Der Nachfolger von Bobingens Stadtpfarrer Thomas Rauch steht fest: Dominic Ehehalt heißt der neue Pfarrer, der zum 1. September seinen Dienst antreten wird. Der 35-Jährige, der derzeit als Kaplan in der Pferseer Pfarrei Herz Jesu tätig ist, freut sich schon auf seine neue Aufgabe. Noch hat Ehehalt einige Wochen Zeit, um sich auf seine erste Pfarrstelle vorzubereiten. Derzeit lässt er sich vom Pfarrer von Herz Jesu in die Grundzüge des Schafkopf-Spiels einweisen, damit er in die Fußstapfen von Pfarrer Thomas Rauch treten kann. Für süße Verführungen sind beide anfällig: War es bei Pfarrer Rauch die Flasche Spezi, so ist es bei Dominic Ehehalt eher die Tafel weiße Schokolade.
Zum 1. September wird Rauch die Pfarrei St. Lorenz in Kempten und die Leitung der City-Seelsorge übernehmen. Mit ihm geht Gemeindereferentin und Pfarrhausfrau Theresia Zettler. Auch sie findet in Kempten einen neuen Wirkungskreis.
Stelle in Bobingen ist ein großer Sprung und etwas "komplett Neues" für den Ehehalt
Für Ehehalt wird Bobingen die erste Pfarrerstelle überhaupt sein. Deshalb ist seiner Freude auch ein hoher Anteil gespannter Erwartung beigemischt. "Es ist ja etwas komplett Neues", sagt er. Als Kaplan rede sich manches leichter, künftig müsse er als Priester die Entscheidungen selbst treffen. Das aber sei schließlich Ziel seiner Priesterausbildung gewesen. So sei der Antritt der neuen Stelle sowohl ein Ziel als auch ein neuer Startpunkt. Er komme, so Dominic Ehehalt, auch als Lernender. Da er Pfarrer Thomas Rauch aber immer als sehr guten Pfarrer erlebt habe, habe er sich gedacht, an dessen Arbeit als Nachfolger auch gut "andocken" zu können. Das sei ihm bei seiner Entscheidung für die Bewerbung um Bobingen sehr wichtig gewesen.
Dominic Ehehalt kommt aus Wullenstetten, einem Ortsteil des schwäbischen Senden. Nach dem Realschulabschluss begann er zunächst bei der örtlichen Raiffeisenbank eine Banklehre, machte später auch die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Eine schöne Zeit, an die er gerne zurückdenkt. "Aber aus privaten Gründen habe ich mir irgendwann überlegt, nach welchen Werten ich mein Leben ausrichten will", sagt der 35-Jährige. "Die Kernfrage war, auf welche Liebe ich bauen will." Ehehalt hat sich für die Liebe Gottes entschieden. Eine Entscheidung, die sein Leben zunächst ein wenig durcheinanderbrachte. "Für die Sehnsucht, die in meiner Findungsphase aufkam, habe ich in der Kirche Antwort gefunden", berichtet er. Viele Menschen haben ihn dann auf seinem Weg begleitet. Nach dem Vorbereitungsjahr ging er ins Priesterseminar. "Ich habe natürlich gesucht, dann aber das Geschenk erfahren dürfen, in meinem Glauben bestärkt zu werden", sagt er. Gerade während seines Freijahrs in Wien habe er gemerkt, dass es sein Weg ist, katholischer Pfarrer zu werden.
Bobinger Pfarrer zieht erst einmal ins Pfarrhaus
Im zweiten Jahr seiner Kaplanszeit tat sich nun die freie Stelle in Bobingen auf. "Wenn man in Augsburg studiert hat, kennt man Bobingen", sagt Dominic Ehehalt. Ihm gefalle der Ort sehr gut, auch die Nähe zu seiner Heimat und alten Freunden sei ein Vorteil. Bobingen sei gut erreichbar und liege nah an Augsburg, für ihn ebenfalls wichtig. Mitbringen will er "die Offenheit, das zu sehen, was einfach auch da ist". Es werde sicherlich eine gewisse Zeit brauchen, weil Bobingen eine große Pfarreiengemeinschaft sei. Er stehe für die Bereitschaft, als katholischer Priester ganz für die Menschen da zu sein und gemeinsam auf die Suche nach Christus zu gehen. "Christus ist immer da, manchmal auch versteckt, aber er kommt uns in der Kirche und in den Sakramenten auch ein Stück entgegen auf unserer Suche", sagt Kaplan Ehehalt.
Bei seiner Arbeit als Pfarrer ist es ihm wichtig, die Menschen kennenzulernen in jeder Form, ob jung oder alt, gesund oder krank. "Nicht bei sich selber stehen zu bleiben, sondern einen Schritt weiterzugehen zur Verkündigung Christus", sagt er. "Wir sammeln uns um Christus, nicht allein um den Pfarrer."
Er wird erst einmal alleine ins Pfarrhaus einziehen, eine Pfarrhausfrau ist noch nicht in Sicht. "Auch eine neue Herausforderung, ich muss dann kochen", sagt er und lacht. "Viele meine Pfarrerskollegen haben sich deshalb einen Thermomix angeschafft, diesem Beispiel werde ich vermutlich auch folgen." Mit diesem Küchengerät hat die Bobinger Pfarrhausküche ja schon Erfahrungen gemacht, das sollte also funktionieren.