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Ungarn: 11 Reisetipps für Kultur, Natur und Küche im Überblick

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Kultur, Küche, Natur: Elf Ungarn-Tipps für Reisende

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    Die Donau teilt die ungarische Hauptstadt in zwei: Buda und Pest.
    Die Donau teilt die ungarische Hauptstadt in zwei: Buda und Pest. Foto: frank peters - stock.adobe.com

    Knapp ein Monat ist vergangen, seit Péter Magyar Viktor Orbán als Ministerpräsident abgelöst hat – und mit dem Machtwechsel kommt Bewegung ins Land: Anti-Korruptions- und Institutionsreformen sind angekündigt, der Ton gegenüber Medien soll offener werden, mehr Pressefreiheit ist in Aussicht. Minderheiten sollen nach jahrelanger Benachteiligung wieder gestärkt werden.

    Vor allem aber zeigt sich der Wille zu einem besseren Verhältnis zur EU. Das schafft Aufbruchsstimmung – und macht Lust, Ungarn als Teil Europas wiederzuentdecken. Denn das Land überzeugt mit beeindruckender Architektur, vielfältiger Natur und einzigartiger Kultur. Hier kommen elf Reisetipps – von Städten über Wander- und Radstrecken, Traditionen zum Erleben bis zum perfekten Ausflugsziel mit Kindern.

    1.

    Ungarns Hauptstadt: Budapest, die Perle der Donau

    Schöne Sightseeing-Spaziergänge und viel Geschichte: Budapest hat einiges zu bieten. Die Hauptstadt liegt direkt an der Donau, die die Stadt in zwei Bereiche teilt: Buda und Pest. Die Buda-Seite ist der ruhige und hüglige Teil. Hier befinden sich die Fischerbastei und der Burgpalast, die einen wunderschönen Blick auf die Stadt bieten. Pest hingegen ist flacher und sprüht vor Energie. Urlauber sollten sich hier unbedingt das berühmte Parlamentsgebäude anschauen. Im Anschluss kann ein Drink im Jüdischen Viertel genossen werden. Dort haben Einheimische verlassene Gebäude in Ruinenbars umgewandelt.

    Das ungarische Parlamentsgebäude ist ein imposanter Bau direkt an der Donau.
    Das ungarische Parlamentsgebäude ist ein imposanter Bau direkt an der Donau. Foto: Tibor Illyes/MTI via AP/dpa (Archiv)
    2.

    Natur pur: Erholungsgebiet am Donauknie

    Auch Naturliebhaber kommen in Ungarn auf ihre Kosten. Gut 30 Kilometer nördlich von Budapest, kurz vor der slowakischen Grenze, liegt das Donauknie. Zwei direkt aufeinanderfolgende Flussbiegungen geben der Region ihren Namen. Umgeben von Wäldern und sanften Gebirgen ist der Ort wie geschaffen für eine Auszeit in der Natur. Besonders im Sommer kommen viele Wassersportler und Kurzurlauber zu den Uferzonen und Flussinseln. Besucher können das Gebiet mit verschiedenen Wanderwegen oder mit einer Bootsfahrt erkunden.

    3.

    Reingeschmeckt: Ungarisches Streetfood, Gulasch und Sterneküche

    Die Nagy Vásárcsarnok (Große Markthalle) in Budapest ist ein Pflichtstopp für Feinschmecker: Auf drei Etagen warten über 180 Stände und Läden. Ideal, um sich mit ungarischer Salami, Kolbász (Paprikawurst) und Gewürzen einzudecken. Im obersten Geschoss gibt es zahlreiche Imbissbuden, die ungarische Streetfood-Klassiker wie Lángos oder Kürtőskalács (Baumstriezel) anbieten.

    Wer an die ungarische Küche denkt, denkt an Gulasch. Beim Szolnoki Gulyásfesztivál, dem Gulaschfestival, wird jährlich das beste Gulasch gekürt.
    Wer an die ungarische Küche denkt, denkt an Gulasch. Beim Szolnoki Gulyásfesztivál, dem Gulaschfestival, wird jährlich das beste Gulasch gekürt. Foto: Manuela Rüther/dpa-tmn (Symbolbild)

    Gutes Gulasch gibt’s in Ungarn überall. Wer sich aber durch verschiedene Varianten probieren will, kann das beim Szolnoki Gulyásfesztivál, empfiehlt das Online-Reiseportal Wunderbares Ungarn. Am 11. und 12. September 2026 kochen Teams im Erholungsgebiet Tiszaliget bei Szolnok ihre Gulaschsuppen ganz traditionell im Bogrács (Kessel) über offenem Feuer. Wer tiefer in die Aromen der ungarischen Küche eintauchen möchte – und dafür auch etwas mehr Budget übrig hat –, wird ebenfalls fündig: 12 der 76 im Michelin Guide gelisteten Restaurants setzen auf traditionelle ungarische Küche.

    4.

    Fünfkirchen: Grabkammern mit einzigartiger Bauweise

    Bereits zur vorgeschichtlichen Zeit war Pécs, bekannt als Fünfkirchen, ein Siedlungsort und ist somit einer der ältesten Städte Ungarns. Seit dem Jahr 2000 gehört der frühchristliche Friedhof der antiken Stadt Sopianae, dem heuten Pécs, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Grabkammern aus dem dritten und vierten Jahrhundert sind in ihrer zweistöckigen Bauweise einzigartig in Europa. Geschmückt werden sie von Wandfresken, die wichtige biblische Motive abbilden.

    5.

    Zu Fuß durch Ungarn: Wanderung am Szalajka See

    Egal, ob leichter Spaziergang oder schwierige Wanderung, in Ungarn werden alle fündig. Verschiedene Touren führen mitten durch Wälder und über sanfte Hügel. Sogar einige Touren auf erloschene Vulkane gibt es. Ein Highlight abseits des Donauknies ist der Szalajka-See-Rundweg im Nordosten Ungarns, empfiehlt die offizielle Website des Bükki-Nationalparks. Auf knapp zehn Kilometern kommen Wanderer vorbei an Wasserfällen, Höhlen und kleinen Seen. Der Weg ist ideal für Hobbywanderer.

    6.

    Tradition erleben: Táncház und ungarische Streichmusik

    Wer tief in ungarische Traditionen eintauchen möchte – statt nur die typischen Touristenstationen abzuklappern –, findet in Táncház den womöglich den besten Zugang. Der Begriff bezeichnet sowohl „Tanzhäuser“ als auch Tanzveranstaltungen und zählt seit 2022 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Viele sind öffentlich zugänglich und Tanzerfahrung ist nicht nötig: Die Paar- oder Gruppentänze werden oft von den Live-Bands und Tanzmeistern mit einfachen Schritten angeleitet.

    Ganz nebenbei erlebt man dort ein zweites Kulturerbe: die ungarische Streichband-Tradition. Gespielt wird bei Tänzen und Festen, immer in der Besetzung Geige–Bratsche–Kontrabass, regional ergänzt durch weitere Streicher oder auch Rohrblattinstrumente.

    7.

    Ungarns alte Hauptstadt: Esztergom

    Vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts war Esztergom die erste Hauptstadt des Königreichs Ungarn. Die Stadt liegt beim Donauknie, der Fluss bildet die Grenze zur Slowakei. Läuft man über die Maria-Valeria-Brücke, so ist man schon in der slowakischen Stadt Sturovo. Besonders sehenswert ist die Basilika von Esztergom, die Kathedrale St. Adalbert. Mit ihrer großen grünen Kuppel überragt sie als größte Kirche Ungarns die Stadt.

    Die Basilika in Esztergom, Ungarns alter Haupstadt, ist die größte Kirche des ganzen Landes. Zum Themendienst-Bericht "Tourismus/Ungarn" von Andreas Heimann vom 26. Mai: Die größte Kirche des ganzen Landes in Esztergom - das "ungarische Rom" liegt direkt an der Donau. (Honorarfreie Veröffentlichung nur für gms-Themendienstbezieher)
    Die Basilika in Esztergom, Ungarns alter Haupstadt, ist die größte Kirche des ganzen Landes. Zum Themendienst-Bericht "Tourismus/Ungarn" von Andreas Heimann vom 26. Mai: Die größte Kirche des ganzen Landes in Esztergom - das "ungarische Rom" liegt direkt an der Donau. (Honorarfreie Veröffentlichung nur für gms-Themendienstbezieher) Foto: Andreas Heimann, Dpa
    8.

    Mit dem Fahrrad: tagsüber fahren, abends in heißen Quellen entspannen

    Ungarn lässt sich auch wunderbar per Rad erkunden. Wer es zum Beispiel ruhig und idyllisch mag, kann den Theiß-Weg fahren. Der liegt im Osten des Landes und führt von Tokaj bis Szeged. Über 300 Kilometer geht es über weite Strecken entlang des Flusses Theiß durch die weite ungarische Tiefebene. Die Route ist überwiegend flach und liegt abseits großer Straßen. So können Radfahrer in Ruhe die Vogelreservate, Thermalbäder und kleinen Dörfer in der Region erleben.

    9.

    Spuren der Vergangenheit: Mit dem Pferd durch Ungarn

    Ungarn wurde seit jeher von Reitervölkern geprägt – von den Kriegern der Hunnen und Magyaren bis zu den Hirten der Csikós. Noch heute gilt das Land als Reitnation: Laut der offiziellen Tourismus-Website visithungary gibt es in fast jedem Ort Reitställe oder Reitunterkünfte. Anfänger können die Grundlagen lernen, Fortgeschrittene können die weiten Steppen, bewaldeten Mittelgebirge oder Flussauen erkunden. Und wer Pferde mag, sich aber den Muskelkater vom Reiten ersparen will, kann traditionelle Gestüte besuchen und so die ungarischen Pferderassen kennenlernen.

    Pferde haben in Ungarn bis heute große Bedeutung: Neben den halbwilden Przewalski-Pferden in der Puszta gibt es viele Gestüte und Reithöfe, auf denen auch Touristen Ungarn als Reitnation erleben können.
    Pferde haben in Ungarn bis heute große Bedeutung: Neben den halbwilden Przewalski-Pferden in der Puszta gibt es viele Gestüte und Reithöfe, auf denen auch Touristen Ungarn als Reitnation erleben können. Foto: Katalin Ozogány, dpa (Symbolbild)
    10.

    Eger: Heimat des Erlauer Stierbluts

    Um 1200 führten italienische und wallonische Siedler den Weinanbau nach Eger ein. Nun ist die Stadt für ihre verschiedenen Weinsorten bekannt, vor allem für den Egri Bikavé (Erlauer Stierblut). Die Legende erzählt, dass die Ungarn dank des Trinkens von Stierblut selbst einer dreißigfachen türkischen Übermacht Furcht einjagten. Die Weinsorte ist ein Verschnitt aus zumindest drei verschiedenen Rotweinen. Im „Tal der schönen Frau“, das fußläufig zehn bis 15 Minuten von der Innenstadt entfernt ist, kann man, laut der offiziellen Tourismus-Website visiteger, besonders gut Weine verkosten. Zudem kann man die historische Burg von Eger besichtigen.

    11.

    Familienspaß: Die Kindereisenbahn in Buda

    In den Wäldern in den Bergen neben der Stadt Buda gibt es eine besondere Eisenbahn. Bei der Gyermekvasut sind Kinder die Chefs: sie bedienen die Stellwerke, verkaufen die Karten und begleiten die Züge als Schaffner. Erwachsene beaufsichtigen lediglich den Betrieb und führen die Diesel- und Dampflokomotiven. Die Züge aus den 1950er Jahren fahren die knapp zwölf Kilometer lange Strecke von Hűvösvölg bis Széchenyihegy das ganze Jahr über. Außerdem gibt es an vielen Zwischenstopps Aussichtstürme und Spielplätze.

    Ungarn (Magyarország)

    Das Land, seine Kultur und seine Einwohner haben eine lange Geschichte. Der ungarische Name des Landes geht auf das halbnomadische Reitervolk der Magyaren zurück, das im 9. und 10. Jahrhundert die Region besiedelte. Als demokratische Republik besteht Ungarn erst seit dem politischen Umbruch 1989/90.

    Ungarn liegt östlich von Österreich, westlich von Rumänien, nördlich von Serbien und südlich der Slowakei. Das Land ist 93.036 km² groß und damit etwa so groß wie Bayern und Hessen zusammen. In Ungarn leben 9.539.502 Menschen, ungefähr so viele wie in Baden-Württemberg.

    Ungarn ist in 19 Komitate – vergleichbar mit Verwaltungsbezirken – gegliedert; die Hauptstadt ist Budapest und liegt zentral im Norden des Landes. Seit 2004 ist Ungarn Mitglied der EU. Den Euro hat Ungarn nicht eingeführt, die Währung ist weiterhin der Forint (HUF).

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