Die 63. Bundesliga-Saison läuft – und der FC Bayern hat bereits ein erstes, dickes Ausrufezeichen gesetzt. Im Eröffnungsspiel am Freitagabend gegen das vermeintliche Topteam RB Leipzig kam der Titelverteidiger zu einem nie gefährdeten und in der Höhe auch völlig verdienten 6:0-Sieg. Schon jetzt darf die vorsichtige Frage erlaubt sein: Wer soll diese Bayern denn schlagen?
Bayern-Trainer Vincent Kompany hatte die erwartete Startelf aufgeboten: Mit Jonathan Tah und Luis Diaz standen zwei Neuzugänge in der Aufstellung, die Mittelfeldzentrale bildeten Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Talent Lennart Karl, der in der Vorbereitung auf sich aufmerksam gemacht hatte, saß vorerst auf der Bank. Sehr wahrscheinlich wird der 17-Jährige in der Saison seine Chancen auf Einsätze bekommen. Der 19-Jährige unterschrieb bei der PSV Eindhoven einen bis 2030 gültigen Vertrag. Die Münchner erhalten für den Deutsch-Österreicher, der die Jugendabteilungen des Vereins durchlaufen hatte und als eines der größten Talente seiner Altersklasse gilt, etwa 15 Millionen Euro Ablöse.
Einhovens Sportchef kontert Max Eberl wegen Paul Wanner
Sportvorstand Max Eberl hatte Wanner bei der Quasi-Verabschiedung in der Pressekonferenz die Einstellung Wanners kritisiert. In Eindhoven reagierte Fußballchef Earnest Stewart darauf und sagte über den Jungprofi: „Er ist ein offener Junge, der viele Fragen stellt. Wirklich einer mit dem Willen, besser zu werden.“
Zum Spiel: Bayern trat von Beginn an äußerst dominant auf. Ein feines Zuspiel von Harry Kane auf Konrad Laimer brachte die erste Chance, die RB-Torwart Peter Gulacsi aber entschärfte (11.). Kane hatte bei einer Direktabnahme eines Chipballs von Kimmich die nächste Gelegenheit (25.). Wenig später war es so weit: Einen Steckball des starken Serge Gnabry bekam die Leipzig-Defensive nicht zu fassen. Dafür war Michael Olise da – und der machte kurzen Prozess: 1:0 (27.). Von Leipzig war in der Offensive lange nicht zu sehen, erst nach dem Rückstand verbuchte der neue RB-Kapitän David Raum die erste Leipziger Chance.
Zweimal Olise, einmal Diaz: Die Bayern hatten das Spiel zur Halbzeit entschieden
Bayern blieb spielbestimmend – und durfte nach einer Passstafette erneut jubeln: Erneut spielte Gnabry den finalen Pass, der diesmal Luis Diaz erreicht. Der Kolumbianer wuchtete den Ball unter die Leipziger Latte zum 2:0. Nur 32 Minuten hatte der 75-Millionen-Mann für seinen ersten Treffer in dei Bundesliga gebraucht. Beinahe hätte Gnabry vor der Pause noch selbst einen Treffer erzielt, der abgefälschte Schuss des 30-Jährigen prallte aber an die Latte (40.). Stattdessen folgte der nächste Assist: Bei einem der vielen Sprints auf den RB-Strafraum legte Gnabry auf Olise ab – der traf zum 3:0 (42.). Leipzigs Defensive leistete in dieser Phase kaum Gegenwehr und hatte die besten Zuschauerplätze. Die Bilanz zur Halbzeit sprach Bände: 67 Prozent Ballbesitz FC Bayern, dazu kamen elf Torschüsse mit 355 Pässen hatten die Münchner fast exakt doppelt so viele Pässe wie die Gäste (180) gespielt.
Auch nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Bayern diktierte das Spiel, Leipzig sah hinterher. Bei einem Konter kam auch noch Harry Kane zu seinem Treffer: Von Diaz bedient, vollendete der Engländer zum 4:0 (64.). Doch damit nicht genug: Bayerns Nummer 9 schnürte ebenfalls einen Doppelpack, ein platzierter Distanzschuss schlug flach im RB-Kasten ein (74.). Für Leipzig ging es nun nur noch um Schadensbegrenzung – und auch das klappte nicht: Erneut war es Kane, der zum 6:0 traf (76.), jetzt war jeder Schuss ein Treffer. Innerhalb einer Viertelstunde war Kanes Hattrick geschnürt. Danach zeigten die Bayern Gnade mit den überforderten Gästen.
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