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SB-Kassen machen Einzelhändlern immer wieder Probleme: „Die Diebstahlquote ist extrem“

Selbstbedienungskassen

„Die Diebstahlquote ist extrem“: Diese Probleme machen SB-Kassen den Supermarktbetreibern

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    Immer mehr Kunden in Deutschland scannen ihre Produkte an der Ladenkasse selbst.
    Immer mehr Kunden in Deutschland scannen ihre Produkte an der Ladenkasse selbst. Foto: Swen Pförtner, dpa

    Gerade in Super- und Drogeriemärkten sind „Self-Check-Out“ - Kassen, wie es offiziell heißt, mittlerweile fester Bestandteil des Einkauferlebnisses. Die Zahl der Selbstbedienungskassen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen und wächst weiter. Im Jahr 2025 haben laut des Handelsforschungsinstituts EHI deutschlandweit über 6000 Märkte im Lebensmitteleinzelhandel SB-Kassen angeboten. Einerseits erlauben sie es, schnell, komfortabel und unabhängig zu bezahlen, ohne viel Personal dafür zu benötigen. Andererseits kann der eigenverantwortliche Bezahlvorgang dazu einladen, es mit dem Einscannen der Produkte nicht ganz so genau zu nehmen. Eine Schwäche, die auch Lebensmitteleinzelhändler aus dem Landkreis Augsburg bemängeln.

    Besonders diejenigen, die keine SB-Kassen installiert haben. So wie die Rewe Filiale Gayer in Untermeitingen. „Die Diebstahlquote ist extrem. Da passiert zu viel. Das ist momentan der Faktor, der die meiste Ware aus dem Laden herauszieht“, sagt der stellvertretende Marktleiter Rainer Skaper zu SB-Kassen in anderen Supermärkten. Grund dafür sei auch oft das fehlende Personal, um die Vorgänge an den SB-Kassen kontrollieren zu können. Dann liegt es an den Kundinnen und Kunden selbst. „Der Kunde ist alleine und kann machen, was er will und schleust natürlich durch. Im Endeffekt hast du keine Chance, du bräuchtest zehn Augen“, sagt Skaper.

    Rewe sieht keinen Zusammenhang zwischen SB-Kassen und Diebstahlquote

    Das persönliche Empfinden des Betreibers weicht von der Unternehmensperspektive ab. Grundsätzlich sieht der Rewe-Konzern kein Problem bei Selbstbedienungskassen. „Wir können nicht erkennen, dass ein automatischer Check-out im Markt oder Selbstbedienungskassen signifikanten Einfluss auf die Diebstahlquote eines Marktes haben“, teilt der Marktleiter einer Königsbrunner Rewe-Filiale, Thomas Wurm, in Rücksprache mit der Presseabteilung des Unternehmens mit.

    Ähnlich kritisch wie in Untermeitingen blickt man auch in der Edeka Filiale Kowalski in Gersthofen auf das selbstständige Bezahlen. Zwar bieten sie hier auch aus Platzgründen keine SB-Kassen an, die Betreiber vermuten aber, vor allem durch den Austausch mit anderen Märkten, dass SB-Kassen zum Diebstahl einladen. „Was wir von anderen mitbekommen, ist: massiver Diebstahl“, sagt der stellvertretende Marktleiter Devin Kowalski. Das muss gar nicht immer aus einer Absicht heraus entstehen. „Bei vielen ist der Diebstahl auch unbeabsichtigt, weil sie sich nicht mit dem System auskennen“, ergänzt er. Und auch mögliche Personaleinsparungen könnten sich erledigen, wenn man im Gegenzug Personal für Kontrollmaßnahmen rund um die Kassen benötigt, erklärt Kowalski.

    Intelligente Überwachung soll den Betreibern helfen

    Die Überwachung ist also entscheidend, damit das System SB-Kasse funktioniert. Und dafür gibt es verschiedene Lösungen. „Zur Prävention dienen unter anderem Checkout-Manager und Managerinnen, technische Kontroll-Routinen, Videoüberwachung und Exit-Gates“, heißt es von offizieller Seite des Rewe-Konzerns. Zum einen kontrollieren Mitarbeitende die Kassen und es braucht mitunter den Kassenzettel, um den Kassenbereich verlassen zu können.

    Zum anderen halten digitale Überwachungsmethoden immer stärker Einzug in die Märkte. Vor allem Videoüberwachung kann eine abschreckende Wirkung auf Ladendiebe haben. Hier werden die Kameras meist über den Kassen installiert und sensible Daten anonymisiert. So können Mitarbeitende am Bildschirm prüfen, ob die Waren auch vollständig gescannt werden – solange das entsprechende Personal zur Verfügung steht und auch bezahlbar ist. Da das nicht immer der Fall ist, wird vermehrt auf intelligente Videoüberwachung gesetzt. Dabei erkennen die modernen Kassensysteme automatisch Unstimmigkeiten beim Bezahlvorgang und lösen Alarm aus.

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