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Sebastian Vettel und Ferrari: Das Ende eines großen Irrtums

Kommentar Von Marco Scheinhof
12.05.2020

Sebastian Vettel sollte bei Ferrari an die Erfolge von Michael Schumacher anknüpfen. Dass es gelang, lag zu einem großen Teil am Rennstall - aber nicht ausschließlich.

Sebastian Vettel kann ein Sturkopf sein. Das muss er auch, um sich in einem Geschäft wie der Formel 1 durchsetzen zu können. Nun ist der 32-Jährige in den Verhandlungen mit Ferrari ebenfalls stur geblieben. Das Angebot, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern, wollte er nicht akzeptieren, auch die Steigerung auf zwei reichte ihm nicht. Zumal seine Bezüge auf die Hälfte gekürzt werden sollten. Das ist ein Angebot, das ein viermaliger Weltmeister nicht annehmen kann. Da kann Vettel noch so sehr betonen, dass finanzielle Aspekte keine Rolle spielen würden.

Seinen Wert definiert er für sich selbst. Und da war er mit der Offerte von Ferrari und der damit einhergehenden Wertschätzung offenbar nicht einverstanden. So wird nach sechs Jahren eine Zusammenarbeit enden, die 2015 so vielversprechend begonnen wurde.

Ferrari stolperte von Fehler zu Fehler - und Vettel zog nach

Vettel aber konnte nie die Erfolge von Michael Schumacher mit der Scuderia wiederholen. Schumacher hatte mit dem damaligen Teamchef Jean Todt ideale Bedingungen, um Ferrari von Erfolg zu Erfolg zu führen. Das Teamgebilde war stabil, die Grundlage bestens. Vettel dagegen musste Wechsel auf der Chefposition hinnehmen und mitansehen, wie Ferrari von Fehler zu Fehler stolperte.

Da er auch nie wirklich ein WM-Titel-taugliches Auto zur Verfügung hatte, versuchte er, zu retten, was kaum zu retten war. Das teilweise zu energische Fahren führte zu einer Vielzahl an Fehlern bei einem Piloten, der zuvor mit Red Bull die Formel 1 dominiert hatte. Doch von seiner Unbekümmertheit, seiner lockeren Art, die ihn bei Red Bull auszeichnete, blieb bei Ferrari nicht mehr viel übrig. Vieles war mit dem Wechsel zu den Roten anders geworden. Und vieles schlechter.

Vettel vor dem Karriereende? Zu verstehen wäre es

Hätte Vettel das Angebot von Ferrari angenommen, wäre es gleichzeitig das Eingeständnis gewesen, nur noch die Nummer zwei hinter Ferraris Zukunftshoffnung Charles Leclerc zu sein.

Denn so sehr Teamchef Binotto die Qualitäten Vettels zuletzt auch lobte, so wenig schien ihm letztlich daran gelegen, den Heppenheimer über 2020 hinaus zu verpflichten. So scheint sich nun das Ende eines großen Irrtums zu nähern. Und vielleicht sogar das Ende einer großen Karriere. Das wäre schade, aber irgendwie auch zu verstehen. Irgendwann reicht es.

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