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Olympia 2026: Für die Biathleten geht es nur noch um Schadensbegrenzung

Olympia 2026

Für die Biathleten geht es nur noch um Schadensbegrenzung

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    Die Stimmung in Antholz ist gut, die Leistungen der deutschen Biathleten um Franziska Preuß eher nicht.
    Die Stimmung in Antholz ist gut, die Leistungen der deutschen Biathleten um Franziska Preuß eher nicht. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Philipp Nawrath hatte sich das ganz anders vorgestellt. Im Vorfeld der Olympischen Spiele hatte er davon gesprochen, eine Einzelmedaille gerne mit nach Hause bringen zu wollen. Biathlon-Wettbewerbe gibt es in Antholz ausreichend. Was zum einen anstrengend ist, erhöht zum anderen auch die Erfolgsaussichten. Nun aber, zwei Wettbewerbe vor Schluss, sind die Zweifel am deutschen Leistungsvermögen größer als die Chancen.

    Die deutschen Biathletinnen und Biathleten haben psychologische Hilfe an ihrer Seite. Wer immer ein Problem hat, kann das Gespräch suchen. Es ist davon auszugehen, dass einige Treffen im Teamquartier stattgefunden haben. Weil die Psyche angeknackst ist. Weil Enttäuschungen für Ernüchterung gesorgt haben. „Ich muss schon froh sein, wenn eine Top-Ten-Platzierung herauskommt“, sagte Nawrath nun vor dem Massenstart der Männer am Freitag. Es ist der vorletzte Wettkampf, am Samstag folgen noch die Frauen.

    Es dürfte bereits jetzt klar sein: Die Biathlon-Wettkämpfe werden die deutschen Erwartungen nicht erfüllen. Auch, weil Franziska Preuß mehr mit sich selbst und mentalen Problemen hadert. Mehrfach schon patzte sie beim letzten Schießen. Mehrfach versagten ihr die Nerven. Am Mittwoch nach Platz vier mit der Frauenstaffel verschwand sie wortlos in Begleitung eines Arztes aus dem Stadion. Am Donnerstagnachmittag meldete sie sich zu Wort. „Man braucht einfach ein bisschen Zeit, das zu verdauen. Vor allem, weil ich schon den ganzen Winter mit solchen Situationen kämpfe“, sagte Preuß. Sie versuche immer wieder Neues, und „trotzdem ist es dann oft wie ein Blackout, sobald ich auf der Matte stehe“. Beim Schießen also. Sie werde nun versuchen, sich wieder aufzubauen, „damit ich am Samstag wieder mit einem Lächeln am Start stehe.“

    Mit diesem Einbruch hatte Nawrath nicht gerechnet

    Nawrath war bewusst gewesen, dass Medaillen bei Olympia schwer zu erreichen sind. Nach seiner starken Leistung im Einzel aber hatte er nicht damit gerechnet, dass sich die folgenden Wettkämpfe so ernüchternd zeigen würden. „Dass es in den Folgerennen so daneben läuft, kam eher unerwartet“, sagte der Allgäuer. Ihm ist bewusst, dass es wohl nicht für ganz vorn reichen wird. Ein weiteres Mal.

    Neben Nawrath sind aus dem deutschen Team Philipp Horn und David Zobel für den Massenstart qualifiziert. Auch die beiden sind bei Weitem nicht ohne Probleme durch die Olympischen Spiele gekommen. Eine Medaille für Deutschland wäre eine Überraschung. Sowohl am Freitag bei den Männern als auch am Samstag bei den Frauen. So könnte tatsächlich am Ende aus deutscher Sicht nur die Bronzemedaille des ersten Wettkampfs vor knapp zwei Wochen im Team-Mixed in der Bilanz stehen. Immerhin war Philipp Nawrath im Erfolgsteam dabei. Seine olympische Medaille hat er also im Gepäck. Allerdings auch zahlreiche Enttäuschungen.

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