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Was der Zuschauerboom bei den Panthern für den neuen Kader bedeutet

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Panther-Chef Horber: „Kein Gesellschafter verdient mit Eishockey Geld“

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    Panther-Geschäftsführer und Gesellschafter Maximilian Horber gewährt Einblicke in die Strukturen des Eishockey-Klubs.
    Panther-Geschäftsführer und Gesellschafter Maximilian Horber gewährt Einblicke in die Strukturen des Eishockey-Klubs. Foto: Siegfried Kerpf

    Die Panther haben sich nach Jahren des Abstiegskampfes sportlich stabilisiert und gute Chancen, die erste Play-off-Runde zu erreichen. Das Zuschauerinteresse ist riesig. Augsburg wird wohl den DEL-Rekord von 21 ausverkauften Partien egalisieren. Geschäftsführer Maximilian Horber allerdings bremst die Erwartungen, dass dadurch plötzlich viel mehr Geld für die Mannschaft der kommenden Saison zur Verfügung steht. „Die Zuschauerzahlen bedeuten nicht zwingend, dass Larry Mitchell mehr Budget bekommt. Es gibt auch Bereiche außerhalb des Sports, in die wir immer wieder gezielt investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Horber. Gemeinsam mit dem zweiten Geschäftsführer Lothar Sigl ist er auch Gesellschafter der Augsburger Panther.

    Eishockey ist in Deutschland unverändert ein subventionierter Sport. Horber spricht von einem kalkulierten Risiko für die Gesellschafter vor jeder Saison, das auch auf Erfahrungswerten der Vergangenheit basiert. Zahlen nennt er keine. Nur so viel: „Mit der hohen Stadionauslastung ist die veranschlagte Zahl überschritten. Gleichzeitig müssen wir gedanklich schon vor der Saison mögliche Nachverpflichtungen budgetieren, wo dann solche Mehreinnahmen unter anderem einfließen.“ Mitte Januar hatten die Panther den Verteidiger David Farrance für den Saisonendspurt verpflichtet, noch im alten Kalenderjahr Jason Bast zurückgeholt.

    Sponsoren sind finanziell wichtiger als Zuschauereinnahmen

    Um Mitchell künftig ein noch größeres Budget im Bereich der Spieler und Trainer geben zu können, seien laut Horber die Erlöse im Bereich Sponsoring und Hospitality entscheidende Stellschrauben. Deren Volumen übertrifft mittlerweile die aus den Zuschauereinnahmen. „Da müssen wir zusehen, wo wir noch Potenzial haben. Für uns gilt es natürlich, unsere treuen Partner zu halten und gleichzeitig neue Sponsoren zu akquirieren.“

    Ende des vergangenen Jahres meldeten die Panther eine Neuerung. Erstmals habe man mit dem Ladenbauer und Lichtexperten AHA360° einen Exklusivpartner. Das mittelständische Unternehmen aus Gersthofen erweitert sein Engagement und steigt damit in die höchste Sponsorenebene (unterhalb eines Hauptsponsors) des Klubs auf. Traditionell fußt das Geschäftsmodell der Panther auf einer breiten Sponsorenbasis, von denen die meisten in der Region verwurzelt sind. „Bei einem Hauptsponsor gibt es natürlich immer auch die Gefahr einer gewissen Abhängigkeit, ein Mäzenen-geführter Klub soll aus den Panthern nicht werden“, sagt Horber. Zudem gebe es in der Wirtschaftsregion Augsburg nicht viele Unternehmen, die dafür infrage kommen würden.

    Panther-Chef will langen Atem beweisen

    Teil des Entwicklungsprozesses sei laut Horber, dass der Klub schon zahlreiche Leistungsträger mit neuen Verträgen ausgestattet hat. „Das zeigt, welche Richtung wir generell eingeschlagen haben.“ Mit der Verpflichtung Larry Mitchells als Sportdirektor habe man einen Prozess angestoßen, „der zwei, drei, vier, vielleicht sogar fünf Saisons dauert. Das ist im Profisport ein langer Zeitraum. Manchmal muss man da auch durch ein Tal. Aber man muss festhalten an dem Personal im Bereich Sport und sich durchbeißen, um mittelfristig zu kriegen, was man sich ursprünglich vorgestellt hat.“ Diesen Weg würden auch die Sponsoren mitgehen. „Gerade bei den größeren Paketen wollen wir diese mittelfristige Sicherheit, da wollen wir für zwei oder drei Jahre unterschreiben. Ich glaube, nur so kann man die nachhaltige Entwicklung weiter vorantreiben“, so Horber.

    „Wilde Gehaltssprünge oder Etat-Erhöhungen“ werde es dabei nicht geben können, sagt der Geschäftsführer. Grund: „Im Hintergrund ist keiner, wie es ihn vielleicht in den monetären Top 6 dieser Liga gibt. Da wird dann eben noch ein Starspieler verpflichtet oder im Nachgang einer Saison ein großes Minus ausgeglichen. Das können und wollen wir nicht. Die schwarze Null ist immer das Ziel, Geld verdient mit Eishockey kein Gesellschafter in der Liga. Wir wollen eine langfristige Zukunftsentwicklung, und da gehört ein bisschen mehr dazu, als nur auf eine Saison und einen Etat zu schauen.“

    Horber: „Macht keinen Sinn, eine Etatgröße zu nennen“

    Schätzungen gehen für die Panther von einem Gesamtetat von rund sieben Millionen Euro aus. Innerhalb der DEL ist es aber kaum möglich, die Klubs miteinander zu vergleichen. Horber nennt keine Zahlen. „Da hat man 14 unterschiedliche Geschäftsmodelle, Besitzverhältnisse und Strukturen“, sagt der Geschäftsführer. Und: „Daher macht es keinen Sinn, eine Etatgröße zu nennen, weil keiner damit etwas anfangen kann. Wer leistet sich zum Beispiel welche Office-Größe? Das kann man zum Beispiel bewusst kleinhalten, um den ein oder anderen Euro mehr in die Mannschaft zu stecken. Wer zahlt wie viel für sein Stadion und die Trainingseinrichtungen? Wie viel Geld fließt in die Nachwuchsarbeit?“ Den größten Gesamtetat haben wahrscheinlich die Adler Mannheim mit geschätzten 15 Millionen Euro.

    In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder mal die Forderung nach einem Salary Cap, wie er in den nordamerikanischen Profiligen üblich ist. Dabei geht es im Kern um eine Gehaltsobergrenze, die verhindern soll, dass finanziell starke Teams die besten Spieler mit hohen Gehältern verpflichten, während kleinere auf der Strecke bleiben. Diese Situation herrscht in Deutschland nicht nur im Eishockey. Für Horber als Vertreter eines kleinen Klubs ist ein Salary Cap „zumindest einen Gedanken wert. Dafür brauchst du aber eine Mehrheit, was schwierig wird.“ Die finanziellen Platzhirsche aus München, Mannheim, Berlin und Köln dürften sich kaum mit der Idee anfreunden. „Aber wenn man langfristig denkt, wo wir als Liga, wo wir als Sportart hinwollen, dann darf es keine Denkverbote geben“, sagt Horber. Das gelte auch für den Auf- und Abstieg. „Wir würden liebend gern ein 15. und 16. Team aufnehmen. Das bedeutet mehr Heimspiele und mehr Umsatzmöglichkeiten. Klubs mit angespannter Hallensituation sehen das möglicherweise anders. Aber diskutieren muss erlaubt sein.“

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