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Olympia 2026: Das Warten geht weiter: Biathletin Preuß bleibt medaillenlos

Olympia 2026

Das Warten geht weiter: Biathletin Preuß bleibt medaillenlos

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    Franziska Preuß liegt enttäuscht am Boden. Wegen zwei Schießfehlern hat sie eine Medaille im Einzel verpasst.
    Franziska Preuß liegt enttäuscht am Boden. Wegen zwei Schießfehlern hat sie eine Medaille im Einzel verpasst. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Franziska Preuß hatte sich kurz gewundert. Die deutsche Biathletin hatte gerade ihre Tasche gepackt und war in die Umkleidekabine verschwunden. Sie hatte das Einzel-Rennen über 15 Kilometer auf Rang zehn beendet, wegen zweier Schießfehler bei den letzten Versuchen wurde es wieder nichts mit der erhofften Medaille. Dabei wäre am Mittwoch in Antholz einiges möglich gewesen.

    Preuß also marschierte zum Umziehen. In der Umkleide fragte sie in die Runde, wer eigentlich diese Bulgarin sei. Gemeint war Lora Hristova, die überraschend hinter den beiden Französinnen Julian Simon und Lou Jeanmonnot Bronze gewonnen hatte. Bis dahin war Hristova noch nie unter den besten Zehn bei einem Weltcup gewesen. Zufällig saß sie auch noch in der Kabine, als Preuß nach ihr fragte. Sie meldete sich schüchtern. Für Preuß eine unangenehme Situation, wie sie hinterher zugab. „Ich habe ihr natürlich gleich gratuliert“, sagte Preuß.

    Gerne wäre Preuß selbst auf dem Podium gestanden, die 31-Jährige wartet noch immer auf eine Einzelmedaille bei Olympia. Im vergangenen Jahr hatte sie den Gesamtweltcup gewonnen, sie hat bewiesen, dass sie zu den besten Biathletinnen der Welt gehört. Bei Olympischen Spielen aber geht immer irgendwas schief.

    Bei Preuß fällt das Kartenhaus zusammen

    Am Mittwoch war es das letzte Schießen im Stehen. Der erste Schuss fand noch sein Ziel, der zweite ging daneben. „Dann ist das Kartenhaus in sich zusammengefallen“, sagte Preuß. Ein zweiter Fehler folgte, spätestens jetzt war klar, dass es erneut nicht mit einer Medaille klappen würde. „Vor dem letzten Schießen war ich noch optimistisch, danach nicht mehr“, sagte Preuß im Anschluss ganz nüchtern.

    Das Einzelrennen ist das längste und wohl herausforderndste für die Athletinnen. „Auf einer Drei-Kilometer-Runde hat man viel Zeit zum Nachdenken“, erzählte Preuß. Sie wusste vor dem letzten Schießen, dass sie um Gold würde kämpfen können. Wenn sie fehlerfrei bleibt. Sie versuchte, diese Gedanken zu verdrängen. Es gelang nicht. „Ich habe geschaut, dass ich im Kopf streng zu mir bin und in meinen mentalen Plan komme“, sagte sie. Aber mindestens im Hinterkopf tauchte immer wieder dieser eine Gedanke auf: Eine Medaille ist möglich.

    Auch weil Preuß gut begonnen hatte. Das erste Schießen habe sich gut angefühlt, sie sei voll im Plan gewesen. Auch Schießen zwei und drei funktionierten. Auch in der Loipe war sie mit ihrer Leistung weitgehend zufrieden. Beim letzten Schießen aber erinnerte viel an den vergangenen Sonntag. Auch da hatte sie in der Mixed-Teamstaffel Probleme, konnte aber die Bronzemedaille noch sichern. Am Mittwoch gelang ihr das nicht. „Wenn es für eine Medaille reichen soll, brauche ich den perfekten Tag, so realistisch bin ich. Noch habe ich die Hoffnung, dass der vielleicht noch kommt“, sagte Preuß.

    Voigt muss vor dem letzten Schuss das Gewehr absetzen

    Den ganz perfekten Tag hatte auch Vanessa Voigt nicht. Trotz fehlerfreien Schießens. 13 Sekunden lag sie am Ende hinter der Bulgarin Hristova, was Rang vier bedeutete. „Auf der einen Seite bin ich stolz, dass ich in einem olympischen Rennen meine beste Platzierung ausgepackt habe. Aber natürlich bin ich enttäuscht, dass es wieder der vierte Platz ist“, sagte die 28-Jährige. Sie könne sich aber nichts vorwerfen., so Voigt weiter.

    Womöglich aber schon. Sie hatte sich viel Zeit gelassen zwischen den Schüssen. Vor dem letzten Versuch hatte sie sogar das Gewehr noch einmal abgesetzt, um ganz auf Nummer sicher zu gehen. „Im Einzel zählt jeder Treffer, ich wollte sauber eine Null schießen“, sagte sie. Das gelang, allerdings kostete es Zeit. Ein Problem, das eigentlich überwunden schien.

    Das Trainerteam hatte in dieser Saison mit Voigt viel daran gearbeitet, die Schießzeit zu beschleunigen. Und Gespräche geführt, die intensiv waren. Nach denen sogar Tränen geflossen sind. „Wir haben ein Gespräch geführt, das nicht so erfreulich war für eine Athletin“, sagte Frauencheftrainer Kristian Mehringer. Und: „Wenn ich bei Olympia eine Medaille möchte, muss ich auch eine gewisse Schießzeit haben.“ Das zeigte sich am Mittwoch deutlich. Oder wie es Voigt selbst formulierte: „Man braucht halt auch eine schnelle Null.“ So wie die Überraschungsdritte Hristova.

    Oder eine überragende Laufzeit. Das zeigten die Französinnen Simon und Jeanmonnot. Simon, die Gold gewann, leistete sich einen Fehler, ihre Landsfrau sogar zwei. In der Loipe aber waren beide sehr schnell. Das musste auch Preuß zugeben. Sie würde es derzeit nicht wagen, sich die Laufform betreffend mit Simon zu vergleichen. Da sei sie gerade weit weg.

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