Sie teilen mit uns Haus und Sofa, werden geknuddelt, gestreichelt, umsorgt – doch so viel Nähe birgt auch Risiken. Denn Hunde können Träger von Würmern sein, die nicht nur ihrer eigenen Gesundheit schaden, sondern auch auf den Menschen übergehen können. Besonders tierliebe Familien mit Kindern sollten deshalb gut Bescheid wissen: Welche Würmer gibt es? Wie steckt man sich an? Und was lässt sich tun, um sich selbst und den geliebten Vierbeiner zu schützen?
Übrigens: Wenn Hunde den Kopf neigen, handelt es sich dabei um mehr als nur eine süße Geste. Meist steckt dahinter ein echter Denk-Prozess.
Würmer beim Hund – welche sind für den Menschen besonders gefährlich?
Würmer sind sogenannte Endoparasiten – also Parasiten, die im Inneren eines Lebewesens, in diesem Fall meist im Darm von Hunden und Katzen, leben und sich von ihrem Wirt ernähren. Diese Parasiten produzieren Eier oder Larven, die über den Kot der Tiere in die Umwelt gelangen und dort wochen- bis monatelang infektiös bleiben können, erklärt Boehringer Ingelheim auf seiner Website.
Das Tückische: Viele Hunde wirken selbst bei einem Wurmbefall völlig gesund. „Erst bei einer länger bestehenden Erkrankung sind Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, glanzloses, struppiges Fell, Juckreiz oder Gewichts- und Konditionsverlust erkennbar“, schreibt die Tierklinik Zweibrücken. Doch bereits vorher können die Tiere Wurmeier in ihrer Umgebung verbreiten – und genau hier beginnt das Risiko für den Menschen.
Spulwürmer (Toxocara canis) etwa zählen laut dem Parasitenportal von Tier-Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim zu den häufigsten Parasiten bei Hunden und sind auch für Menschen relevant. Ihre Eier können mit dem Kot ausgeschieden und über Erde, Pflanzen oder sogar über das Fell des Hundes in unsere Haushalte getragen werden. Werden diese winzigen Eier versehentlich über den Mund aufgenommen, können die Larven durch menschliches Gewebe wandern und dabei verschiedene Organe schädigen.
Auch Hakenwürmer bergen Gefahren. Deren Larven können aktiv durch die Haut eindringen, etwa beim Barfußlaufen im Garten oder auf dem Spielplatz. Hier verursachen sie die gefürchtete Hauterkrankung Larva migrans cutanea, wie Boehringer Ingelheim erklärt.
Noch seltener, aber umso gravierender: Infektionen mit Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) oder Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Hierbei gelangen die winzigen Eier über kontaminiertes Obst, ungewaschene Hände oder direkten Fellkontakt in den menschlichen Körper. Dort bilden sich tumorartige Zysten, meist in der Leber. Eine alveoläre Echinokokkose ist lebensgefährlich und nur schwer behandelbar, warnt MSD Manuals.
Infektion mit Würmern – an diesen Symptomen leiden Menschen
Nicht alle Wurmarten, die Hunde befallen, sind für den Menschen gefährlich — aber einige können durchaus ernsthafte Beschwerden verursachen. Die Symptome hängen dabei stark von der jeweiligen Wurmart und vom befallenen Organ ab. Typische Symptome einer Infektion sind laut MSD Manuals und Boehringer Ingelheim:
- Bauchschmerzen, Fieber, allgemeines Unwohlsein durch Larvenwanderung im Körper
- Husten, Atemnot bei Lungenbeteiligung
- Juckende Hautveränderungen durch Larvenwanderungen in der Haut
- Sehstörungen bis zur Erblindung bei Befall des Auges durch Spulwurmlarven
- Zysten in Leber, Lunge oder anderen Organen – häufig erst Jahre später spürbar
Treten nach engem Kontakt mit Hunden — insbesondere bei bekannter Wurmbelastung oder nach Reisen in Risikogebiete — ungeklärte Bauchschmerzen, Atembeschwerden, Hautveränderungen oder Sehstörungen auf, sollte man zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Der Arzt kann über Bluttests, Bildgebung (CT, MRT, Ultraschall) und Stuhluntersuchungen eine Infektion abklären. Die Behandlung richtet sich nach der Wurmart und reicht von medikamentöser Therapie mit Antiparasitika bis zur chirurgischen Entfernung von Zysten.
Würmer beim Hund: Wie steckt sich der Mensch überhaupt an?
Der Hauptübertragungsweg für den Menschen ist laut MSD Manual der fäkal-orale Weg: Wurmeier aus Hundekot können über Gartenarbeit oder ungewaschenes Obst von Menschen aufgenommen werden. Aber auch das Streicheln eines infizierten Tieres – Wurmeier können durch den Speichel eines infizierten Tieres ins Fell gelangen – kann zu einer Infektion führen. Dabei überleben die Eier von Band- und Spulwürmern monatelang in der Umwelt.
Gerade Kinder sind laut der Tierklinik Zweibrücken gefährdet: Sie spielen in Sandkästen oder im Garten und stecken sich dabei oft unbemerkt die Hände in den Mund und nehmen so Wurmeier auf.
Würmer beim Hund – So schützen Sie sich vor einer Übertragung
Wer sich und seine Familie schützen will, sollte vorbeugen – und zwar auf mehreren Ebenen wie der European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) empfiehlt:
- Regelmäßige Entwurmung: Hunde mit unbeaufsichtigtem Auslauf oder Kontakt zu Beutetieren sollten laut ESCCAP mindestens viermal pro Jahr entwurmt werden.
- Strikte Hygiene: Hundekot stets beseitigen und im Restmüll entsorgen, nicht auf dem Kompost. Hände nach jedem Kontakt mit Tieren oder Erde gründlich waschen.
- Fütterung beachten: Auf rohes Fleisch und ungekochte Innereien sollte verzichtet werden, um Bandwurminfektionen zu verhindern.
Eine Kotuntersuchung kann laut ESCCAP ebenfalls sinnvoll sein. Allerdings gilt: Sie zeigt nur an, ob das Tier zum Zeitpunkt der Untersuchung Wurmeier ausscheidet – eine Infektion dazwischen kann dennoch unentdeckt bleiben.
Übrigens: Die Hundesteuer ist bei Haltern ein umstrittenes Thema. Denn je nach Kommune fällt die Hundesteuer in Gemeinden und Städten 2025 unterschiedlich hoch aus. In einer Stadt in Niedersachsen wird die Hundesteuer hingegen für bestimmte Hunde abgeschafft.
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