Die Theatergruppe Dramalution bringt diesen Sommer ein echt russisches Drama auf die Bühne: Das Stück heißt „Die Möwe“ und wurde von Anton Tschechow im späten 19. Jahrhundert geschrieben. „In dem Stück geht es um Verzweiflung, um ein Liebesdrama und unerfüllte Träume“, sagt Regisseur Fabian Heißerer. Der 28-Jährige ist studierter Geoinformatiker und arbeitet ehrenamtlich im Königsbrunner Jugendzentrum Matrix. Zusammen mit Theaterpädagogin Angi Klecker und rund 20 jungen Erwachsenen bringt er das Stück auf die Bühne. Alle Rollen sind doppelt besetzt, damit jeder theaterbegeisterte Schauspieler mitmachen kann.
Heiter und lustig trotz der Tragik
Der Hauptcharakter in „Die Möwe“ ist der Schriftsteller Konstantin Treplev: „Das ist ein junger Typ, der die Kunstwelt neu erfinden will“, sagt Heißerer. Was Konstantin Treplev schreibt, gefällt leider niemandem. Vor allem nicht seiner Mutter Irina, einer berühmten Schauspielerin. Auch nicht ihrem Liebhaber Boris, der ein großer Schriftsteller ist. Konstantin misslingt der Durchbruch. Seine Freundin Nina hat als Schauspielerin mehr Erfolg. Auch Boris ist von ihr angetan – und verführt sie. Gute Absichten hat er keine. „Es folgt ein Zeitsprung von zwei Jahren. Dann gibt es ein Wiedersehen zwischen Konstantin und Nina – und ein tragisches Ende“, verrät Heißerer. Bei all dem Drama ist das Stück nicht ohne Witz: „Es ist eine tragische Komödie. Alles ist heiter und lustig, auch die Charaktere“, verspricht Heißerer. „Mit den Figuren kann man sich sehr gut identifizieren. Jeder von uns hat Träume, die er nicht erreichen kann. Oder eine Liebe, die nicht erfüllt wird.“
Nachwuchsschauspieler hat einen großen Traum
Was sagen die Schauspieler über ihre Rollen? Kenny Schuler (23) spielt den Hauptcharakter Konstantin Treplev. „Er ist sehr von sich selbst überzeugt. Er glaubt, dass er das Theater verändern kann. Er hasst das Theater alter Schule und streitet deswegen oft mit seiner Mutter“, verrät Schuler. „Er wirkt sehr selbstbewusst, ist es aber nicht. Wenn seine Mutter ihn anschreit, fängt er an zu weinen.“ Für die Rolle des Konstantin hat er sich beworben, weil er sich damit identifizieren kann. „Der Charakter ist zwar vorgegeben, aber trotzdem kann man ihn als Schauspieler ein Stück weit erfinden und mit der Rolle arbeiten.“ Schuler selbst hat große Ambitionen – sein Traum ist es, eine Ausbildung beim Staatstheater zu ergattern.
Elisabeth Caika spielt seine Freundin Nina: „Sie ist sehr jung. Sie wohnt in Russland auf dem Land und ihr großer Traum ist es, Schauspielerin zu werden. Dafür tut sie alles. Sie schafft es, in Moskau ins Theater zu kommen“, sagt Caika. Sie spielt seit der fünften Klasse Theater, das Schauspiel ist ein Teil von ihr. „Ich liebe es, das Alltägliche hinter mir zu lassen und eine komplett andere Rolle einzunehmen“, sagt Caika. „Ich würde mich freuen, wenn viele Zuschauer kommen. Das ist ein sehr schönes Stück. Die russischen Schriftsteller haben sich sehr viel bei ihren Stücken gedacht. Es wird aufregend, leicht komödiantisch und am Ende tragisch. Es gibt sehr viele Emotionen.“
Eine Tonne voller Wasser wird zum See
Etwas Besonderes wird in diesem Jahr das Bühnenbild: „Die ersten beiden Akte spielen an einem See. Dafür bringen wir eine Tonne Wasser ins Theater“, sagt Heißerer. „Wir bauen einen Teich nach – mit künstlichen Pflanzen, einem Steg und einem Wasserfall. Das wird sehr eindrucksvoll.“ Die Idee zu dem künstlichen See hatte der Regisseur selbst.
Sechs Vorführungen wird es geben: Am 12., 13., 14., 19., 20. und 21. Juni. Der Eintritt ist kostenlos. Spenden werden gern angenommen. Plätze kann man vorab über die Homepage der Matrix reservieren.
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