Auf der beliebten Urlaubsinsel Teneriffa hat ein lang ersehntes Großbauprojekt nun offenbar grünes Licht vom Cabildo von Teneriffa und der Kanarischen Regierung bekommen. Wie unter anderem die spanische Zeitung El Día berichtete, werden rund 66,4 Millionen Euro investiert, um künftig eine der wichtigsten Verkehrsadern der Insel zu entlasten. Die Maßnahme könnte auch für Urlauber weniger lästige Wartezeiten in Staus und dadurch mehr Zeit für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten bedeuten. Einzelheiten zum Bauvorhaben wurden laut der Tageszeitung Diario de Avisos bei einer offiziellen Pressekonferenz bekannt gegeben. Worum es genau geht und ab wann mit einer Verbesserung auf den Straßen zu rechnen ist, erfahren Sie hier.
Bauprojekt zur Verkehrsentlastung auf Teneriffa: Um welche Straße geht es?
Konkret geht es um die Autobahn TF-5 in Fahrtrichtung Santa Cruz – laut El Día die wichtigste Verbindung zwischen dem Ballungsraum und dem Norden. Wie es in dem Bericht weiter heißt, soll die Fahrbahn zwischen Guamasa und San Lázaro von zwei auf drei Spuren erweitert und die strategischen Anschlussstellen zum Flughafen Teneriffa Nord neu organisiert werden. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch einen besseren Verkehrsfluss auf einer Strecke, die täglich von rund 110.000 Fahrzeugen befahren wird. Neben der Neuordnung der Verkehrsströme soll der Ausbau der dritten Fahrspur auch Konfliktpunkte beseitigen sowie die Verkehrssicherheit auf einem besonders sensiblen Abschnitt verbessern.
Das Projekt sei demnach als strukturelle Lösung für eine der Hauptverkehrsadern gedacht, auf der bislang täglich Tausende von Menschen von Staus betroffen sind. Die Präsidentin des Cabildo von Teneriffa, Rosa Dávila, wies in diesem Zuge auf die Schwierigkeiten der Insel im Aspekt Mobilität hin und betonte vor allem die menschliche Dimension des Problems. Die aktuelle Situation habe nicht nur Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung Teneriffas, sondern beeinträchtige auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Das Mobilitätsprojekt sei daher „nicht nur ein weiteres Bauvorhaben“, vielmehr diene es als direkte Antwort auf ein infrastrukturelles Problem.
Wie der Webseite der Kanarischen Regierung zu entnehmen ist, sieht das Projekt den Bau einer neuen direkten Verbindung zum Flughafen Teneriffa Nord vor, die es ermöglichen soll, die Nord-Süd-Ströme voneinander zu trennen und so gegenseitige Beeinträchtigungen zu verringern. El Día berichtete zudem unter Berufung auf Bauingenieur Miguel Grande, dass rund 25 Prozent der Fahrzeuge, die derzeit die Flughafen-Anbindung nutzen, zukünftig in Richtung Norden ein- und ausfahren können, ohne die am stärksten belasteten Stellen passieren zu müssen.
So soll die Baumaßnahme vor Überschwemmungen schützen
Neben dem verbesserten Verkehrsfluss umfasst das Projekt Diario de Avisos zufolge auch eine ökologische Komponente. Da die umliegenden Schluchten nicht dazu in der Lage seien, größere Wassermengen aufzunehmen, soll mit dem Bau von sechs Rückhaltebecken und Versickerungsbrunnen das Regenwasser aufgefangen, aufbereitet und gefiltert werden, bevor es in den Boden gelangen kann. Dadurch sollen Überschwemmungen vermieden und die Umwelt geschützt werden. Eine Technik, die in anderen Städten zwar üblich ist, auf der Insel laut Bericht jedoch Pioniercharakter hat.
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Zeitplan: Was müssen Urlauber zum Großbauprojekt auf Teneriffa wissen?
Eine große Herausforderung bei dem Projekt stelle jedoch die Durchführung dar. Die geplante Bauzeit beläuft sich Diario de Avisos zufolge auf 35 Monate. Während dieser Zeit müssen die Arbeiten ohne Verkehrsunterbrechungen durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die derzeitigen zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung durchgängig erhalten bleiben. Um die Auswirkungen auf die Umgebung möglichst zu minimieren, soll das Bauprojekt zum Großteil auf bereits vorhandenen Flächen realisiert werden. Insgesamt sei eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern vorgesehen – hauptsächlich in der Nähe von Gewerbegebieten.
Das Unterfangen habe nach Angaben der Kanarischen Regierung das Interesse von neun Firmen aus der Branche geweckt. Geplant sei laut El Día, den Zuschlag noch vor dem Sommer zu erteilen, sodass die Bauarbeiten möglichst bald beginnen können. Ein konkretes Datum ist derzeit (Stand April 2026) allerdings noch nicht bekannt. Bis zur geplanten Entlastung müssen sich Einheimische als auch Urlauber also noch eine ganze Zeit lang gedulden. Zumindest sollten durch die Baumaßnahmen keine zusätzlichen Stauzeiten entstehen. Allerdings soll der Verkehr schrittweise umgeleitet werden, wodurch es zu Änderungen bei der Verkehrsführung kommen kann.
Übrigens: Ein wiederkehrendes Wetterphänomen auf Teneriffa sorgt gelegentlich für schlechte Sicht auf der Insel und betrifft damit unter Umständen auch Autofahrer.
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