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Augsburger Boxerin Cheyenne Hanson geht im WM-Kampf gegen Amanda Serrano in der zweiten Runde k.o.

Boxen

Boxerin Cheyenne Hanson riskiert dicke Lippe und kassiert heftige Schläge

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    Cheyenne Hanson trat vor dem Kampf sehr selbstbewusst auf.
    Cheyenne Hanson trat vor dem Kampf sehr selbstbewusst auf. Foto: Cheyenne Hanson

    Diese Provokation hatte gezündet: Beim offiziellen Wiegetermin und dem „Face off“, also der Gegenüberstellung der Gegnerinnen am Vorabend eines Boxkampfs, ließ die Augsburgerin Cheyenne Hanson eine rosa Kaugummiblase direkt vor dem Gesicht ihrer Gegnerin platzen. Die puerto-ricanische Weltmeisterin Amanda Serrano fand dieses Auftreten im Vorfeld des WM-Kampfes im texanischen El Paso nicht witzig und fühlte sich diskreditiert.

    Doch sie hielt ihre Emotionen erst einmal in Zaum und vertagte ihren Gegenschlag in den Boxring, was sie mit deutlichen Worten in den sozialen Medien ankündigte: „Ich habe noch nie eine Gegnerin nicht respektiert. Gestern Abend aber hat Cheyenne Hanson mich nicht respektiert. Ich bin nicht wütend auf sie, solange sie dieselbe Energie heute Abend mitbringt. Ich kämpfe für meine Fans und bin immer bereit für Blut! Ich liebe einen guten Kampf!“

    In der ersten Runde kann Hanson der Puerto-Ricanerin noch die Stirn bieten

    Und den lieferte Serrano dann auch ab im ausverkauften El Paso County Colliseum beim Kampf um die offiziellen Titel der Verbände WBO und WBA im Federgewicht (bis maximal 57,2 Kilogramm). Wenn Serrano noch nicht vollständig bis in die Haarspitzen motiviert war, hatte Hanson das mit ihrer Kaugummi-Aktion geschafft. Die Augsburgerin, deren hüftlangen, geflochtenen pinken Haarzöpfe zur Farbauswahl ihres Kaugummis passten, konnte der 37-jährigen Serrano nur in der ersten Runde über drei Minuten die Stirn bieten.

    Cheyenne Hanson ging dabei mutig zur Sache, versuchte offensiv ihre Schläge zu setzen und ihre Gegnerin aus der Reserve zu locken. Die ging die erste Runde eher abwartend an, ließ die Deutsche erst noch gewähren – um sie in der zweiten Runde dann allerdings nach allen Regeln der Kunst zu vermöbeln.

    Mit einem Feuerwerk aus Faustschlägen gewann die puerto-ricanische Box-Weltmeisterin Amanda Serrano ihren WM-Kampf gegen die Augsburgerin Cheyenne Hanson.
    Mit einem Feuerwerk aus Faustschlägen gewann die puerto-ricanische Box-Weltmeisterin Amanda Serrano ihren WM-Kampf gegen die Augsburgerin Cheyenne Hanson. Foto: Kendall Torres, dpa

    Dem Schlagfeuerwerk der Puerto Ricanerin hatte die 28-jährige Augsburgerin bald nichts mehr entgegenzusetzen. Hanson landete immer wieder getroffen in den Seilen. Sie konnte sich dem unerbittlichen Fäustehagel nicht mehr entziehen, sodass der Ringrichter nach 2:25 geboxten Minuten den Kampf abbrach, um Hanson vor schwereren Verletzungen zu schützen. Technischer K.o. in der zweiten Runde.

    Serrano stellt mit 32 K.O. den Rekord im Frauenboxen ein

    Damit hatte Amanda Serrano in ihrem 54. Profikampf zum 49. Mal einen Sieg geholt und stellte mit dem 32. K.o. den Rekord im Frauen-Boxen ein. Als erster Boxsportler überhaupt ist sie sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen bereits Weltmeisterin in sieben Gewichtsklassen. In den USA wird sie in der Szene als Box-Legende verehrt.

    Hanson hatte von der großen Bühne in den USA geträumt

    Für die junge Augsburgerin Hanson war es in ihrem 18. Profikampf die dritte Niederlage. Seit 2018 ist sie Profiboxerin. 2021 wurde sie Internationale Deutsche Meisterin des BDB und Weltmeisterin des Verbands UBF. Im November 2024 hatte sie den WM-Titel des Verbandes WBF gewonnen und lange von einem Titelkampf der führenden Boxverbände geträumt.

    In den USA war es nun so weit. Zwei Monate lang hatte die Augsburgerin in London die für sie „härteste Vorbereitung“ ihres Lebens durchgezogen. Klar war von vornherein aber auch, dass es gegen die haushohe Favoritin aus Puerto Rico wohl eher eine Niederlage denn einen Triumph geben würde. Ein möglicher Sieg wäre einer Sensation gleichgekommen, hatte auch Hanson im Vorfeld eingestanden.

    Zumindest aber den Traum vieler Boxerinnen und Boxer, einmal in den USA auf der großen Bühne vor hunderten Zuschauerinnen und Zuschauern in einem WM-Kampf zu stehen, hat sich die 28-Jährige erfüllt. Von einem amerikanischen Sender wurde der Boxabend weltweit übertragen. Dabei hat Cheyenne Hanson mit ihrem Auftreten auf und abseits des Rings für bleibende Eindrücke gesorgt.

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