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Mallorca: Ärger um Weihnachtsmarkt in Palma – Anwohner protestieren

Mallorca

Mallorca: Ärger um Weihnachtsmarkt in Palma – Anwohner protestieren

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    Weihnachtsmarkt in Palma 2021: Ein Weihnachtsbaum beleuchtet den Platz vor der Kathedrale.
    Weihnachtsmarkt in Palma 2021: Ein Weihnachtsbaum beleuchtet den Platz vor der Kathedrale. Foto: Isaac Buj, dpa (Archiv)

    Verstopfte Straßen, steigende Immobilienpreise und Müll: Der Massentourismus auf Mallorca sorgt bei den Einheimischen zunehmend für Unmut. Diesen Winter soll in der Inselhauptstadt Palma ein Weihnachtsmarkt im „nordischem“ Stil stattfinden, berichtet die Zeitung Diario de Mallorca – offenbar organisiert von einem österreichischen Unternehmer. Anwohnerinnen und Anwohner haben sich am Sonntag am geplanten Veranstaltungsort versammelt, um gegen das Vorhaben zu demonstrieren.

    Wie die balearische Zeitung Última Hora schreibt, soll „Christmas in Palma“ vom 21. November bis zum 6. Januar 2025 im Parc de Sa Feixina stattfinden, einer städtischen Grünfläche mit Skatepark und Spielplatz in der Nähe des Hafens. Dass dort ein Weihnachtsmarkt veranstaltet werden soll, sei hinter dem Rücken der Anwohner, Kunsthandwerker und Marktverkäufer entschieden worden, bemängelte der Nachbarschaftsverein der angrenzenden Viertel bei dem Protest am Sonntag. Das geht aus einem Bericht der Zeitung Ara Balears hervor.

    Anwohner in Palma protestieren im Parc de la Feixina gegen Weihnachtsmarkt

    Es habe sich um eine „willkürliche Entscheidung ohne öffentliche Ausschreibung, ohne Konsens und mit Begünstigungen“ gehandelt. „Wir werden den Park zwei Monate lang nicht mehr nutzen können, um uns auszuruhen, zu spielen, mit dem Hund spazieren zu gehen, zu lesen, Sport zu treiben, Kontakte zu knüpfen und vieles mehr, damit ein privates Geschäft in Weihnachtsverkleidung entstehen kann“, kritisierte der Verein laut Ara Balears.

    Zudem störten sich die Anwohnerinnen und Anwohner an der Dauer der Veranstaltung. „45 Tage mit jeweils zwölf Stunden Musik ist eine Ungeheuerlichkeit in einer der wenigen grünen Lungen Palmas“, sagte der Organisator der Initiavie, Íñigo Antolín, der Mallorca Zeitung.

    Übrigens: Ähnlich wie in Deutschland finden in der Adventszeit auch auf Mallorca Weihnachtsmärkte statt. Dort werden häufig lokale Produkte sowie Kunsthandwerk angeboten und es wird Glühwein getrunken – auch wenn die Temperaturen auf den Balearen im Winter meist milder ausfallen.

    Handwerksverband bemängelt fehlende Einbindung durch die Stadtverwaltung

    Wie der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen Mallorcas (Pimem) meldet, ärgert sich auch der Verband des Kunsthandwerks „Gremi d’Oficis Artesans“ über den neuen Markt. Der Stadtrat habe die Entscheidung getroffen, ohne die bereits bestehenden Märkte zu berücksichtigen, kritisieren die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker der städtischen Weihnachtsmärkte: „Wir sind der Meinung, dass unser Ausschluss eine verpasste Chance darstellt, die lokale Wirtschaft zu fördern und die Verbindung zu den Anwohnern zu stärken.“ Man hätte in der Hauptstadt von Mallorca einen einzigen, zusammenhängenden Raum schaffen sollen, in dem sich alle lokalen Geschäfte und auch die Anwohner vertreten und beteiligt fühlen.

    Der Verband fordert daher von der Stadtverwaltung, den neuen Weihnachtsmarkt und die bereits bestehenden Märkte an einem einzigen Standort zu integrieren. „Wir wollen nicht konkurrieren“, betonen die Handwerkerinnen und Handwerker. Man wolle lediglich an der Gestaltung einer lebendigen Stadt mitwirken und nicht davon ausgeschlossen werden.

    Gegenüber der Zeitung Diario de Mallorca teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung von Palma Ende Oktober mit, dass die Kritik der Anwohnenden ernst genommen werde. Man werde sicherstellen, dass sie keine Lärmbelästigungen erleiden. Ziel des Marktes sei es, die festliche Stimmung in der Vorweihnachtszeit zu verstärken und den Verkauf lokaler Produkte zu fördern.

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