Zur Pontifikalmesse, die Bischof Dr. Bertram Meier gemeinsam mit Dekan und Stadtpfarrer Christoph Leutgäb und Benefiziat Pater Joseph Thundathil zum feierlichen 75-jährigen Weihejubiläum zelebrierte, zeigte sich, wie vielseitig St. Michael sein kann. Zur Messe und dem anschließenden Abend der Barmherzigkeit präsentierten sich Altarraum und Kirchenschiff in violetter Beleuchtung. So vielseitig wie die Farben sind, die die schlichte Kirche mit dem passenden Licht annehmen kann, so vielseitig sind auch die Menschen und Gruppen, die zu St. Michael gehören.
Der Gottesdienst mit Bischof Dr. Bertram Meier war gut besucht. Man komme hier gern zusammen als Mitglieder einer Kirche, um gemeinsam das Weihejubiläum zu feiern, so der Bischof, der kurz an die Geschichte und die Zerstörung der ursprünglichen Kirche im Zweiten Weltkrieg erinnerte. „Bei den Bischöfen ist es so, dass die Herren mit 75 dem Papst ihren Rücktritt anbieten“, so Bischof Bertram. „Hier, in dieser lebendigen Gemeinschaft, aber fängt es mit 75 erst so richtig an.“
Die Kirche als Raum der Versöhnung und Vergebung
St. Michael, so Bischof Bertram, sei ein gutes Zeichen dafür, dass Krieg und Zerstörung nicht das letzte Wort behalten dürfen. Hier wolle er den Blick auf das lenken, was Kirche im Inneren ausmache. Gott selbst sei es, der seinem Kirchenbau Leben einhauche. „Wie wirkt sich die Anbetung Gottes heute aus?“, fragte sich der Bischof. „Zur Gottesliebe gehört auch die Nächstenliebe.“ Für ihn sei die Kirche stets ein Raum der Versöhnung und Vergebung. „Heute steht das Angebot Gottes, dass wir uns ihm immer wieder zuwenden dürfen.“ Ein äußerer Schritt sei mit dem Kirchenbesuch bereits gemacht. Der Bischof lud alle ein, auch einen inneren Schritt auf Gott zuzumachen. „Gott ist treu und barmherzig, er kommt uns entgegen“, so Bischof Bertram. Das habe man in der Kirche St. Michael seit 75 Jahren erleben dürfen.
Zu Gottes Lob und Preis waren die Kirchenbesucher auch nach der Messe eingeladen. Bei geistlicher Musik vom Kirchenchor Mittelstetten, Miriam und Teresa sowie dem Kirchenchor Schwabegg war das Allerheiligste auf dem Altar ausgesetzt. Mit kleinen Lichtern durften die Gläubigen nach vorne kommen und mit Gott persönlich stumme Zwiesprache halten.
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