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Jogi Löw bleibt auf immer Bundestrainer - oder etwa nicht?

Glosse Von Tilmann Mehl
12.11.2020

Manche Personen sind so mit einem Amt verbunden, dass das Oberstübchen eine Vervollständigungsfunktion hat. Löw ist nicht der einzige Beleg dafür.

Soll keiner glauben, der menschliche Geist wäre den Maschinen überlegen. Zwar speisen sich sämtliche Rechner der Welt aus den Erfahrungen, die über Äonen von Generationen gesammelt wurden, doch anders als der Homo Sapiens sind Computer dazu in der Lage festgefahrene Strukturen durch einen simplen Befehl zu löschen.

Ein Beispiel dafür ist die Autovervollständigung (besser bekannt als Autofill) der bekannten Suchmaschinen. Dabei werden Benutzereingaben mehr oder weniger sinnvoll ergänzt. Tippt der Nutzer beispielsweise " Angela Merkel" in das Suchfeld ein, folgen sofort weiterführende Begriffe wie "Alter", "Gehalt" oder "Mann". Auch das Hirn verfügt über eine Autofill-Funktion. Sie aber funktioniert weitaus schlechter als jene rechenunterstützte Herangehensweise.

UN-Generalsekretär bleibt auf immer Kofi Annan

Berichtet die Tagesschau von der Bundesjustizministerin, schlägt einem die Oberstube beispielsweise Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vor. Christine Lambrecht? Wer soll das sein? UN-Generalsekretär bleibt auf immer Kofi Annan (gefolgt von Boutros Boutros-Ghali, weil er gar so einen schönen Namen hat). Papst? Klar, Johannes Paul II. Das Phänomen funktioniert auch mit Werbemelodien. Wer sich einmal leise "Mhh Exquisa" vorsagt, wird von seinem Hirn ein gesungenes "keiner schmeckt mir so wie dieser" ernten.

Wer in der Zeitung "Deutscher Rekordmeister" liest vervollständigt selbst mit "FC Bayern". Oder aber: Bundesliga-Dino. Klar, der Hamburger SV. Dabei spielt der nun schon die dritte Saison in der zweiten Liga. Besonders eindrücklich lässt sich das Schauspiel an folgendem Beispiel beschreiben: Bundestrainer. Hirn-Autofill erweitert unverzüglich um Joachim Löw. Aber stimmt das überhaupt? Oder ist Löw möglicherweise die Sabine Leutheusser-Schnarrenberger des Fußballs und hat sich bereits längst aus dem lästigen Geschäft zurückgezogen? In diesem Fall beruhigt Google.

Für die Anfrage "Löw Rücktritt" gibt es kein eindeutiges Ergebnis

Der Suchmaschine zufolge soll er immer noch die Fußball-Nationalmannschaft anleiten. In unseren Gehirnen wird er es auch dann noch machen, wenn er sich tatsächlich nur noch lässig Espresso trinkt. Wann das sein wird? Das wissen nicht mal die Suchmaschinen. Die Anfrage "Löw Rücktritt" ergibt kein eindeutiges Ergebnis. Dumme Maschine.

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