Als der Anruf von Bundestrainer Jeff MacLeod kommt, ist Katharina Häckelsmiller erst einmal enttäuscht. Trotz der Nachricht, dass die Deutsche Eishockey-Nationalspielerin nicht für den Olympia-Kader nominiert ist, lässt sie den Kopf nicht hängen : „Ich wollte weiter hart arbeiten, weil sich immer eine Chance ergeben kann und so kam’s ja dann auch.“ Anfang Januar ruft MacLeod dann nochmal an und nominiert Häckelsmiller für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina nach. Für die Bobingerin geht ein Traum in Erfüllung, beinahe hätte sie aber einen anderen Weg eingeschlagen.
Bobingerin: „Das ist der Traum von jedem Sportler“
„Ich freue mich auf alles, was auf uns zukommt“, sagt Häckelsmiller und zählt auf: „Das Olympische Dorf, die Atmosphäre dort, das Zusammenleben mit anderen Sportlerinnen und Sportlern.“ Besonders freut sie sich aber darauf, in voller Halle zu spielen: „Zu den Ligaspielen kommen so ungefähr 50 Zuschauer, das ist dann schon etwas anderes.“ Größere Kulissen kennt sie auch von Länderspielen und der Weltmeisterschaft, bei der sie schon mitgespielt hat. Die Olympischen Spiele, sagt Häckelsmiller, seien aber natürlich eine Nummer größer: „Das ist der Traum von jedem Sportler.“
Neben Eishockey, freut sie sich auch auf die anderen Sportarten: „Ich würde gerne zu den Ski-Freestyle-Wettbewerben gehen, Skifahren generell interessiert mich und ich schaue das auch viel zu Hause im Fernsehen.“ Häckelsmillers Zuhause ist in Bobingen, wo sie aufgewachsen ist und noch bei den eigenen Eltern wohnt. Zum Training nach Ingolstadt pendelt die Sportsoldatin, die noch eng mit ihrem Heimatort verbunden ist.
Umziehen im Auto zwischen Fußball und Eishockey
Unweit von Bobingen lernt sie als Kleinkind, Schlittschuh zu laufen beim ESV Königsbrunn. Daraus wird, auch dank ihrer Mutter Simone Heckelsmiller, die Mitgründerin ist, der EV Königsbrunn und Häckelsmiller beginnt auch Eishockey zu spielen. Parallel dazu spielt sie, genau wie ihr zwei Jahre älterer Bruder Lukas, auch Fußball, zunächst beim SSV Bobingen und später beim TSV Straßberg. Dass beide Kinder zwei Sportarten ausüben, wird teilweise zur Herausforderung für die ganze Familie: „Wir haben uns manchmal im Auto umgezogen, wenn wir vom Fußballspiel zum Eishockeymatch gefahren sind, oder umgekehrt“ erzählt Häckelsmiller. Manchmal teilen sich Mutter und Vater auch auf, ein Elternteil geht mit Lukas zum Eishockey, das Andere fährt Katharina zum Fußball.
Später müssen sie sich aber entscheiden, beide spielen dann nur noch Eishockey. „Das fand ich spannender und ich hatte auch mehr Talent als beim Fußball“, sagt Häckelsmiller. Ihr Bruder war lange beim EHC Königsbrunn und spielt mittlerweile in der Bayernliga beim ESV Burgau. Sie bringt ihr Talent erst in die Jugend nach Landsberg, dann nach Memmingen und 2024 schließlich in die erste Liga zum ERC Ingolstadt und nun zu den Olympischen Spielen.
Warum die Bobingerin eine ungewöhnliche Stürmerin ist
Beim Olympischen Turnier erhofft sich Häckelsmiller, dass das DEB-Team mindestens das Viertelfinale erreicht. „Natürlich träumt man auch von einer Medaille, wenn man zu Olympia fährt“, sagt sie, steckt die Ziele aber zunächst nicht so hoch, weil der Blick erstmal auf den nächsten Aufgaben liegt. „Wir haben gute Chancen, die Gruppenphase zu überstehen“, sagt die 21-Jährige, die mit Deutschland zwischen dem 5. und dem 10. Februar auf Schweden, Japan, Frankeich und Italien trifft.
Häckelsmiller will dann ihre für eine Stürmerin durchaus unüblichen Qualitäten einbringen, denn sie ist nicht immer eine typische Torjägerin: „Ich gebe sehr gerne Vorlagen und mag Defensiv-Zweikämpfe“, sagt die Bobingerin, der Blocks und Checks in der Defensive besonders viel Energie geben. Der Unterstützung aus ihrem Heimatort kann sie sich sicher sein.
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