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Gesundheit: Krätze breitet sich im Altenheim aus

Gesundheit

Krätze breitet sich im Altenheim aus

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    Noch vor zwei Jahren wurde das Haus Elias vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen mit der Gesamtnote 1,8 ausgezeichnet.
    Noch vor zwei Jahren wurde das Haus Elias vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen mit der Gesamtnote 1,8 ausgezeichnet. Foto: Novelli/Archiv

    Im Altenheim Haus Elias in Bobingen hat sich der Krätzmilbenbefall (Scabies) ausgebreitet. Das Staatliche Gesundheitsamt zählt momentan 13 Bewohner und sieben Pflegekräfte als Betroffene. Inzwischen scheint sich die stark juckende Hauterkrankung zudem bereits aus dem Haus heraus in Bobingen und dem Umland verbreitet zu haben. Das sagte gestern Dr. Helmut Hübsch, der Leiter des Gesundheitsamtes in Augsburg auf Anfrage unserer Zeitung.

    Beschäftigte und Besucher des Hauses Elias hätten die Krätzmilbe vermutlich ebenso nach außen getragen wie die Heimbewohner bei Arztbesuchen oder sonstigen Ausfahrten. Das Haus unter Quarantäne zu stellen, mache daher kaum mehr einen Sinn, so Dr. Hübsch. Besucher werden durch ein Warnschild am Eingang vor der Ansteckungsgefahr gewarnt.

    Das Gesundheitsamt erfuhr erst am vergangenen Freitag durch Hinweise aus der Bevölkerung davon, berichtet dessen Leiter. Das Haus Elias sei daraufhin umgehend von vier Mitarbeitern seines Amtes inspiziert worden. Der Verdacht eines Krankheitsbefalls habe sich zunächst in drei Fällen bestätigt. Inzwischen würden es immer mehr.

    Nach seinem bisherigen Ermittlungen scheint der Milbenbefall schon seit Sommer oder Herbst 2011 aufzutreten. Das war entgegen den Vorschriften von der Heimleitung jedoch nicht gemeldet worden beziehungsweise erst am Freitag eingeräumt worden. Inwieweit hier ein Verschulden der Heimverantwortlichen vorliegt, könne das Gesundheitsamt nicht sagen, das sei Aufgabe staatsanwaltlicher Ermittlungen, so Dr. Hübsch.

    Eine Hautärztin hat die meisten Bewohner untersucht

    Das Altenheim verwies zu Presseauskünfte an die Kursana-Konzernleitung nach Berlin. Eine Pressesprecherin teilte dort am Dienstagabend mit, es gebe nur einen medizinisch bestätigten Fall, ansonsten gebe es „wenige Verdachtsfälle bei Mitarbeitern, die bis zur Klärung vom Dienst freigestellt sind.“

    Die Krankheit sei nicht bereits im September eingetreten. In der Presseerklärung heißt es: „Vor etwa sechs Wochen haben wir bei einigen Bewohnern Hautirritationen festgestellt und Hautärzte zur Diagnose eingeschaltet. Diese Arztkonsultationen sind ordnungsgemäß in der Pflegedokumentation eingetragen. Diese Untersuchungen der letzten Wochen führten nicht zur Diagnose Scabies.“ Der aktuelle Fall bei einer Bewohnerin sei erst am Freitag diagnostiziert worden. Eine Dermatologin habe am Dienstag die Mehrheit der Bewohner untersucht. Weitere Untersuchungen würden folgen.

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