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Das Ballonmuseum Gersthofen ist spannend für Kinder: Von Ballonen, Abenteurern und lustigen Anekdoten

Ausflugstipp

Ein Brotkorb als Schutzhelm? Kuriose Heldengeschichten werden im Ballonmuseum in Gersthofen erzählt

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    Der Ballon Erdlieb im Ballonmuseum Gersthofen.
    Der Ballon Erdlieb im Ballonmuseum Gersthofen. Foto: Marcus Merk

    Das mit den Spitznamen ist so eine Sache. Manchmal sind sie nett gemeint und manchmal ja so gar nicht. Genauso ist es dem Ballon im Ballonmuseum Gersthofen ergangen, der hier das zentrale Ausstellungsstück ist. Der über alle Stockwerke führende spiralförmige Abgang des Museums windet sich um den farbenfrohen und eindrucksvollen Gasballon. Stolz und erhaben wirkt er mit seiner ganz bayerisch geprägten Gondel und seiner rot-gelben Hülle. Sein Eigentümer, Baron Lütgendorf, hatte im Jahre 1786 Großes mit ihm vor. Als richtiges Event wollte er die erste Fahrt des Ballons in einem Garten der Stadt Augsburg inszenieren, verkaufte Eintrittskarten für den Start, auch um die Kosten seines Vorhabens zu finanzieren. Die Veranstaltung war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, da der Ballon einfach nicht steigen wollte. Das erzeugte Gas konnte die Last nicht tragen. Auch weitere Versuche scheiterten, sodass Lütgendorf statt Anerkennung und Bewunderung nur Spott und Häme erntete und letztlich aus der Stadt verwiesen wurde. Zu allem Überfluss erhielt sein herrschaftlicher Ballon auch noch den unliebsamen Spitznamen „Erdlieb“. Der hatte ja immerhin die Erde so lieb, dass er sie gar nicht verlassen wollte.

    Das Ballonmuseum erzählt auch von Katastrophen

    Dass nicht nur den „Erdlieb“ eine solche Panne heimsuchte und in der Geschichte des Ballonfahrens sogar zu einigen Unfällen und gar Katastrophen kam, erfährt man dann im weiteren Verlauf des Museums. Aber auch über rekordverdächtige Erfolge kann man da lesen, wie beispielsweise der erstmaligen Umrundung der Erde durch zwei Schweizer im Jahre 1999. Sie starteten in den Schweizer Alpen und landeten 21 Tage später in der ägyptischen Wüste. Sie machten sich dabei den so genannten Jetstream zu eigen, einem sehr schnellen Wind in ca. 10.000 Metern Höhe, der den Ballon mit bis zu 150 Stundenkilometern voranbrachte.

    Wer wissen möchte, wie es sich so anfühlt, in einem Ballonkorb zu stehen, der kann dies ausprobieren und so gleich herausfinden, ob eine Ballonfahrt in Zukunft einmal in Frage käme. Auch einen Nachbau der ersten Gondel eines Stratosphärenballons gibt es im Museum, der zudem begehbar ist. Im Inneren der Aluminiumgondel wird per Knopfdruck von dem spektakulären Erstversuch berichtet, der mit einer Bruchlandung in den Bergen endete. Zum Schutz vor dem Aufprall hatten sich die zwei Insassen aus ihren Brotkörben Schutzhelme gebastelt. Not macht wirklich erfinderisch!

    Für Kinder ist im Ballonmuseum einiges geboten

    Für Kinder werden im Museum, neben den vielen spannenden Geschichten der Ballonfahrtgeschichte, oftmals Veranstaltungen angeboten. An einigen Sonntagen gibt es zudem eine Mitmachkinderführung (ab 6 Jahren) mit anschließendem Besuch des Museumlabors, indem dann unter Aufsicht Versuche durchgeführt werden. Parallel dazu findet eine Erwachsenenführung für die Eltern statt. Vor einem Besuch lohnt sich also unbedingt ein Blick auf die Homepage des Museums.

    Tipps für den Besuch des Ballonmuseums

    Adresse: Ballonmuseum Gersthofen, Bahnhofstraße 12, 86368 Gersthofen
    Öffnungszeiten: Mittwoch 13 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 13 bis 17 Uhr und Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis 17 Uhr.
    Preise: Erwachsener 3,50 €, Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren 1,50 €, Kinder unter 7 Jahren sind frei. Tickets können am Automaten am Eingang erworben werden.
    Barrierefrei: Das Ballonmuseum verfügt über einen Aufzug. Alle Etagen sind somit barrierefrei erreichbar. Einige Exponate sind jedoch nicht barrierefrei, wie z.B. der Ballonkorb.
    Weitere Informationen: https://www.ballonmuseum-gersthofen.de

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