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Ski alpin: Über die Rückkehr des weiblichen Terminators

Ski alpin

Über die Rückkehr des weiblichen Terminators

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    Lindsey Vonn hat ein spektakuläres Comeback geschafft. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Winterspiele.
    Lindsey Vonn hat ein spektakuläres Comeback geschafft. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Winterspiele. Foto: Jens Büttner, dpa

    Kitzbühel im Januar 2020. Corona stand schon vor der Tür, aber das legendäre Hahnenkammrennen fand statt. 50.000 Menschen strömten in den kleinen, aber feinen Ort in Tirol, um die Abfahrt zu sehen. Unter ihnen auch Lindsey Vonn. Die damals 35-Jährige hatte im Jahr zuvor ihre Karriere nach zahlreichen Verletzungen und 82 Weltcuprennen beendet. Nach Kitzbühel war sie also auch als Zuschauerin gekommen. Genauso wie Arnold Schwarzenegger. Der Hollywoodstar aus Österreich ist Stammgast am spektakulärsten Rennwochenende des Jahres. Im Rahmen einer Gala verlieh Schwarzenegger der damaligen Ex-Skirennfahrerin einen Preis für ihr Lebenswerk und nannte sie in Anspielung auf seine wohl bekannteste Filmrolle den weiblichen Terminator. „Sie ist immer aufgestanden, wenn sie am Boden war. Gewinner stehen auf, wenn sie hinfallen, Verlierer bleiben unten. Sie ist eine große Gewinnerin.“

    Elegante Antwort auf Vorlage von Arnold Schwarzenegger

    Vonn, im weißen Blazer, stand neben dem Schauspieler, lächelte ins Publikum und spielte den Ball elegant zurück, als sie antwortete: „But I won‘t be back.“ Sie werde also nicht zurückkommen; auch das eine Anspielung auf den Terminator, der mit „I‘ll be back“ für eines der bekanntesten Filmzitate überhaupt gesorgt hat.

    Längst ist klar, dass der Satz im Original richtig gewesen wäre. Denn Lindsey Vonn hat eines der bemerkenswertesten Comebacks der jüngeren Sportgeschichte geschafft. Vergangene Saison kehrte sie in den alpinen Skiweltcup zurück und hat das große Ziel: Olympische Winterspiele 2026 in Italien. Bis dahin sind es nicht einmal mehr zwei Monate, und spätestens seit dem vergangenen Wochenende ist klar, dass Vonn zu den ganz großen Medaillenfavoritinnen gehören wird. In St. Moritz gewann sie die erste der beiden Abfahrten. In der zweiten musste sie sich nur der 19 Jahre jüngeren Emma Aicher geschlagen geben.

    Lindsey Vonn ist auf einer Mission

    Vonn ist auf einer Mission. Und wie alles im (öffentlichen) Leben des Skistars wurde und wird diese Mission für die Außenwelt aufbereitet. Alles begann, als Vonn im April 2024 eine Teilprothese ins Knie eingesetzt bekam. Danach: Vonn frisch operiert im Krankenbett. Vonn mühsam an Krücken laufend. Vonn im Kraftraum. Immer lief eine Kamera mit. Am 14. November 2024 kündigte Vonn ihre Rückkehr in den alpinen Skiweltcup an. Große Aufregung im Skizirkus, teilweise auch blankes Unverständnis und harte Kritik. Auf Instagram zu sehen: Vonn auf Skiern. Vonn fliegt durch die Weltgeschichte. Vonn geht Shoppen. Vonn trauert um ihre Hündin Lucy („Mein Herz wird nie wieder dasselbe sein“). Vonn stellt ihren neuen Hund Chance Vonn vor („Als ich dieses Gesicht sah, wusste ich, dass es vorherbestimmt war“). Vonn hat das Spiel mit der Öffentlichkeit perfektioniert.

    Doch das ganze System funktioniert nur deshalb, weil hinter den bunten Bildern ein unstillbarer, gnadenloser Erfolgshunger glüht. Vonns einstige Konkurrentin Maria Riesch hat kürzlich in einem Podcast einen kleinen Einblick gewährt, als sie davon erzählte, wie ihre Freundschaft zur einstigen Konkurrentin in die Brüche ging. „Ich will jetzt nicht sagen, dass sie daran schuld war, dass wir uns entzweit haben, da hat sicher jeder seinen Anteil gehabt. Aber sie konnte auf jeden Fall nicht so gut damit umgehen, wenn ich sie geschlagen habe, als andersherum.“ In der Saison 2010/11 gewann Riesch den Gesamtweltcup knapp vor Vonn. Kennengelernt hatte sie Vonn, die sehr gut Deutsch spricht, als Jugendliche bei einer Junioren-WM. Die beiden freundeten sich an. Vonn feierte Weihnachten im Hause Riesch, weil der Weltcupzirkus rund um die Feiertage oft in Europa gastierte.

    Freundschaft mit Maria Riesch ging in die Brüche

    Von dieser Freundschaft ist wenig geblieben. Vonn dürfte das verschmerzen. Ihr Fokus liegt ganz auf dem Gewinn einer olympischen Medaille, idealerweise die goldene. Dafür hat sie den Norweger Aksel Lund Svindal als Trainer verpflichtet. Dream big, sagen die Amerikaner, träume groß. Doch der Comeback-Traum der Lindsey Vonn, so großartig er auch ist, soll ein Ablaufdatum haben. Am 12. Februar 2026 wolle sie im italienischen Cortina d’Ampezzo, wo die olympischen Frauenrennen stattfinden, ein letztes Mal an den Start gehen, hatte die 41-Jährige angekündigt. Doch dieser Plan gerät gerade ins Wanken, denn Vonn führt überraschend die Weltcupwertung in der Abfahrt an und hat, natürlich, die kleine Kristallkugel im Visier. Also sagte sie in St. Moritz am ORF-Mikrofon: „Ich glaube, dass ich bis zum Schluss fahren werde“, und meint damit bis zum Saisonende. Zieht sie das durch, würde das sechs zusätzliche Rennen bedeuten. Und dann?

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