Schwabmünchen: Das ist der neue Chefarzt an der Wertachklinik
Schwabmünchen
Das ist der neue Chefarzt an der Wertachklinik
Mit Claus Schöler ist auch die zweite Chefarztstelle in Schwabmünchen besetzt. Welche Überraschung Verwaltungsrat-Vorsitzender Karl-Heinz Wagner verkündet.
Claus Schöler startet im April seinen Dienst als Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Wertachklinik Schwabmünchen. Foto: Carmen Janzen
Die Gesundheitslage ist ernst, das merkt man beim Pressegespräch mit dem Wertachklinik-Chef Martin Gösele, Landrat Martin Sailer, Verwaltungsrat-Vorsitzendem Karl-Heinz-Wagner, den Bürgermeistern Lorenz Müller und Bernd Müller, dem ärztlichen Direktor Michael Küchle sowie zahlreichen weiteren leitenden Ärzten des Krankenhauses in Schwabmünchen. Fast alle begrüßen sich mit einem Ellenbogen-Stupser oder einem zaghaften Winken, nicht per Handschlag. Gesprächsthema Nummer eins ist Corona in allen Facetten. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung im Konferenzraum gut. Schließlich gibt es positive Neuigkeiten zu verkünden: Die zweite vakante Chefarztstelle der Allgemein- und Viszeralchirurgie ist ab April wieder besetzt. „Wir sind wieder komplett“, so Gösele.
Claus Schöler wechselt von der Uniklinik Augsburg an die Wertachklinik
Claus Schöler übernimmt den Posten. Er ist 41 Jahre alt und arbeitete bislang in der Uniklinik Augsburg als Oberarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Abteilung von Chefarzt Professor Matthias Anthuber. Angefangen hat er dort nach seinem Studium im Jahr 2005 als Assistenzarzt, 2006 schrieb er seine Dissertation und 2012 machte er den Facharzt. Seit 2017 ist Schöler als Oberarzt am Uniklinikum tätig. Auch als Notarzt ist er im Dienst. Schöler ist in der Region verwurzelt, das war den Verantwortlichen besonders wichtig. Er wurde im Bobinger Krankenhaus geboren, hat am Königsbrunner Gymnasium Abitur gemacht und in Ulm studiert. Er wohnt mit seiner Frau, drei Kindern und einem Hund in Königsbrunn.
Martin Göseles Vertrag als Chef der Wertachkliniken (Zweiter von rechts) wurde vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Es gratulierten (von links) die Bürgermeister aus Schwabmünchen und Bobingen, Lorenz Müller und Bernd Müller, sowie der Vorsitzende des Verwaltungsrats Karl-Heinz Wagner.Foto: Carmen Janzen
Bei aller fachlichen Qualifikation und Kompetenz habe man auch besonders viel Wert auf die Softskills gelegt, sagte Gösele. Es sei wichtig, dass ein Chefarzt auch ins Team passt. Schöler setzte sich gegen 16 weitere Bewerber durch.
"Der Wechsel von der Uniklinik an die Wertachklinik ist ein Statement"
Landrat Sailer freute sich über die neue Personalie: „Es waren stürmische Tage, nachdem zwei Chefärzte von Bord gegangen waren. Aber jetzt sind wir nicht nur irgendwie wieder aufgestellt, sondern so richtig gut. Der Wechsel von der Uniklinik an die Wertachklinik ist ein Statement.“ Auch Küchle und die Bürgermeister begrüßten den neuen Chefarzt herzlich.
Vergangenen Sommer verließen zwei Chefärzte überraschend die Wertachklinik. Die Stelle in der Anästhesie und Intensivmedizin konnte bereits im Januar mit Markus Bolkart wieder besetzt werden. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie führten seitdem die leitenden Oberärzte Joanna Eisenbach und Andreas Kempinski vorübergehend gemeinsam. Ab April übernimmt nun Claus Schöler.
Doch das war nicht die einzige Personalie: Der Vorsitzende des Verwaltungsrates Karl-Heinz Wagner gab bekannt, dass der Vertrag von Wertachklinikchef Martin Gösele frühzeitig um fünf Jahre, bis Mai 2025, verlängert werde. „Die Entscheidung steht für Kontinuität und beiderseitige Planungssicherheit“, so Wagner. Gösele lobte den Willen aller, die Wertachkliniken voranzubringen: „Wir wissen, was wir aneinander haben.“
Der Vertrag des Wertachklinik-Chefs wurde vorzeitig verlängert
Gösele leitet die beiden Krankenhäuser in Schwabmünchen und Bobingen seit März 2012 sehr erfolgreich. Der Fokus auf die Spezialisierung der einzelnen Häuser – kurz gesagt: Schwabmünchen macht Weichteile, Bobingen ist zuständig für Knochen – hat sich ausgezahlt: Das Unternehmen hat elf Jahre lang in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Der Geschäftsbericht 2019 ist noch nicht fertig, er könnte aber diesmal ein kleines Minus aufweisen.
Besonders die Chefärzte freuten sich über Göseles Vertragsverlängerung. „Wir stehen voll hinter ihm und finden die Entscheidung sehr gut“, betonte Professor Andreas Weber, Chefarzt der Gastroenterologie.
Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.