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Bobingen: Das Geld fehlt: Bobingens Schwimmbad-Pläne liegen auf Eis

Bobingen

Das Geld fehlt: Bobingens Schwimmbad-Pläne liegen auf Eis

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    Das Hallenbad im Aquamarin von Bobingen wird von ganz unterschiedlichen Menschen genutzt. Sportschwimmer, Kinder und Familien sind hier anzutreffen, so wie verschiedene Gruppen bei der Wassergymnastik.
    Das Hallenbad im Aquamarin von Bobingen wird von ganz unterschiedlichen Menschen genutzt. Sportschwimmer, Kinder und Familien sind hier anzutreffen, so wie verschiedene Gruppen bei der Wassergymnastik. Foto: Elmar Knöchel

    Während in Schwabmünchen ein neues Hallenbad geplant wird, stehen in Bobingen die Zeichen auf Stopp: Mit einem Neubau wird es in den nächsten Jahren nichts werden.

    "Wir müssen Einsparungen vornehmen und zwar massiv", sagte Bobingens Bürgermeister Klaus Förster in der jüngsten Haushaltssitzung. Über elf Millionen Euro waren für den Badneubau in den nächsten Jahren eingeplant. Bedenken über die Finanzierbarkeit des Vorhabens waren in letzter Zeit bereits von vielen Seiten geäußert worden. Und so eröffnete Bürgermeister Förster die Diskussion: "In den nächsten Jahren werden viele Bäder in Bayern einen verstärkten Finanzierungsbedarf haben. Daher könnten eventuell neue Förderprogramme aufgelegt werden", erklärte der Rathauschef. Deswegen sei es seiner Ansicht nach zu früh, jetzt über eine derart hohe Investition zu entscheiden. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass sich die Ertragslage der Stadt durch die Pandemie stark verschlechtert habe. Aus diesem Grund könne das Projekt derzeit nicht mehr mit gutem Gewissen in Angriff genommen werden.

    Wie entwickeln sich die Finanzen der Stadt Bobingen?

    Stadtrat Armin Bergmann von der SPD sah sich in seinen Befürchtungen bestätigt, dass die noch im alten Stadtrat gefassten, Beschlüsse geändert werden sollen. Ein neues Bad würde die Attraktivität Bobingens erhöhen. Edmund Mannes, ebenfalls SPD, erinnerte daran, dass die alte Stadtregierung seinerzeit für den seriösen Haushalt inklusive Badfinanzierung von der Rechtsaufsicht der Verwaltungen gelobt worden war. Stadtrat Herwig Leiter von der CSU erklärte, dass solche Investitionen gut überdacht sein müssten. Und im Moment einfach nicht die richtige Zeit dafür sei. Vor allem vor dem Hintergrund der unklaren finanziellen Lage der Stadt durch die Einbußen im Hinblick auf die Corona-Auswirkungen. Außerdem wisse zum jetzigen Zeitpunkt niemand, wie sich die Einnahmen einer solchen Freizeiteinrichtung entwickeln würden. Denn es könnte auch noch längere Zeit Einschränkungen bezüglich Besucherzahlen, aufwändiger Hygienekonzepte und teurer technischer Veränderungen geben. Daher solle man das Projekt verschieben, führte der CSU-Fraktionsvorsitzende aus.

    Schwimmbad: Eine Beerdigung auf Raten?

    Auch Grünen-Stadtrat Lukas Geirhos sah das ähnlich. "Wir müssen unser Augenmerk auf die Pflichtaufgaben der Stadt richten. Diese zu erfüllen, ist schon nicht einfach", sagte er. Man müsse sich einen Handlungsspielraum für kommende Aufgaben erhalten. Rainer Naumann von den Freien Wählern nannte es verantwortungslos, wenn man zum gegenwärtigen Zeitpunkt solche Schulden anhäufen würde. Die FBU, in Person von Franz Handschuh, wies nochmal darauf hin, dass man sich von Anfang an eine abgespeckte Planung gewünscht hatte. Das nun offen zutage tretende Finanzloch wäre absolut zu erwarten gewesen. Handschuh fürchtete allerdings, dass die jetzt geplante Verschiebung des Projektes letztlich nichts anderes sei als eine Beerdigung auf Raten. Daher solle seiner Meinung nach noch einmal über eine günstigere Variante beraten werden. Am Ende der Debatte stimmte der Finanzausschuss gegen die Stimmen von SPD und FBU für eine Verschiebung des Projektes auf unbestimmte Zeit. Die Bestätigung des Beschlusses im Stadtrat dürfte damit nur noch eine Formsache sein.

    In Schwabmünchen laufen die Vorbereitungen für ein neues Bad

    Während es mit einem neuen Bad in Bobingen auf unbestimmte Zeit nichts wird, laufen in Schwabmünchen die Planungen für ein neues Hallenbad: Für das Hallenbad, das zwischen Dreifachturnhalle und Stadthalle entstehen soll, wurde vor einem Monat der Bauantrag beim Landratsamt eingereicht. Das Bad soll rund 16 Millionen Euro kosten. Den Wunsch nach einem eigenen Schwimmbad gibt es seit 40 Jahren. Im Gegensatz zum Bobinger Ganzjahresbad hat es keine besonderen Attraktionen, sondern ist rein aufs Schwimmen ausgerichtet. 180 Sportklassen sollen das Lehrschwimmbad einmal nutzen. Das hat die Regierung von Schwaben in einem entsprechenden Bescheid im Juli 2019 so festgestellt. Die 3500 Schüler kommen aus der Stadt und dem Umland.

    Schlagzeilen-Spiel aufgelöst

    Den symbolischen Spatenstich wünschen sich in diesem Jahr übrigens die meisten Leser, die am Schlagzeilen-Spiel der Redaktion teilgenommen hatten. Zum Jahreswechsel waren zehn denkbare Schlagzeilen für 2021 vorgestellt worden. Aus ihnen konnten alle Leser einen Favoriten wählen. Am meisten Stimmen erhielten diese Vorschläge:

    • "Spatenstich für das neue Schwabmünchner Hallenbad"
    • "Freie Fahrt für die Linie 3 in Königsbrunn"
    • "Sportler dürfen wieder Wettkämpfe bestreiten"
    • "Der A440 landet schon in diesem Jahr auf dem Lechfeld"
    • "Der Lechpark wird zum Outlet"

    Aus den rund 75 Einsendungen haben einen AZ-Gartenkalender im Wert von 25 Euro gewonnen: Heinz und Luise Albert (Schwabmünchen), Fritz Schmurr (Königsbrunn) und Sabine Winterstein (Langerringen). Kreativität hat übrigens Lothar Drössler aus Bobingen bewiesen. Der Hobbymusiker hat eine ganz eigene Schlagzeile kreiert. Sie lautet: "Musiker wieder öffentlich auftreten." Ob der Wunsch bald in Erfüllung geht?

    Dazu kommentiert unser Autor: Bobingen braucht das Bad

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