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Ein Meister der Farben und (Lein-)Wände

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Ein Meister der Farben und (Lein-)Wände

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    Was ist Bild, was ist Wirklichkeit? Aus diesem Wohnzimmer in Schweden wurde ein Afrikazimmer. Der Kunde wünschte sich den weit entfernten Kontinent direkt nach Hause und Akram Sultan realisierte diesen Wunsch.
    Was ist Bild, was ist Wirklichkeit? Aus diesem Wohnzimmer in Schweden wurde ein Afrikazimmer. Der Kunde wünschte sich den weit entfernten Kontinent direkt nach Hause und Akram Sultan realisierte diesen Wunsch.

    Lebensfreude, die sowohl er selbst als auch seine Frau Sonja widerspiegeln, denn sie sind ein fest eingespieltes Team. Sie interessiert sich für Sprachen und Kunstgeschichte und er für Buddhismus und die Malerei in all ihren Facetten. Bekannt wurde Sultan unter anderem durch seine Gestaltung von Innenräumen. Seine Werke befinden sich in Österreich, der Schweiz, Italien, Monaco, Schweden, Russland, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Pakistan, Indien, Kanada und den USA.

    Denn Wände sind für ihn nicht einfach nur lebloses Gemäuer. Nein, für ihn sind sie Leinwände. Hoteliers, Anwälte, Firmeninhaber, Kliniken, Gastronomen oder Privatpersonen kommen auf ihn zu, weil sie gerne etwas Besonderes in ihren Räumen haben möchten. Idyllische oder toskanische Wandmalereien in Wellnessbereichen sind gefragt.

    Gerade erst hat Sultan einen Sonntag lang ein Muster entworfen. Dabei trug er mehrere Farbschichten auf und am Ende geben zarte, schwungvolle Pinselstriche in Gold den Ton an. Wenn der Kunde sich für dieses Muster entscheidet, dann wird das nur ein kleiner Ausschnitt auf dem großen Wandgemälde sein. Wiederholungen gibt es bei Sultan nicht. Er wird das Muster vor Ort fortführen und direkt dort das Fantasiewerk wachsen lassen.

    "Wichtig ist, dass man mit der Architektur arbeitet", betont Sultan. Einrichtung, Architektur und die Auftraggeber müssen zur Situation und zum Kunstwerk passen. Einmal zeichnete er auf eine Wand ein geöffnetes Zelt mit Blick auf das alte Rom. Dabei stellten die Wand-ecken die Zeltstäbe dar. Der Raum wird in das Kunstwerk eingebunden.

    Der 49-jährige Sohn des Inders Sultan Muhamed Aman und der Deutschen Erika Sultan, geborene Nitschke, liebte von Kindheit an die Malerei, und auch seine beiden Töchter Lea und Sarah arbeiten gerne mit ihrem Papa. Das Atelier befindet sich im Wintergarten. In einem Regal stehen Farbpigmente in sämtlichen Variationen. Die Farben fertigt er gerne selbst an, denn diese leuchten besonders intensiv.

    Farben. Allein dieses Wort ist für ihn Magie, und deshalb verwundert es nicht, dass er eine große Affinität nach Indien verspürt. Nicht nur seiner genetischer Wurzeln wegen, sondern vielmehr der Farben und Spiritualität wegen. Mehrmals im Jahr verbringt er mit seiner Familie Urlaube dort. "Indien ist unsere zweite Heimat", schwärmt auch seine Frau. Dort finden sie Farben, Muster und Menschen, die trotz ihres geringen materiellen Besitzes lebensfroh und humorvoll sind.

    Den indischen Einfluss kann er nicht leugnen

    In seiner Malerei ist der indische Einfluss nicht zu leugnen. Wobei Akram Sultan unglaublich vielseitig ist und Kinderarztpraxen genauso gerne bemalt wie toskanische Villen. Für sich selbst malt er gerne Menschen, die entweder mit dem Betrachter in einen Dialog treten oder mit einer anderen Person im Bild kommunizieren.

    Seit seinem zehnten Lebensjahr lebte er in Augsburg und besuchte die Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg als Schüler von Professor Georg Bernhard und Professor Jonas Hafner. Danach studierte er Kunstgeschichte an der Universität in Augsburg. Es folgten Indienreisen, ein ausgedehnter Studienaufenthalt in Florenz und Lucca, er bildete sich zum Restaurator in Fresco- und Ölmalerei weiter, wo er unter anderem das Brunnenmeisterhaus in Augsburg restaurierte. Seine Wandmalereien sind unter anderem auch im Josefinum zu bewundern.

    Durch seine Malerei lässt er Träume Wirklichkeit werden und Alltägliches zu Schönheit. Sultan ist oft auf Reisen, um auf Wänden Geschichten lebendig werden zu lassen und statischen Ebenen Tiefe und Ausdruck zu verleihen. Doch allzu lange ist er nicht gerne von zu Hause und seiner Familie entfernt. Als nächstes steht sein eigenes Wohnzimmer an, und der Meister der Farben hat es natürlich schon genau vor Augen, wie die Wände aussehen sollen und in welchen Farben sie schimmern müssen.

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