Die Aufgabe klingt auch dieses Jahr simpel, ist aber alles andere als das: Der Kader für das Managerspiel soll zusammengestellt werden – und das Geld reicht einfach nicht, um sich alle Transferwünsche zu erfüllen. Alles also wie im echten Leben. Welche sieben goldenen Regeln bei der Zusammenstellung eines Kaders zu beachten sind, haben wir an anderer Stelle schon mal veröffentlicht.
Hier soll es nun darum gehen, welche Geheimtipps und Schnäppchen es für das Managerspiel gibt. Der Einfachheit halber orientieren wir uns bei den Preisen am Kicker-Managerspiel, letztlich sind die Tipps aber auch für andere Managerspiele wie Kickbase oder Comunio relevant.
TOR
Mio Backhaus (1,5 Millionen, Werder Bremen)
Bei Werder Bremen wird es nach dem Wechsel von Michael Zetterer zu Eintracht Frankfurt eine neue Nummer eins geben - und die wird wohl im Verbund mit seinen Nebenleiten die günstigste Torhüterlösung im Managerspiel darstellen: Mio Backhaus, 21-jähriger Keeper und aktueller U20-Nationalspieler, wird künftig den Kasten am Osterdeich hüten. Mit dieser Perspektive hatte der in der vergangenen Saison in die Niederlande verliehene Deutsch-Japaner ohnehin seinen Vertrag beim SVW verlängert. Sehr wahrscheinlich wird Werder noch einen Keeper holen - dieser soll aber einen Nummer-zwei-Status haben. Im Gespräch ist Alexander Schwolow. Bleibt es beim derzeitigen Werder-Gespann mit Backhaus, Smarkalev und Kolke, würden die drei Werder-Keeper nur 2,5 Millionen Euro kosten - günstiger geht wirklich nicht.
Kaua Santos (1 Million, Eintracht Frankfurt)
Der Brasilianer riss sich im April das Kreuzband - bei den Hessen ist er aber nach starken Leistungen als neue Nummer eins eingeplant. Und diese Zeit könnte jetzt schneller als gedacht anbrechen, der Heilungsverlauf ist offenbar abgeschlossen. Das ist auch ein Grund, warum der bisherige Schlussmann Kevin Trapp den Verein verließ. Wie die Bild nun berichtet, trainiert der 22-Jährige wieder voll mit dem Team und hat grünes Licht für einen Einsatz bekommen. Damit ist der hoch veranlagte Südamerikaner die günstigste Nummer eins der Liga. Kleiner Makel: Ein bisschen wird es wohl dauern, bis er wirklich wieder auf Wettkampfhärte angekommen ist, zudem ist mit dem von Werder verpflichteten Michael Zetterer (2,6 Mio) die Nummer zwei ziemlich teuer. Allerdings bricht nach den ersten beiden Ligaspieltagen schon wieder die Länderspielpause an, so dass Spieltag 3 erst Mitte September ansteht. Gut möglich, dass Kaua Santos bis dahin schon fit ist.
ABWEHR
Kacper Potulkski (0,9 Millionen, FSV Mainz 05)
Der polnische Verteidiger hat laut seinem Trainer Bo Henriksen das Zeug zum Shooting-Star. Der 17-Jährige sei „mental und körperlich erwachsen“ und wäre eigentlich als Vorgriff für spätere Zeiten gedacht gewesen. Nach der Vorbereitung ist klar: Potulski bleibt bei den Profis. Nach derzeitigem Stand hat der Teenager noch keinen Stammplatz - aber auch das kann sich schnell ändern. Beim Test gegen Racing Straßburg war er der einzige Feldspieler, der in beiden Partien des Doppeltests zum Einsatz gekommen war. Dass sie in Mainz ein großes Talent in ihren Reihen haben, wissen sie wohl alle - dass es nun so schnell kommen könnte mit Einsätzen, überrascht dann doch etwas.
Elias Baum (1,5 Millionen, Eintracht Frankfurt)
In der vergangenen Saison war der U21-Nationalspieler der beste Außenverteidiger der 2. Liga. Für die SV Elversberg, von der er aus von seinem Stammverein Eintracht Frankfurt verliehen war, klopfte er ans Tor der Bundesliga und scheiterte nur denkbar knapp. Der 19-Jährige hatte mit drei Toren, sieben Vorlagen und einem Kicker-Notenschnitt von 3,1 erheblichen Anteil daran. Im Sommer wechselte Baum zurück zu den Hessen. Seine Chancen würde er in Frankfurt auch erhalten. Interessiert an einer Leihe ist auch Werder Bremen. Dort würde Baum wohl aus dem Stand heraus Stammspieler sein - auch deshalb, weil mit Mitchell Weiser der Platzhirsch auf dieser Position ertsmal lange verletzt ist. Und in Bremen ist Horst Steffen Trainer, der Baum schon in Elversberg trainierte. Eine interessante Aktie ist er so oder so.
Warmed Omari (1,3 Millionen Euro, Hamburger SV)
Es ist noch gar nicht so lange her, da war Warmed Omari U21-Nationalspieler Frankreichs und hatte einen bei Transfermarkt taxierten Marktwert von 10 Millionen Euro. Nach einem Karriereknick ist der mittlerweile 25-jährige Innenverteidiger bei drei Millionen Marktwert angekommen. Nur deshalb hatte der Hamburger SV überhaupt die Chance, den Nationalspieler der Komoren zu verpflichten. Anfang August war das. Omari hat zweifelsohne großes Talent, spielte beim knappen Pokalsieg in Pirmasens durch und könnte ein Schnäppchen sein - sowohl für den HSV als auch im Managerspiel.
MITTELFELD
Alexander Rössing-Lelesiit (0,6 Millionen Euro)
Der norwegische Linksaußen, der vor der Siaosn aus Lilleström zum Hamburger SV kam, ist aufgrund seines Marktwertes ein Pflichtkauf in diesem Segment. Der 18-Jährige kam in nahezu jedem Vorbereitungsspiel und auch im Pokal zum Einsatz (von Anfang an) und spielte auch im Test gegen Flensburg (einen Tag nach dem Pokalspiel) von Beginn an und traf. Machen wirs kurz: Auch wenn der HSV vielleicht vor einer schweren Saison steht - Rössing Lelesiit ist für diesen Preis unausweichlich.
Lennart Karl (eine Million, FC Bayern München)
Der 17-jährige Lennart Karl ist das derzeit wohl größte Talent des FC Bayern aus dem eigenen Stall: Im Vorbereitungsspiel gegen Tottenham traf er ebenso wie im finalen Test gegen Grasshopper Zürich, erhielt dafür eine Vertragsverlängerung und das sichtliche Vertrauen der Führungsebene. Mag sein, dass Bayerns Kader in der Offensive etwas dünn ist - das könnte die Chance für Karl sein. Der U17-Nationalspieler braucht nicht viele Minuten, um effektiv zu sein - und dürfte seine Chancen bekommen.
Florian Neuhaus (1,5 Millionen Euro, Mönchengladbach)
Nach seinem Skandal-Video war Florian Neuhaus ein, zwei, drei, vier Wochen in der U23 des Vereins geparkt. Nach seiner Rückkehr brauchte er nicht lange, um wieder positiv aufzufallen. Beim 2:1-Sieg gegen den FC Brentford erzielte der ehemalige Nationalspieler das entscheidende Tor. Für Neuhaus geht es in diesem Jahr darum, seine Karriere wieder in Fahrt zu bringen, er ist in der Bringschuld wie noch nie zuvor. Für 1,5 Millionen Euro ist Gladbachs Nummer 10 ein interessanter Gamble.
Mert Kömür (1,4 Millionen, FC Augsburg)
Sandro Wagner ist beim FC Augsburg mit mehreren Missionen angetreten. Eine davon: Die Jugend soll mehr Chancen als zuletzt bekommen. Der prominenteste Vertreter der Jugendwelle des FCA ist Mert Kömür. Der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler gilt als das größte Talent des Vereins, machte vergangene Saison schon auf sich aufmerksam und soll nun unter Wagner den Schritt zum Stammspieler schaffen. Das sieht bislang gut aus, in den Testspielen und auch im Pokal lief der DFB-Juniorennationalspieler meist von Beginn an auf.
Rani Khedira (1,9 Millionen Euro, Union Berlin)
Machen wirs kurz: Wer auf der Suche nach einem stabilen Stammspieler im niedrigen Preissegment ist, kommt am stellvertretenden Kapitän von Union Berlin nicht vorbei. Unangefochtener Stammspieler, der selten etwas Spektakuläres macht (im Positiven wie im Negativen) - das ist zwar irgendwie langweilig, aber eben auch grundsolide.
STURM
Otto Stange (0,7 Millionen Euro, HSV)
Otto Emerson Stange, wie der 18-jährige Juniorennationalspieler des Hamburger SV heißt, ist im Besitz eines deutschen und eines brasilianischen Passes, ist Publikumsliebling im Hamburg, kam vergangene Saison schon auf zwei Treffer für den HSV und kam im Pokal zur Halbzeit auf den Platz. Sehr wahrscheinlich werden weitere Einsätze in der Bundesliga folgen. Für 0,7 Millionen ein No-Brainer.
Steve Mounié (1,2 Millionen Euro, FC Augsburg)
Vor einem Jahr kam Steve Mounié mit großen Vorschusslorbeeren nach Augsburg: Bei Stade Brest hätte der Nationalspieler des Benin Champions League spielen können. Er entschied sich für den FCA - und erlebte ein Jahr zum Vergessen. Unter dem neuen Coach Sandro Wagner scheint Mounié aufzublühen: In der Vorbereitung war er bester Torschütze des FCA. Die Belohnung: Im Pokal in Halle durfte er von Beginn an ran - und traf zur wichtigen Führung. In Augsburg wird noch nach einem neuen Stürmer gefahndet - kann sein, dass der gesuchte Angreifer schon im Kader ist und auf den Namen Steve Mounié hört.
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