Seit 25 Jahren gibt es den Hospizverein Bobingen. Die offizielle Jubiläumsfeier fand jüngst im Laurentiushaus statt. Der Verein stellt das Sterben als Teil des Lebens und die einfühlsame Begleitung in der letzten Lebensphase in den Mittelpunkt. Mariela Wollner leitet die Hospizgruppe seit 2007, seit 2009 ist diese ein eingetragener Verein.
Vor 25 Jahren entstand die Gruppe im kirchlichen Umfeld, die ersten Jahre prägte die Nähe zu den kirchlichen Trägern. Doch der Verein öffnete sich bewusst, ohne die Orientierung an humanen und christlichen Werten aufzugeben. Mariela Wollner bringt es auf den Punkt: „Wir sind für die Menschen da, unabhängig von Herkunft, Glauben oder sozialem Hintergrund.“ Wenn Wollner auf das vergangene Vierteljahrhundert blickt, erinnert sie an viele Meilensteine: Vorträge, die Einführung von „Palliative Care“ 2009, das Schmetterlingsgrab auf dem Bobinger Friedhof und besonders die Verleihung des Sozialpreises der Stadt Bobingen 2019.
Nicht nur dunkle Wolken, auch das Lachen gehört dazu
„Wenn ich heute über unsere Hospizgruppe spreche, dann spreche ich nicht nur über eine Organisation, ich spreche über Menschen, Begegnungen, über Momente, die still sind und dennoch alles verändern. Ich spreche über eine Haltung, die uns alle verbindet.“ Das Herzstück der Arbeit, so Wollner, beruht auf der Haltung, jeden Menschen in seiner Würde und Selbstbestimmung anzunehmen. Die Hospizgruppe sei aus dieser Haltung heraus gewachsen – nicht laut und spektakulär, sondern Schritt für Schritt, getragen von Menschen, die bereit sind, Zeit zu schenken.
Mehr als 140.000 Menschen engagieren sich in Deutschland in der Hospizbewegung, die hierzulande in den 1980er-Jahren als Bürgerbewegung entstand. Die moderne Hospizbewegung begann bereits 1967 in England. Für die Hospizgruppe Bobingen stehen 25 Jahre für stetiges Wachstum, Engagement und die Überzeugung, Menschen in ihrer letzten Lebensphase Würde zu schenken. Heute zählt die Gruppe 220 Mitglieder. In den vergangenen drei Jahren begleitete sie ein Viertel aller Menschen, die sie in den vergangenen 25 Jahren betreut hat.
„Wir bringen Menschen zusammen und was wir tun, hat mit Leben zu tun – nicht mit Sterben.“
Vor über 15 Jahren setzte die Einführung von „Palliative Care“ einen weiteren Meilenstein. Damit erweiterte sich der Umfang der Begleitung entscheidend. „Ohne diesen Schritt wäre die heutige Verbindung von fachlicher Kompetenz und einfühlsamer Zuwendung nicht möglich“, resümiert Mariela Wollner und fasst zusammen: „Wir bringen Menschen zusammen und was wir tun, hat mit Leben zu tun – nicht mit Sterben.“ Und sie begleiten das Leben bis zuletzt.
Pfarrer Pluta lobte die Einfühlsamkeit und Professionalität des Hospizvereins, der in Bobingen längst eine unverzichtbare Stütze für Schwerstkranke und ihre Angehörigen ist. „Die menschliche Zuwendung, die sie leisten, geht über den professionellen Beistand des Sterbenden hinaus. Die Begleitung der Angehörigen ist eine weitere wichtige Säule ihrer Arbeit.“
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren