Mal wieder: Bevor die ersten Olympiamedaillen um den Hals der Athletinnen oder Athleten baumeln, wird gelästert. Über den Stoff, den die Aktiven tragen. Heißt es in einer Kritik, dass ein Designer auf einen farbenfrohen Mustermix setzt, bedeutet das: quietschbunt und völlig daneben. Sobald Fotos mit den Jacken, Hosen und Hüten für den olympischen Auftritt in Umlauf sind, werden die Stöffchen traditionell in der Luft zerrissen. Als die Star-Designerin Stella McCartney einst die Klamotten für das englische Team präsentierte, sah ein Sportpsychologe rot, weil ihm nicht genügend Rot enthalten war. Professor Robert Barton hatte zuvor eine Studie veröffentlicht, die besagte, dass das Tragen der Farbe Rot die Erfolgschancen erhöht. McCartney hatte sich vom Union Jack inspirieren lassen, aber vor allem Weiß und Blau verwendet.
Sie werden dicke Fische an Land ziehen
Übertragen auf die Klamotten der deutschen Olympia-Fahrer könnte man nun positiv formulieren: Sie werden einige dicke Fische an Land ziehen. Wer es weniger gut meint, könnte fragen: Seit wann ist Angeln olympisch? Jedenfalls erinnern die deutschen Sportler mit einem weiten Poncho und Fischerhut eher an eine Thekentruppe auf Angel-Ausflug, denn an ein Sportteam. Der Regenponcho wurde in den sozialen Netzwerken bereits als „Karnevalskostüm“ verspottet. Passt doch – der glumperte Donnerstag steht vor der Tür.
Genug gelästert: Lasst die Spiele beginnen
Jedenfalls soll das deutsche Design von der Flamme des olympischen Feuers inspiriert sein. Die Mailand-Fahrer kommen im modernen Oversized-Look daher. Oder, wie die Verkäuferin im Modegeschäft lobpreisen würde: Das gute Stück passt auch nach dem zweiten Tortenstück noch wie angegossen. Genug gelästert. Lasst die Spiele am Freitag beginnen.
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