Debatte. Während die Technologie beeindruckt, bleibt die Frage: Sollten wir Tiere klonen, nur weil wir es können? Für Brady ist die Antwort klar. In Deutschland stehen dieser Zukunft der Haustierhaltung rechtliche Vorgaben im Weg.
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