Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert die „Internationale Katzenausstellung“ des Cat Club Germany, die am Wochenende in der Singoldhalle in Bobingen stattfindet.
Laut Peta würden derartige Veranstaltungen Menschen dazu verleiten, gezüchtete Tiere zu kaufen, während allein in deutschen Tierheimen Tausende Katzen auf ein neues Zuhause warten. Während der Ausstellungen müssten die Tiere meist in kleinen Käfigen oder Boxen ausharren. Sie seien oftmals massiv gestresst und könnten ihrem Bewegungsdrang nicht nachkommen. Die Tierrechtsorganisation betont, dass Katzen sensible Lebewesen sind, die als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen.
Vorsitzender des Cat Club Germany entgegnet Vorwürfe
Der Vorsitzende des Cat Club Germany, Thomas Haase, hatte schon vor Wochen erklärt: Die Ausstellung sei kein Stress für die Tiere. Denn Halter würden nur solche Katzen auswählen, die Spaß an einer Schau hätten. Und: Wenn eine Katze ängstlich oder verstört reagiere, müsse sie nicht auf solche Veranstaltungen. Die Katzen würden während ihrer Zeit in der Halle nicht in handelsüblichen Transportboxen sitzen. Vielmehr würden sie in regelrechten transportablen "Kleinwohnzimmern residieren". Viele Tiere würden laut Haase schon am Abend vor der Fahrt zur Ausstellung in den besonderen Behausungen nächtigen.
Die Tierschützer kritisieren auch die Zucht: „Zuchtverbände, die Katzen beliebig nach Form und Farbe zusammenbauen, nehmen billigend in Kauf, dass viele der Tiere ihr Leben lang leiden und oftmals schwer krank sind“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Unverständlich ist auch, dass die Ausstellung von Qualzucht-Hunden seit dem 1. Januar 2022 verboten ist, aber für qualgezüchtete Katzen keine gesetzliche Regelung erarbeitet wurde. Hier muss die neue Bundesregierung dringend nachbessern.“
Zucht führe bei Katzen häufig zu Gesundheitsproblemen
Wenn das äußere Erscheinungsbild der Tiere im Vordergrund stehe, dann würden laut Peta zahlreiche sogenannte Rassekatzen mitunter lebenslang an gesundheitlichen Problemen leiden. So sei beispielsweise die Sphinx-Katze, auch Nacktkatze genannt, durch ihre fehlenden Tasthaare nicht in der Lage, sich ausreichend zu orientieren oder mit Artgenossen zu kommunizieren. Weitere Leidtragende seien Perserkatzen, die durch ihre flache Nase und ihre extreme Kurzköpfigkeit oftmals an schlimmen Atembeschwerden und Problemen mit dem Tränennasenkanal leiden. Laut den Tierschützern würde die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärfen. Peta appelliert in einer Pressemitteilung daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken. (mit elkn)