Der fünfjährige Joni und sein siebenjähriger Bruder Samuel konnten es gar nicht erwarten, dass die Pisten im Bikepark endlich freigegeben werden. Im professionellen Outfit, mit Schutzkleidung, Helm, Handschuhen sowie säuberlich geputzten Mountainbikes sind die Geschwister mit ihren Eltern Vincent und Silke Brudzinski zur Eröffnung des DAV-Skillups in Augsburg-Göggingen gekommen. Weil die zwei Jungs bereits die Bikeschool von DAV-Mitglied Christine Sommer besuchen, durften sie die Trails mit anderen Auserwählten beim offiziellen Festakt einweihen. „Die Kurven sind ganz toll“, schwärmten Joni und Samuel nach ihrem Auftritt einstimmig und Mama Silke freute sich, dass mit dem Skillup „ein Ort für alle Altersstufen“ geschaffen wurde. Und der stellte gleich am ersten Tag seine Attraktivität unter Beweis.
Auf dem 7500 Quadratmeter großen Areal gibt es für Biker viel zu entdecken
Denn kaum waren die offiziellen Reden getätigt und die Sperrbänder getrennt, wurde das Gelände von Bikefans regelrecht geflutet. Alle wollten testen, welche Sprünge auf den Jump Lines gelingen, wie sehr man sich auf den künstlichen Tracks in die Kurven legen kann und welche Besonderheiten sich auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände sonst noch entdecken lassen. Schnell gab es lange Schlangen vor den Startpunkten. Die jeweils bis zu 100 Mountainbike-Fans auf der Anlage mussten da schon Geduld mitbringen. Beobachtet wurde das ausgelassene Gewusel auf den Strecken, das die DAV-Mitglieder geschickt dirigierten, von zahlreichen Gästen, die von der ersten Stunde an die Anlage dicht bevölkerten. Auch die Rad-Verkaufs- und Beratungsstände waren durchgehend besucht, sodass Christine Sommer schätzt, dass von morgens bis abends immer etwa 500 Menschen gleichzeitig vor Ort waren.
Ein voller Erfolg für die Mitglieder der DAV-Sektion Augsburg, die knapp zwei Jahre lang auf diesen Moment hingearbeitet hatten. Allen voran Projektleiter Stefan Kern, der auf der Holzbrücke über der Chill-Area zu lauter Musik im Striptease-Style ein schwarzes T-Shirt auszog und darunter das offizielle Skillup-Shirt präsentierte. Er könne nun eines seiner Lebensziele, „nämlich einen Bikepark bauen“, mit diesem Tag endgültig abhaken, scherzte er und erhielt ebenso wie sein großes Team aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern einen Riesenapplaus. „Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die vielen Unterstützer, die mir den Rücken gestärkt haben“, betonte Kern. Er dankte persönlichen Helfern, Mitgliedern, den drei großen Trägern Stadt, Land und DAV, aber auch jenen Sponsoren, die frühzeitig das Potenzial dieser Anlage erkannt und schon ihr Engagement zugesichert hatten, „als das ganze Grundstück noch Brachland war“.
Von Brachland war am Sonntag nichts mehr zu sehen, stattdessen entstand im Zusammenspiel des Deutschen Alpenvereins mit der Stadt Augsburg und der Fraktionsinitiative 2024 des Bayerischen Ministeriums des Inneren, Sport und Integration für knapp 500.000 Euro ein modernes, nachhaltiges Freizeitsportgelände. Dem neuen Augsburger Oberbürgermeister Florian Freund war es dann auch vorbehalten, bei einem seiner ersten Termine gemeinsam mit 2. Bürgermeister und Sportreferent Dirk Wurm das Startband für die Jump Lines durchzuschneiden.
Augsburgs Oberbürgermeister Florian Freund ist beeindruckt
Er sei schon in der Planungsphase von den Erdbewegungen und der ehrenamtlichen Arbeit, die hier auf die Mitglieder gewartet hatte, beeindruckt gewesen, sagte Freund, aber nach der Realisierung sei alles „noch beeindruckender, als ich es mir damals vorstellen konnte“. Hier könne man sich nun in einem geschützten Rahmen Techniken antrainieren, die man draußen in den Bergen oder auf den Trails in den Westlichen Wäldern brauche. „Es ist wichtig, dass wir wohnortnah neue Angebote für den Breitensport wie das Mountainbiken bieten“, so Freund, der auch die breite und fraktionsübergreifende Zustimmung in der Augsburger Politik für das Projekt betonte.
Lob für die Eigenleistung der vielen ehrenamtlichen Helfer
Auch Theodor Seitz, DAV-Vorsitzender der Sektion Augsburg, und Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter Anton Rittel hoben die Vorzüge der Anlage hervor. Auch, dass der Bau im vorgegebenen Kostenrahmen geblieben sei. „Warum?“, fragte Rittel rhetorisch und gab gleich noch die Antwort: „Weil die Ehrenamtlichen so viel Eigenleistung eingebracht haben. Dann kann man so etwas umsetzen.“ Er lobte besonders auch die Nachhaltigkeit der Anlage. „Jeder will die Natur genießen. Aber dann müssen wir auch darauf achten, dass die Natur erhalten bleibt. Hier kann man sich treffen, gemeinsam Sport machen und trainieren. Dabei wird man sensibilisiert für die Natur und es geht später mit einem ganz anderen Blick nach draußen.“
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