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Rennrad lockt Hobbysportler im Landkreis Augsburg auf die Straßen

Landkreis Augsburg

Wie Rennrad und Gravelbike den Landkreis erobern

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    Eine Gruppe auf Gravelbikes.
    Eine Gruppe auf Gravelbikes. Foto: Jan Woitas, dpa (Symbolbild)

    Ob auf dem Radweg oder auf der Straße: Im Landkreis Augsburg sind derzeit immer mehr Fahrerinnen und Fahrer auf Rennrädern und Gravelbikes unterwegs. Einige drehen allein ihre Trainingsrunden, andere verabreden sich über die Sozialen Medien zu gemeinsamen Ausfahrten.

    Radhändler im Landkreis bestätigen den Trend. „Die Nachfrage nach Gravelbikes war im letzten Jahr konstant sehr hoch“, sagt Peter Scherla von „Bikes and More“ in Königsbrunn. Eine eher junge und urbane Zielgruppe kaufe diese Räder. Meist seien das auch keine Einsteiger, sondern bereits erfahrene Sportlerinnen und Sportler.

    Jobrad-Leasing kurbelt Verkauf teurer Räder an

    Auch Alex Hofer, Fahrradhändler aus Gersthofen, bestätigt diese Entwicklung: „Der Trend des Gravelbikes ist unaufhaltsam.“ Insbesondere Frauen fahren aktuell Gravelbike. „Es gibt dieses Jahr ein paar schöne Modelle, die auch gekauft werden“, sagt Hofer.

    Besonders im hochpreisigen Segment sei die Nachfrage groß, berichten die Händler. Durch das Jobrad-Leasing spiele der Preis oft eine geringere Rolle. Dabei wird das Rad entweder durch eine Gehaltsumwandlung in Sachleistung oder über ein Gehaltsextra vom Arbeitgeber finanziert. Räder für mehrere tausend Euro seien keine Seltenheit mehr. Hofer berichtet, dass sich Kunden von ihm mit Rädern im Wert von 12.000 Euro ausstatten ließen. Besonders dann, wenn der Arbeitgeber den Preis für das Jobrad nicht deckele. Die teuersten Modelle können bei Jürgen Dorn in Gersthofen sogar bis zu 18.000 Euro kosten.

    Die Beobachtungen der Händler unterstreichen auch die Absatzzahlen. Gravelbikes haben im Bereich der unmotorisierten Fahrräder 2025 einen Verkaufsanteil von zehn Prozent erreicht. Sportliche Räder, zu denen sowohl das Rennrad als auch das Gravelbike zählen, liegen insgesamt bei einem Marktanteil von über vierzehn Prozent. Das sportliche Fahren rückt demnach stärker in den Mittelpunkt.

    Radsport Dorn in Gersthofen sieht weiter steigende Nachfrage nach Rennrädern

    Dorn glaubt nicht, dass der Trend ums Rennradfahren bald abnimmt. Seiner Meinung nach boomt der Verkauf von sportlichen Rädern, weil viele einfach etwas Neues probieren wollten. Gerade wenn Freunde auch schon ein Sportrad hätten, wäre der Wunsch groß. „Viele bleiben dann auch dabei“, sagt er. „In 28 Jahren hatte ich nur einen Kunden, der gesagt hat, Rennradfahren war nicht seins.“ Dorn unterstützt mit seinem Laden auch den Rennradtreff Augsburg.

    Für eine Radtour ist der Mandichosee ein schönes Ziel oder Zwischenziel.
    Für eine Radtour ist der Mandichosee ein schönes Ziel oder Zwischenziel. Foto: Christof Paulus

    2017 von Martin Eberhard aus Freude am Radfahren gegründet, erreicht der Stadtberger Club heute mit seinem Mailverteiler ungefähr 1000 Radbegeisterte. Drei Ausfahrten die Woche gibt es, die nach Leistungsgruppen gestaffelt sind. Insgesamt 100 Hobbyfahrende sind wöchentlich dabei. „Beim Rennradtreff steht der Hobbygedanke im Mittelpunkt. Wir fahren gemeinsam los und kommen gemeinsam an“, berichtet Eberhard. Jeder könne kommen, Ausrüstung, Alter und Geschlecht spielten keine Rolle. Lediglich die Registrierung über die Webseite sei Voraussetzung.

    Auch besondere Events organisiert der Club regelmäßig. In der Vergangenheit gab es bereits eine Ausfahrt an den Gardasee oder ein Trainingslager auf Mallorca. Im Landkreis Augsburg habe man in den letzten Jahren über 80 verschiedene Routen und Ausfahrten geplant. Die Vorbereitung hierfür sei aufwendig. Bei Probefahrten müssen die Radwege und Gefahrenstellen evaluiert werden. Nur so sei auch die Sicherheit der Teilnehmenden gewährleistet.

    Innenstadt-Kriterium und Trainingsfahrten – aber die RSG Augsburg setzt auch auf Jedermann-Rennen

    Während lose organisierte Gruppen boomen, beobachten auch klassische Vereine ein wachsendes Interesse an niedrigschwelligen Angeboten. Besonders Jedermann-Rennen hätten zuletzt starken Zulauf erfahren, sagt Matthias Robert, dritter Vorsitzender der RSG Augsburg. Das zeige sich auch beim Innenstadt-Kriterium, das die RSG gemeinsam mit der Stadt Augsburg veranstaltet und das in diesem Jahr in die dritte Ausgabe geht. Neben den klassischen Lizenzrennen gebe es dort auch ein Jedermann-Rennen ohne Meisterschaftswertung, das regelmäßig auf großes Interesse stößt. Der Trend gehe weg vom leistungsorientierten Training mit der Mannschaft und hin zu Hobbyausfahrten.

    Der Boom rund um Rennräder und Gravelbikes hat mehrere Gründe: Mit Jobrad-Leasing werden teure Sportfahrräder erschwinglicher. Gleichzeitig suchen viele nach Outdoor-Hobbys, die Fitness und das Gemeinschaftserlebnis in den Mittelpunkt stellen. Über die sozialen Medien finden Einsteiger zudem schnell Anschluss und passende Veranstaltungen im Landkreis. Ob bei einer Feierabendrunde durch die Westlichen Wälder oder längeren Touren durchs Aichacher Land: Kein Wunder, dass der Trend inzwischen auch die Straßen im Landkreis Augsburg prägt.

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