Augsburg Mitte der Woche hat der FC Augsburg Post von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bekommen. Darin waren die Lizenzpapiere für die kommende Saison. Sie wurde dem Bundesliga-Aufsteiger erstmals ohne Bedingungen erteilt. Für beide Ligen. Eine Tatsache, die in der Liga nicht selbstverständlich ist. So hat Hertha BSC (35 Mio. Euro Schulden) die begehrten Unterlagen nur erhalten, wenn Bedingungen erfüllt werden. Der FCA hingegen wird in dieser Saison schwarze Zahlen schreiben. „Wir haben den größten Umsatz der Vereinsgeschichte und wir werden die Saison mit einem Gewinn abschließen. Das ist ein Ausrufezeichen“, sagt Andreas Rettig mit ein wenig Stolz in der Stimme. Der scheidende Manager hinterlässt seinen Nachfolgern ein gut bestelltes Haus.
Der Gewinn am Ende
Wie hoch der Gewinn am Ende sein wird, hängt unter anderem auch davon ab, ob der FCA die Liga hält. Dann darf der Klub eine deftige Nichtabstiegsprämie ausschütten. „Es wäre eine siebenstellige Summe“, bestätigt Andreas Rettig. Auch er wird einen Zuschlag erhalten. „Wer gut arbeitet, soll auch gut verdienen“, betonte er des Öfteren.
Das ist der FC Augsburg
Gründungsjahr: 8. August 1907. Vollständiger Name: Fußball-Club Augsburg 1907 e.V.. Rufname: FCA
Ursprung: Der FCA ist ein Zusammenschluss des BC Augsburg und der Vertragsspielerabteilung des TSV Schwaben Augsburg.
Vereinsfarben: Rot-Grün-Weiß
Stadion: SGL-Arena. Fassungsvermögen: 30.660 Plätze. Architekt: Bernhard & Kögl. Spielfläche: 105 x 68 Meter auf Naturrasen. Eröffnung: 26. Juli 2009.
Vorheriger Spielort: Rosenaustadion. Kapazität: 28.000. Eröffnung: 16. September 1951.
Präsident: Walther Seinsch
Trainer: Markus Weinzierl
Ewiger Zuschauerrekord am 15. August 1973 im Münchner Olympiastadion beim Spiel gegen die Löwen: Rund 90.000 Menschen sahen die Partie.
Bekannteste Spieler: Ulrich Biesinger: Fußball-Weltmeister 1954 in der Schweiz, A-Nationalspieler
Helmut Haller: Vizeweltmeister 1966 in England, Teilnahme an der WM 1962 in Chile, Teilnahme an der WM 1970 in Mexiko.
Bernd Schuster: Europameister 1980 in Italien, Spanischer Meister mit dem FC Barcelona und Real Madrid.
Armin Veh: Deutscher Meister als Trainer mit dem VfB Stuttgart im Jahr 2007.
Karlheinz Riedle: Weltmeister 1990 in Italien. Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokal-Sieger mit Borussia Dortmund.
Sollte der FCA erstklassig bleiben, plant er in der kommenden Saison mit einem Etat von geschätzt rund 36 Millionen Euro, Hertha zum Beispiel mit 60 (!) Millionen. Sollte der FCA absteigen, muss er deutlich kleinere Brötchen backen. Dann wird der Etat wohl irgendwo um die 25 Millionen Euro (Hertha 32 Millionen) liegen. Die Zahlen zeigen, wie weit der FCA finanziell noch Nachholbedarf hat. Sportlich hingegen hat Trainer Jos Luhukay den Rückstand schon fast aufgeholt.
Chancen auf Klassenerhalt enorm gestiegen
Die Chancen auf den Klassenerhalt sind seit dem vergangenen Wochenende enorm gestiegen. Mit dem 2:1-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg hat der FCA den Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz, dort steht Hertha BSC, auf fünf und auf den Relegationsplatz (dort rangiert Köln) auf vier Punkte ausgebaut.
Damit kann der FCA schon am Sonntag zu Hause (15.30 Uhr, SGL-Arena) mit einem Sieg gegen Schalke 04 den Klassenerhalt perfekt machen (siehe Info-Kasten). Beide Konkurrenten spielen bereits am Samstag. Ein Vorteil für den FCA. Drei Spieltage vor Saisonende haben die Rechenspiele begonnen. Luhukay ist zwischen nüchternem Ergebnis-Fußball und leidenschaftlichem Erlebnis-Fußball hin und her gerissen. Er sagt: „Wir wollen auch gegen diese Top-Mannschaft unser Spiel durchziehen und das Spiel gewinnen. Je nachdem wie unsere Konkurrenten am Samstag spielen, kann aber auch ein Punktgewinn am Ende ganz wichtig sein.“
Dafür muss er aber die Schalker Torgaranten Klaas-Jan Huntelaar (24 Tore) und Raúl (14 Tore) stoppen. „Raúl ist ein phantastischer Spieler mit vorbildlichem Charakter. Es tut mir leid, dass er die Liga verlässt“, sagt Luhukay. Die Bewunderung wird aber 90 Minuten ruhen. Wie er dies bewerkstelligen will, wollte Luhukay gestern nicht genau erklären. Auf jeden Fall nicht mit Gibril Sankoh. Der Innenverteidiger hat für diese Saison, so scheint es, mit seinen Patzern gegen Bayern und Stuttgart jeglichen Kredit beim Trainer verspielt. „Es kann jeder Fehler machen, aber man muss daraus lernen und das hat Gibril leider nicht getan.“