Sanierung Bürgerhaus Klimmach droht am Kostenrahmen zu scheitern
Schwabmünchen
Bürgerhaus Klimmach: Teure Sanierung steht auf der Kippe
Das Gebäude muss saniert werden. Das steht fest. Doch Kosten von 2,5 Millionen Euro lassen die Stadträte zweifeln. Jetzt wird nach einer Alternative gesucht.
Früher war es ein Schulhaus, nun sind unter anderem der Schützenverein und die Feuerwehr Nutzer des Klimmacher Bürgerhauses. Das Gebäude ist allerdings sanierungsbedürftig. Foto: Christian Kruppe
Die Sitzungen des Schwabmünchner Stadtrats sind in der Regel sehr harmonisch: Alle Mitglieder sind sich einig, die heiklen Themen werden schon vorab in den Fraktionssitzungen besprochen - und die Beschlüsse sind zu 98 Prozent einstimmig. Zu längeren Diskussionen kommt es selten. Diesmal aber standen die Sanierungspläne für das Bürgerhaus in Klimmach im Kreuzfeuer.
So soll das Bürgerhaus saniert werden
Harald Tiefenbacher und Josef Pfänder vom Architektenbüro Endres und Tiefenbacher stellten die Pläne in der aktuellen Sitzung vor. Alles daran ist schick: ein neuer Vorbau am Gebäude, ein Aufzug für Barrierefreiheit, zwei große Aufenthaltsräume im Ober- und Erdgeschoss, energieeffiziente Dämmung, neue Heizung, mehr Räume und Lager für die Feuerwehr, Damenumkleiden, neue Küche, neue Toiletten und noch mehr.
Das Architektenbüro war beauftragt worden, die Planung so zu erstellen, dass es möglichst hohe Förderzuschüsse von unterschiedlichen Stellen geben kann. Allerdings sind die Bauauflagen dieser Förderstellen so hoch, dass am Ende der Rechnung für die Sanierung ein Betrag von 2,5 Millionen Euro unterm Strich steht. Eine knappe Million müsste die Stadt davon tragen. Rechnet man noch die Außenanlage und mögliche Baupreissteigerungen ein, dürfte eine Sanierung dieser Art auf knapp drei Millionen Euro kommen. Für rund 250 Einwohner des Schwabmünchner Stadtteils und erwarteten zwei bis drei Veranstaltungen pro Woche, eine stolze Summe, wie der Stadtrat befand.
Auch die Küche im Bürgerhaus bedarf einer grundsätzlichen Erneuerung.Foto: Christian Kruppe
Dass das Bürgerhaus einer Sanierung bedarf, daran besteht kein Zweifel. Das vor gut 40 Jahren zum Vereinshaus umgebaute Gebäude, in dem auch die Feuerwehr untergebracht ist, ist energetisch überholt. Nachtspeicher- und Holzöfen sorgen für Wärme, eine Dämmung fehlt. Küche und Sanitäranlagen sind veraltet. Barrierefreiheit ist nicht gegeben. Die Akustik im Saal ist schlecht.
Der große Saal im Bürgerhaus bringt eine große Portion Charme der späten 70er Jahre mit sich - und eine sehr unangenehme Akustik.Foto: Christian Kruppe
In der Sitzung sollte ein Beschluss gefasst werden, ob das Bürgerhaus für die 2,5 Millionen Euro saniert wird oder nicht. Doch dazu kam es nicht. Denn die Meinungen gingen auseinander.
Neben elektrischen Nachtspeicheröfen sorgt dieser alte Holzofen aktuell für Wärme im Saal des Klimmacher Bürgerhauses.Foto: Christian Kruppe
Andreas Rest (CSU) war einer der wenigen Befürworter: „Aus den zwei oder drei Terminen werden mehr. Das haben wir im Schwabegger Dorfgemeinschaftshaus gesehen. Dort gibt es fast keine freien Termine mehr. Das entwickelt sich. Aber wo nichts ist, kann sich nichts entwickeln.“ Auch Benjamin Schorer (Freie Wähler), der in Klimmach wohnt, sprach sich dafür aus: „Die Nutzung ist aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes zurückgegangen. Aber es ist wichtig für die Klimmacher, einen Ort zu haben, wo Vereinsleben stattfinden kann.“ Konstantin Wamser (SPD) hingegen regte an, eine pragmatische Lösung zu suchen. „Damit wir das Haus saniert, aber nicht übersaniert bekommen.“ Parteikollege Ivo Moll empfand 2,5 Millionen Euro als „heftig“ und fragte, ob es wirklich zwei Aufenthaltsräume braucht. „Man kann unten auf 82 Quadratmeter genauso gut zusammensitzen, wie oben auf 67 Quadratmeter.“ Bernhard Albenstetter und Stephan Dölle (beide CSU) empfanden die Kosten ebenfalls als zu hoch. „Das sind horrende Summen“, so Albenstetter. Er regte an, die Sanierung ohne Fördermittel zu bestreiten. Wenn dort das Nötige saniert werde, käme die Stadt vermutlich günstiger weg, so seine Meinung. Reinhold Weiher (Freie Wähler) hielt die Summe für „nicht gerechtfertigt“.
Ein erneutes Treffen ist geplant
Die Stadträte sahen sich nicht im Stande, einen Beschluss in der Sitzung zu fassen. Nun soll es ein erneutes Treffen zwischen Vertretern der Stadt, des Architektenbüros und des Klimmacher Bürgervereins geben. Dann geht es um die Frage: „Bauen wir, wie es die Förderung erfordert? Oder bauen wir, wie es Nutzung erfordert“, so Bürgermeister Lorenz Müller. (mit krup)
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