Der Umzug ist geglückt: Das Naturmuseum Königsbrunn ist jetzt bei der Musikschule in der Schwabenstraße zu finden. Im Untergeschoss, dort wo auch die Lechfeld-Geschichte präsentiert wird, geht es in den nächsten Jahren um die Lebensräume Wald, Wiese und Wasser.
Das Naturmuseum musste die Räume in den Resten der ehemaligen Königstherme verlassen, weil es dort nach Angaben der Stadt enorme Temperaturschwankungen gab. Das schade zusammen mit der dort problematischen Feuchtigkeit den Exponaten, die sich unter anderem aus den Sammlungen von Dr. Heinz Fischer zusammensetzten. Sie gehören zu den bedeutendsten in Schwaben.
Wer war Heinz Fischer?
Der Augsburger Dr. Heinz Fischer (1911 - 1991) erforschte die Tierwelt in der Region. Als Assistent an der Zoologischen Staatssammlung München nahm er auch an internationalen Forschungsreisen teil. Besonders Heuschrecken hatten es ihm angetan. Er gab sein Wissen gerne weiter und wünschte sich, dass er junge Menschen mit seiner Begeisterung für die Natur und den Lech anstecken könnte. (mcz)
In einigen Jahren sollen die Königsbrunner Museen ins neue Forum
Um Räume für das Naturmuseum zu schaffen, musste sich das Lechfeldmuseum verkleinern. Ein Kompromiss, wie im vergangenen Winter deutlich wurde. Er soll allerdings nicht für die Ewigkeit sein: Kommt das Millionenprojekt Forum, dann finden die Königsbrunner Museen eine neue Heimat. Spätestens ab 2031 soll es auch einen Veranstaltungssaal, die Stadtbücherei, die Sing- und Musikschule, das Stadtarchiv, die Rot-Kreuz-Station und eine Gastronomie beherbergen.
Im Königsbrunner Naturmuseum gibt's viel zu entdecken
46 Millionen Euro könnte der Bau des Forums nach aktuellem Stand kosten. Rund 30 Millionen davon decken Förderungen ab. Die Stadt prognostiziert jährliche Gesamtkosten nach Aufnahme des Betriebs von etwas weniger als einer Viertelmillion Euro. Manche Stadträte gingen vor der Kommunalwahl im März von deutlich mehr aus – deshalb kam es immer wieder zu Diskussionen. Ein Ratsbegehren dazu scheiterte.
Davon unbeeindruckt geblieben sind die Exponate im Naturmuseum. Dazu gehören verschiedene Vogelpräparate oder ein überdimensionaler Maulwurf, der in der „Höhle“ anzutreffen ist. Hinter einem schwarzen Vorhang wird das Leben im Erdboden gezeigt: Kleine und Kleinstlebewesen zersetzen dort organisches Material, Mykorrhiza-Pilze helfen Bäumen, besser an Wasser und Nährstoffe zu kommen. Und Maulwürfe und Regenwürmer lockern den Boden auf. Anschaulich ist besonders für junge Besucher auch das Wald-Diorama, das verschiedene Kreisläufe in der Natur zeigt. Wer will, kann das Thema an Schautafeln vertiefen.
Leidenschaftlich erklärt der Vorsitzende des Trägervereins, Günther Groß, im Museum spannende Details zum Zusammenspiel des Lebens: Wer zum Beispiel weiß schon, was ein Specht mit Pilzen zu tun hat? Die Antwort: Er prüft klopfend, ob ein Baum von einem Pilz befallen und deshalb weich geworden ist. So findet er einen geeigneten Ort für eine Baumhöhle.
Platz gefunden hat im verkleinerten Naturmuseum freilich der Lech mit all seinen Facetten – vom Leben unter und über Wasser, der Energienutzung bis hin zum Bestreben, den Fluss wieder aus dem Korsett zu bringen. Die Auwälder sind ein Thema, ebenso wie die Wiesen, die Heide und die Evolution. Im Naturmuseum gibt es viel zu entdecken – die Größe spielt keine Rolle.
- Öffnungszeiten: An allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 14 bis 16 Uhr. Parkplätze befinden sich entlang der Schwabenstraße.
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