Im Allgäu treiben es viele gerne auf die Spitze. Im Moment sind Gipfeltouren natürlich keine gute Idee. Viel zu viel Schnee liegt in der Höhe. Gut, dass die Bergregion auch flach kann - auch wenn die Tour in ein Hochmoor führt. Das Werdensteiner Moos bei Immenstadt ist eines der größten im Allgäu. Im Moment kann man ihm beim Aufwachen zusehen. Zartes Grün sprießt aus dem Schilf, hier und da eine Ente … Ein feiner, gemütlicher Spaziergang ist es aber auch jetzt schon, mit immer wieder schönen Ausblicken auf die Wasserflächen, in denen sich die Wolken spiegeln oder auf den mächtigen Grünten.
Fast vier Kilometer ist der Rundweg durch das Werdensteiner Moos lang. Auf Hackschnitzeln geht es angenehm federnd dahin, für klassische Kinderwagen ist das allerdings eine mühsame Angelegenheit. Zahlreiche Infotafeln und Erlebnisstationen für Kinder erzählen von der Tierwelt, die in diesem renaturierten Stück Natur wieder heimisch geworden ist.
Vier Kilometer lang ist die Tour durch das Werdensteiner Moos
Bekannt ist das Werdensteiner Moos vor allem für seine Schlangen-Population. In dem 80 Hektar großen Moorgebiet fühlen sich vor allem Kreuzottern wohl. Und dazu eine Allgäuer Besonderheit: die schwarze Höllenotter. Vielleicht ist der Name etwas ungerecht, dennoch zählt der Kreuzotterbestand im Werdensteiner Moos zu den wichtigsten im Allgäu. Um ihren Bestand zu sichern, wurden dreizehn Winterquartiere angelegt, darin haben sie sich noch gut eingeringelt. Im Sommer kann man ihnen dann beim Sonnen auf warmen Steinen zuschauen.
Überall Biberspuren im Werdensteiner Moos
Das alles erfährt man ganz nebenbei auf den zahlreichen grünen Infotafeln. Und da spielen auch mal Tiere eine Hauptrolle, die ihnen ansonsten nur selten zukommt. Verschiedene Insektenarten und Libellen, Frösche und Schmetterlinge dürfen hier der Star sein. Den Bibern darf man ins Nest schauen - zumindest auf einer Infotafel, ansonsten sind ihre Spuren im Moos nicht zu übersehen. Angenagte Stämme sind treue Wegbegleiter über weite Strecken im Werdensteiner Moos.
Auf dem Aussichtsturm auf halber Strecke kann man aus neuer Perspektive auf die Landschaft schauen. Das Werdensteiner Moos hat eine beeindruckende Geschichte. Früher der Torfabbau, dann Fichtenwald und nun ist es wieder ein nahezu in sich ruhendes Naturgebiet. Nach über drei Jahrzehnten wachsen wieder neue Torfschichten heran, kehren die Moorwälder zurück und das Wasser staut sich in den alten Entwässerungsgräben metertief. Das Moorgebiet zählt mit dem nahen Oberdorfer Moos zum Netz der europäischen Schutzgebiete “Natura 2000“. Die Spaziergänger und Ausflügler freuen sich besonders über die großen Wasserflächen und den Fernblick auf die Allgäuer Alpen. Später im Jahr kann man an den Picknickplätzen den Ausflug ausdehnen und sich intensiver auf die Naturbeobachtung einlassen. Das Werdensteiner Moos kann auch in eine leichte Radrunde ab Immenstadt eingebaut werden.
Tipps für einen Ausflug zum Werdensteiner Moos
Parken: auf dem Parkplatz in Thanners. Vier Stunden kosten vier Euro.
Das Werdensteiner Moos: Der vier Kilometer lange Rundweg ist eben. Ein geländegängiger Kinderwagen ist dennoch wegen den Hackschnitzeln auf dem Weg zu empfehlen. Es gibt mehrere Bänke und Picknickecken im Moorgebiet.
Einkehren: Direkt am Eingang zum Werdensteiner Moos in Thanners ist der Haxnwirt. Das Burgcafé Werdenstein, Burgweg 7, 87509 Immenstadt.
Radtour zum Werdensteiner Moos ab Immenstadt: rund 23 Kilometer, 120 Höhenmeter. Über den Rauhenzeller See und den Illerradweg zum Werdensteiner Moos. Weitere Informationen unter Alpsee-Grünten-Tourismus, info@alpsee-gruenten.de, Tel. 08321/609200, www.alpsee-gruenten.de
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