Wenn es dunkel und kalt wird: Wie verändert sich Ihre Aufgabe als Seelsorger auf der Baustelle für die zweite Münchner Stammstrecke im Winter?
FLORIAN WAGNER: Die Jahreszeit hat kaum Einfluss auf die Baustelle. Natürlich wird es früher dunkel, aber die Baustellen sind gut ausgeleuchtet. Der Dezember war ein wichtiger Monat. Am 4. Dezember war etwa der Barbaratag, Tag der Heiligen für den Bergbau. Und zum Ende des Jahres ist Zeit, zusammenzukommen und zurückzuschauen. Es ist eine Zeit, in der ich gefordert bin, Andachten halte oder gut mit den Menschen ins Gespräch komme. Bis 7. Januar ruht die Baustelle. Bis dahin ist eine Zeit, um durchzuschnaufen.
Finden die Andachten in der Baugrube statt?
WAGNER: Teilweise. Ich hatte am Barbaratag drei Andachten. Eine am Vormittag am Hauptbahnhof, eine am Nachmittag mit Kardinal Marx am Marienhof und am Abend eine weitere in der Nähe des Rettungsschachts zwischen Donnersberger- und Hackerbrücke. Das war etwas stressig, weil ich an allen Baustellen fast gleichzeitig sein sollte. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Ich durfte an diesem Tag in viele dankbare Gesichter blicken.
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