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Olympia 2026: Gold mit zwölf Jahren Verspätung

Olympia 2026

Gold mit zwölf Jahren Verspätung

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    Gold mit zwölf Jahren Verspätung (von links): Simon Schempp, Arnd Peiffer, Daniel Böhm und Erik Lesser
    Gold mit zwölf Jahren Verspätung (von links): Simon Schempp, Arnd Peiffer, Daniel Böhm und Erik Lesser Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Um kurz nach halb eins tönte am Sonntagmittag doch noch die deutsche Nationalhymne durch das Stadion in Antholz. Erstmals bei den Biathlon-Wettbewerben der Winterspiele in diesem Jahr in Norditalien. Und wohl letztmalig, legt man die bisherigen Leistungen des Teams zugrunde.

    Für die Teilnahme an der Siegerehrung waren Helden vergangener Tage verantwortlich. Vor zwölf Jahren in Sotschi hatten sich Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp Silber in der Männerstaffel erschossen und erlaufen. In einem rasanten Finale hatte Schlussläufer Schempp den Zielsprint gegen den Russen Anton Schipulin verloren. Der Jubel beim deutschen Team war dennoch groß. „Wir waren sehr stolz und nicht enttäuscht, dass es nur Silber war“, sagte Peiffer nun zwölf Jahre später.

    Russland also hatte damals triumphiert. Allerdings nicht mit legalen Mitteln, wie sich herausstellen sollte. Da bei Jewgeni Ustjugow verbotene Mittel festgestellt worden waren, wurde die russische Mannschaft nachträglich disqualifiziert. Bis zu einer offiziellen Korrektur der Ergebnislisten allerdings dauerte es. Wegen langjähriger juristischer Verfahren und mehrerer Einsprüche. Mittlerweile aber ist es offiziell: Deutschland bekommt Gold, Österreich Silber und Norwegen Bronze.

    Weikert freut sich, dass sich Fairness durchsetzt

    „Diese Goldmedaille ist ein starkes Zeichen für die Glaubwürdigkeit des Sports. Auch wenn unsere Athleten viel zu lange auf diesen Moment warten mussten, zeigt sich am Ende: Fairness und saubere Leistung setzen sich durch“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert, der ebenso im Stadion war wie Vizekanzler Lars Klingbeil. Auch Bayern-Profi Joshua Kimmich saß auf der Tribüne.

    Auch die drei nachträglich geehrten Staffeln waren nach Antholz gekommen. Sie standen am Sonntagmittag bei Sonnenschein und blauem Himmel auf dem Podest. Sportler, die längst ihre Karrieren beendet haben, durften sich noch einmal Medaillen umhängen lassen. Die deutsche Hymne rundete das Geschehen ab. Stolz hielt das deutsche Quartett die Medaillen in die Kamera. Das Gold glänzte in der Sonne. Aber waren es auch die Originalmedaillen von damals? „Das denke ich nicht“, sagte Lesser und lachte, „da sind keine Kratzer drin.“ Und solche hätten die Russen bestimmt reingemacht, bevor sie sie auf die Reise geschickt hätten.

    Immerhin war ein guter Moment für die nachträgliche Medaillenvergabe gefunden worden. „Das war der beste Rahmen, den wir uns unter diesen Umständen wünschen konnten“, sagte Daniel Böhm. Auf der olympischen Bühne und vor vielen deutschen Fans. Es waren noch einmal emotionale Momente. Wobei Böhm zugab, dass die Silbermedaille vor zwölf Jahren deutlich emotionaler gewesen sei. Direkt nach dem Rennen, direkt nach der eigenen starken Leistung.

    Deutsches Team rennt den Erwartungen zunächst hinterher

    Die deutschen Männer waren damals mit großen Erwartungen nach Sotschi gereist. Zunächst aber wollte es nicht so recht klappen. „Wir sind den Erwartungen hinterhergerannt“, sagte Erik Lesser, „gingen aber als Sieger aus der Loipe“. Zumindest jetzt, mit zwölf Jahren Verspätung. Im deutschen Team herrschte damals Unruhe. Evi Sachenbacher-Stehle war zuvor positiv auf Doping getestet worden. „Die ganze Mannschaft war damals ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Es war schwer, sich zu konzentrieren“, erzählte Peiffer am Sonntag. Und dann lief es auch in der Staffel der Frauen nicht nach Wunsch. Die Männer mussten es richten. Und es gelang. „Wir haben uns extrem gut zusammengerauft. Wir haben uns vorher gesagt, das ist unsere Chance, uns zu belohnen“, so Peifffer. Und sie belohnten sich.

    Das würden die deutschen Männer auch gerne in Antholz tun. Sie stecken derzeit aber in der Krise. Das Verfolgungsrennen am Sonntag beendeten sie auf hinteren Plätzen. Philipp Horn holte sich Rang elf, Philipp Nawrath folgte auf Platz 25, Justus Strelow auf 30 und David Zobel auf 34. Ernüchternde Platzierungen, die wenig Hoffnung für die Staffel am Dienstag machen. Und doch ist die Hoffnung auf eine Medaille groß. Auch bei Schempp, der aufmerksam das Wirken seiner Nachfolger verfolgt. „Für mich kommen vier Nationen für eine Medaille infrage. Da ist die Chance gut“, sagte er. Deutschland also hat er auf dem Zettel, zudem die starken Franzosen, Norweger und Schweden.

    Das Ergebnis vom Sonntag unterstreicht diese Reihenfolge. Gold holte der Schwede Martin Ponsiluoma vor dem Norweger Sturla Holm Laegreid und dem Franzosen Emilien Jacquelin. Die deutschen Starter dagegen waren weit von der Spitze entfernt. „Das ärgert mich sehr, weil ich heute in einer guten Verfassung war. Ich fühle mich läuferisch gut“, sagte Philipp Nawrath. Er schoss allerdings sechs Fehler.

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